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12.01.2018 15:29

Konferenz feiert kreativen Wahnsinn

Theresa Albig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule für Künste Bremen

    Vom 18. bis 21. Januar beschäftigt sich „Schizotopia“ an der HfK Bremen mit der Schizotypie als einer kreativen Kraft.

    Viele bahnbrechende Innovationen der Geschichte wurden von Menschen geschaffen, die nach heutigem Wissensstand mit einer psychischen Störung diagnostiziert werden würden. Ihr Persönlichkeitsbild ist schizotyp – ihr Verhalten erscheint ihrem Umfeld skurril, exzentrisch oder gleichgültig, ihre sozialen Fähigkeiten sind wenig ausgeprägt. Als Beruf wählen einige von ihnen einen kreativen – so wird einer Reihe von Komponisten, Schriftstellern, Malern oder Wissenschaftlern eine schizotype Störung nachgesagt. Zu solchen Ikonen zählen beispielsweise Vincent van Gogh, Camille Claudel, Marie Curie, Alan Turing oder Virginia Woolff – alle passen in das Klischee des sogenannten „verrückten Genies“.

    Einerseits von der Gesellschaft als funktionsunfähig deklariert, ruht in diesen Persönlichkeiten andererseits eine innovative, kreative Kraft. Mit dieser Kraft beschäftigt sich die Tagung „Schizotopia“ an der Hochschule für Künste Bremen vom 18. bis 21. Januar 2018.

    Schizotopia – Die Pathogenese von Schizophrenie als eine elementare kreative Kraft
    Konferenz, Seminar, Workshops, Happenings
    18. bis 21. Januar 2018
    HfK Bremen, Am Speicher XI, Auditorium

    Die Konferenz hinterfragt gesellschaftliche Vorstellungen zur menschlichen Psyche und stellt Werte wie Standardisierung und Normalität zur öffentlichen Debatte: Wie kann man kreative und produktive Ideen aus dem Abnormalen extrahieren? Welche Perspektiven kann die Gesellschaft entdecken, wenn sie sich schizotypen Verhaltensweisen öffnet?

    Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen

    Um eigene Antworten auf diese Fragen zu finden, kommen zahlreiche Expertinnen und Experten aus Medizin, Philosophie, Kunstgeschichte und Design für Workshops, Performances und Happenings zusammen. Insgesamt erleben und gestalten rund 100 Studierende und Lehrende aus Bremen und den kooperierenden Kunsthochschulen – der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, der ENSBA Lyon, der Gerrit Rietveld Academie Amsterdam, der Kunsthochschule (KHiO) Oslo und der EBABX Bordeaux – Vorträge, musikalische Performances und Workshops.

    „Durch die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen wollen wir eine neue Grundlage und neues Potenzial für die Entwicklung eines kollektiven Prozesses im Grafikdesign schaffen – pendelnd zwischen Struktur und Chaos, exzessiver Normalität und Disziplin, Verwirrung und instinktiver Kreation. Ein kreatives Spektakel soll die Hochschule einnehmen. Für uns ist Schizotypie kein negatives Label, wie es von der Allgemeinheit oft dargestellt wird, sondern eine Qualität, die jeder von uns in unterschiedlicher Ausprägung in sich trägt“, sagt Samuel Nyholm, HfK-Professor für Illustration und Projektleiter.

    Die Schizo-Maschine

    Ein Herzstück der Konferenz ist der Bau einer Schizo-Maschine, zusammengesetzt aus sechs Einzelkonstruktionen der teilnehmenden Hochschulen, die miteinander verbunden sind. Die Idee basiert auf dem vom Psychoanalytiker Viktor Tausk („Influencing Machine“, 1919) beschriebenen Phänomen, das seine mit Schizophrenie diagnostizierten Patienten wiederholt schilderten: Ein sich stets auf dem neusten Stand der Technik befindender Mechanismus als externe, bösartige Kontrollkraft, welche die Gedanken und das Verhalten manipuliert. Die einflussnehmende Maschine kann Bilder projizieren oder Gedanken pflanzen – Symptome, die mit Schizophrenie assoziiert werden. Wo Tausk in der Maschine eine Metapher für die Krankheit des Geistes gefunden hatte, sahen Gilles Deleuze und Felix Guattari in den frühen 70er Jahren die Maschine als ein Potential und die vermeintliche Krankheit als neuen Weg zu Austausch und Interaktion.

    Die Konferenz ist offen für externe Besucher.

    Mit freundlicher Unterstützung von:
    EBABX Bordeaux, ENSBA Lyon, Gerrit Rietveld Akademie Amsterdam, HfG Karlsruhe, HfK Bremen, KHIO Oslo, IASPIS, Neolithic Future, ZwischenZeitZentrale Bremen.

    Weitere Informationen sowie Vortragende unter:

    http://www.hfk-bremen.de/t/vorträge/n/schizotopia

    Kontakt für Rückfragen:
    Theresa Albig, Pressestelle Hochschule für Künste Bremen
    E-Mail: t.albig@hfk-bremen.de
    Telefon: 0421 95951031


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Kunst / Design, Psychologie
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Während der Konferenz „Schizotopia“ treffen sich Experten unterschiedlicher Disziplinen, um Potenziale im Grafikdesign auszuloten.


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    Während der Konferenz „Schizotopia“ treffen sich Experten unterschiedlicher Disziplinen, um Potenziale im Grafikdesign auszuloten.


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