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13.03.2018 11:48

Alzheimer: Gehirn könnte Schädigungen in frühem Stadium kompensieren

Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung
Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

    Die Studie INSIGHT-preAD wurde von Forschern der AP-HP [1], des CNRS [2], des INSERM [3] und der Sorbonne Universität innerhalb des Institutes für Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks (ICM) und des Instituts für Gedächtnis und Alzheimer-Erkrankung (IM2A), im Krankenhaus Pitié Salpêtrière AP-HP, in Zusammenarbeit mit der Kohortenstudie MEMENTO, durchgeführt. Ziel dieser 30-monatigen Studie war es, die Faktoren des Krankheitsverlaufs von Alzheimer an über 70-jährigen Personen zu beobachten, die gesund sind und keine kognitiven Beeinträchtigungen aufweisen.

    Die vom Inserm geförderte Studie hat gezeigt, dass das Vorhandensein der für Alzheimer typischen Amyloid-Plaques keinen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten und das Verhalten nach 30 Monaten Beobachtung hat. Die am 28. Februar 2018 in der Fachzeitschrift Lancet neurology veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass bei Personen, die Träger dieser Hirnläsionen sind, Kompensationsmechanismen vorhanden sind.

    Zu Beginn der INSIGHT-preAD-Studie wiesen 28% der Teilnehmer Läsionen im Gehirn auf, auch wenn sie keine Symptome der Alzheimer-Erkrankung aufwiesen. Bei Tests zur kognitiven Kompetenz (Gedächtnis, Sprache, Orientierung), bei Funktions- sowie Verhaltenstests gab es keinen Unterschied zwischen den sogenannten "Amyloid-positiven" Patienten und den "Amyloid-negativen" Patienten.

    Auch zwei Jahre nach Beginn der Studie konnten die Forscher keine signifikanten Veränderungen zwischen Amyloid-positiven und Amyloid-negativen Patienten für alle beobachteten Marker (verhaltensbezogen, kognitiv, funktionell) sowie bei der Neurobildgebung feststellen. Hingegen zeigte das Elektroenzephalogramm bei Patienten mit Läsionen eine Veränderung der elektrischen Aktivität der vorderen Regionen des Gehirns, um ihre intellektuelle und Gedächtnisleistung zu erhalten.

    Diese Ergebnisse zeigen, dass das Vorhandensein von zerebralen Amyloid-Läsionen nicht zwangsläufig zu kognitiven, morphologischen, metabolischen oder funktionellen Veränderungen bei Patienten mit diesen Läsionen führt. Sie weisen auf die Existenz von Kompensationsmechanismen hin, die durch die beobachteten elektroenzephalographischen Veränderungen bestätigt wurden.

    [1] AP-HP – staatliche Krankenhauseinrichtung von Paris

    [2] CNRS – Zentrum für wissenschaftliche Forschung

    [3] Inserm – französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

    Quellen:

    Pressemitteilung von Pourquoi docteur, 03/03/2018, https://www.pourquoidocteur.fr/Articles/Question-d-actu/24735-Alzheimer-cerveau-...
    Pressemitteilung des CNRS, 28/02/2018 http://www2.cnrs.fr/presse/communique/5463.htm

    Redakteurinnen: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr,

    Laura Voisin, laura.voisin@diplomatie.gouv.fr


    Weitere Informationen:

    https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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