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06.03.2018 09:08

Prompter Wissenstransfer als Ziel

Corinna Russow Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Kleinen und mittleren Unternehmen das Innovationspotenzial der Universität Würzburg noch schneller zugänglich machen: Darauf zielt ein neues Projekt ab, für das die Universität rund 1,9 Millionen Euro erhält.

    In immer kürzeren Abständen kommen neue Smartphones auf den Markt, die noch mehr können als ihre Vorgänger – und das ist nur ein Beispiel dafür, wie die Wirtschaft ihre Produkte immer schneller entwickelt oder weiterentwickelt. Daraus ergibt sich ein Konkurrenz- und Innovationsdruck, dem gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft nicht mehr alleine begegnen können. Ein Rezept dagegen ist es, mit Forschungseinrichtungen zu kooperieren und auf diese Weise Innovationen schneller auf dem Markt umsetzen zu können.

    Neues Wissen noch schneller für KMU nutzbar machen: Das will die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) mit dem neuen Projekt ESF-PROMPTNET erreichen. Es richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen aus Nordbayern und wird mit 1,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

    Prompte Antworten und schnelle Kommunikation

    „Wir wollen für die Analyse von Plastikmüll neue Sensoren entwickeln. Gibt es an der Uni Arbeitsgruppen, die sich mit Forschung zu innovativen Detektoren im Infraroten beschäftigen?“ Oder: „Wir haben tragbare Akkus und wollen deren Steuerelektronik vernetzen. Gibt es Verfahren, wie wir solche Systeme miteinander kommunizieren lassen können?“

    Das sind nur zwei Beispiele für Firmenanfragen, wie sie regelmäßig bei Professor Lukas Worschech eingehen. Der Leiter des Servicezentrums Forschung und Technologietransfer (SFT) der Universität Würzburg ist für das Projekt ESF-PROMPTNET verantwortlich: „Wir möchten einen schnelleren Wissenstransfer zu Unternehmen erreichen, indem wir Netzwerke schaffen, die prompte Antworten auf Anfragen und eine schnelle Kommunikation zwischen den Partnern ermöglichen.“

    Dazu ist unter anderem ein digitales Ticketsystem geplant, das E-Mail-Anfragen von Unternehmen anhand von Schlagwörtern filtert und sie rasch zu den richtigen Ansprechpersonen an der JMU weiterleitet. Verknüpft wird dieses System mit einer umfassenden Wissensdatenbank, die eine gute Teambildung ermöglichen soll. Um einen solchen Wissenstransfer zu realisieren, werden künftig alle Forschungs- und Kooperationsprojekte an der Universität beim SFT systematisch erfasst.

    Lernende Netzwerke etablieren

    Das entstehende Wissensnetzwerk PROMPTNET soll anpassungs- und lernfähig sein. Dafür sorgt eine kontinuierliche Rückkopplung der Resultate ins Netzwerk. „So wird Gutes verbessert und Neues kann zügig integriert werden“, sagt Worschech. Um schnelle Interaktionen möglich zu machen, werden außerdem Subnetzwerke integriert.

    Drei Themenfelder für solche Subnetzwerke hat die JMU bereits identifiziert, sie sollen als erstes umgesetzt werden: Gender-Medizin, Digitalisierung und Industrie 4.0.

    Die Gender-Medizin befasst sich mit geschlechtsspezifischen medizinischen Unterschieden. So haben zum Beispiel bei einem Herzinfarkt Männer andere Symptome als Frauen. Auf diesem Gebiet ist noch viel Forschung nötig, und die Erkenntnisse sollten schnell ins Gesundheitswesen transferiert werden.

    An der Universität Würzburg gibt es rund 200 Forschungsgebiete, die für die Digitalisierung relevant sind. Dieses Subnetzwerk betrifft das Feld der innovativen, technologiebasierten Dienstleistungen.

    Für eine effiziente Produktion sollten Maschinen vernetzt sein und untereinander agieren können – dafür ist eine passende Sensorik, Steuerungselektronik und Diagnostik nötig. Im Subnetzwerk Industrie 4.0 will die Universität Unternehmen über aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet informieren.

    Qualifizierung und Living Labs

    Neueste Forschungserkenntnisse fließen an der JMU immer auch direkt an die Studierenden weiter, sei es in Vorlesungen oder Laborpraktika. Via PROMPTNET soll neues Wissen künftig auch den Beschäftigten der Partnerunternehmen zugänglich gemacht werden, etwa online in Form von modularisierten Qualifizierungsinhalten und Podcasts – oder auch im „echten Leben“ durch Living Labs.

    Living Labs sind Erlebnislabors, in denen sich die Angehörigen der Partnerunternehmen mit Forschungswissen auseinandersetzen, es in Simulationen kennenlernen und viele Dinge selbst ausprobieren können. Das geschieht im ständigen Dialog mit Forschenden der JMU. So können sie das Potenzial einer Innovation für ihr eigenes Unternehmen besser beurteilen.

    Ansprechpartner für Unternehmen

    Prof. Dr. Lukas Worschech, Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) der Universität Würzburg, T (0931) 31-85813, sft@uni-wuerzburg.de

    Staatssekretär Sibler: Wissenstransfer stärkt die Wirtschaft

    Den Förderbescheid für das Projekt PROMPTNET bekam die JMU am 23. Februar 2018 in München von Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler überreicht. Der bezeichnete den Wissens- und Technologietransfer durch Universitäten als wichtigen Beitrag zur Stärkung der mittelständischen Wirtschaft: „Ihre Innovationskraft ist ein großer Standortvorteil für die Region! Denn die Unternehmen erhalten Zugang zu Forschungsergebnissen und können dieses Potenzial für sich nutzen.“
    Fakten zum Europäischen Sozialfonds

    Aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) werden Fördermittel für Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen vergeben, um die Beschäftigungschancen der Menschen in Europa zu verbessern. Im Hochschulbereich steht die verbesserte Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft im Mittelpunkt der Förderung.


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-wuerzburg.de/sft/a2-servicezentrum-forschung-und-technologietran... Website des SFT


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Staatssekretär Bernd Sibler (l.) überreichte den ESF-Förderbescheid über 1,9 Millionen Euro an die Würzburger Projektverantwortlichen Lukas Worschech, Tina Dlugi und Unipräsident Alfred Forchel.


    Zum Download

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