idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
08.03.2018 14:25

Unter der Decke laufen entwickelt sich früh

Dr. Gesine Steiner Pressestelle
Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

    Ein Forschungsteam unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin, des Royal Belgian Institute in Brüssel und der Universität Helsinki hat erstmals die detaillierte Entwicklungsbiologie vom Embryo bis zum erwachsenen Tier des Geckos Hemidactylus beschrieben. Dabei wurden zusätzlich kleine Knochen in den Fingern entdeckt, die in Zusammenhang mit den Haftlamellen stehen. Die Studie steht stellvertretend für die Arbeit und Aufgabe des Museums für Naturkunde Berlin: Forschung vertiefen, Erkenntnisse vermitteln und gesellschaftliche Veränderungsprozesse für Natur anstoßen.

    Geckos sind eine artenreiche und ökologisch diverse Gruppe innerhalb der squamaten Reptilien (Schuppenkriechtiere), welche allgemein für Ihre Fähigkeit, an Wänden und Decken zu laufen, bekannt sind. Diese Fähigkeit wird durch Haftlamellen an Händen und Füßen ermöglicht, die in dieser Tiergruppe evolviert sind. Das Forscherteam hat zusätzliche kleine Knochen neben den einzelnen Phalangengliedern (unter Phalangen versteht man in der Medizin knöcherne Finger- oder Zehenglieder) in den Fingern entdeckt, welche in Zusammenhang mit den Haftlamellen stehen. Außerdem sind manche Phalangenglieder auf eine Scheibenform stark reduziert. „Bei der Entdeckung dieser ökologisch-spezialisierten Strukturen hat uns die Verwendung von µCT Scans der Tiere weitergeholfen“, sagt Constanze Bickelmann vom Museum für Naturkunde Berlin, die Ko-Autorin der Studie ist. Knochenhistologische Analysen zeigen außerdem, dass dieser Gecko trotz seiner geringen Größe eine Knochenumwandlung in den Oberarmen aufweist, welche eher mit Squamaten von mittlerer bis großer Größe vergleichbar sind. Abschließend vergleicht die Studie die Entwicklungsbiologie mit denen anderer Squamaten und trägt so zu einem besseren Verständnis zur Evolution morphologischer Strukturen innerhalb der squamaten Reptilien bei. Die untersuchten Tiere befinden sich in der herpetologischen Sammlung bzw. im Cold Archive des Museums für Naturkunde Berlin und sind Teil einer weltweit für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Verfügung stehenden Forschungsinfrastruktur.

    Veröffentlicht in: W Van der Vos, K Stein, N Di-Poï & C Bickelmann. 2018. Ontogeny of Hemidactylus (Gekkota, Squamata) with emphasis on the limbs. Zoosystematics and Evolution. March 8th, 2018.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay