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18.01.2018 14:47

Projekt zum Umgang mit ständiger Erreichbarkeit geht in die nächste Runde

Rudolf-Werner Dreier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus der ersten Phase werden auf den Finanzdienstleistungssektor übertragen

    Wenn abends der Chef noch einmal anruft oder die Kollegin eine E-Mail schreibt… Eine Umfrage im Projekt „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“ bei 150 IT-Beschäftigten hat ergeben, dass sich jeder Dritte unsicher ist, ob er darauf noch reagieren muss. In dem Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und fachlich begleitet von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), hat ein Forschungsteam der Universität Freiburg und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München gemeinsam mit fünf IT-Unternehmen daran gearbeitet, wie Erreichbarkeit reduziert werden kann, Erwartungen geklärt und konkrete Maßnahmen zur Verringerung negativer Auswirkungen umgesetzt. Es zeigte sich, dass die Beschäftigten, die sich an diesen Aktivitäten beteiligten, nach mehreren Monaten weniger gefühlsmäßig erschöpft waren als ihre Kolleginnen und Kollegen. Das Projekt geht nun in die zweite Runde: Das BMAS verlängert die Förderung von Januar 2018 bis Dezember 2019.

    Die erste Projektphase mit Beschäftigten der IT-Branche konnte Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Die erarbeiteten Maßnahmen sind in einem Erklär-Video zusammengefasst, welches über Youtube und die Projekt-Homepage verfügbar ist: https://youtu.be/nx5fHsUKOcM. „Wir sind sehr zufrieden damit, welchen Anklang das Thema Erreichbarkeit bei den Kooperationsunternehmen gefunden hat“, so Dr. Nina Pauls von der Universität Freiburg. „Insgesamt wurden mehr als 40 Beschäftigte interviewt, über 400 Personen nahmen an Online-Befragungen teil.“ Die ebenfalls auf der Projekt-Homepage kostenlos verfügbare Broschüre „Ständige Erreichbarkeit – Ursachen, Auswirkungen, Gestaltungsansätze“ http://erreichbarkeit.eu/images/Ergebnisbroschuere_250817.pdf fasst die so gesammelten Erkenntnisse zusammen.

    In der zweiten Phase sollen Handlungsempfehlungen, die in der ersten Projektphase entstanden sind, auf weitere Branchen übertragen werden. „Wir haben uns aufgrund von Erkenntnissen aus Interviews und Online-Befragungen für den Finanzdienstleistungssektor als weiteres Anwendungsfeld entschieden“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Menz von der Universität Hamburg, die nun als neuer Partner am Forschungsteam beteiligt ist. „Unsere Analysen zeigten, dass eine hohe Arbeitsbelastung das Ausmaß an Erreichbarkeit beeinflusst. Beschäftigte von Finanzdienstleistungsunternehmen berichten immer wieder über eine hohe Arbeitsmenge.“ Somit finden in den kommenden zwei Jahren Workshops zur Maßnahmenerarbeitung in zwei Unternehmen dieser Branche statt. Ob die dort zu erarbeitenden Maßnahmen die Erreichbarkeit und deren negative Auswirkungen wirksam reduzieren, wird wiederum durch Befragungen und Interviews untersucht.

    www.erreichbarkeit.eu

    Kontakt:
    Dr. Nina Pauls
    Professur für Wirtschaftspsychologie
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
    Tel.: 0761/203-9153
    E-Mail: nina.pauls@psychologie.uni-freiburg.de


    Weitere Informationen:

    https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2018/projekt-zum-umgang-mit-staendiger-erreich...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Psychologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Foto: Sandra Meyndt


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