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16.03.2018 17:54

"Dichtes Feld guter Pressemitteilungen": idw-Preis für Wissenschaftskommunikation

idw-Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Informationsdienst Wissenschaft e.V.

    Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) e. V. hat am 16. März 2018 die Pressestellen des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, des Instituts für Weltwirtschaft und der Universität Innsbruck mit dem idw-Preis für Wissenschaftskommunikation 2017 ausgezeichnet. Nach Urteil der Jury veröffentlichten sie die drei besten Wissenschafts-Pressemitteilungen des zurückliegenden Jahres. 85 Pressestellen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten sich beworben. Der idw-Preis würdigt Pressemitteilungen, die von hoher handwerklicher Professionalität (Qualität) sind, über überragenden Nachrichtenwert verfügen und wissenschaftlich relevant sind (Relevanz und Originalität).

    In seiner Laudatio sagte idw-Vorstandsmitglied Josef Zens (Leiter Medien und Kommunikation, Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ) bei der Preisverleihung in der Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg: „Sehr viele der Pressemitteilungen, die uns für den idw-Preis erreicht haben, sind von hoher Qualität. Damit ergab sich wie in den letzten Jahren auch ein sehr dichtes Spitzenfeld. Das hieß zwar für die Jury viel Arbeit, für den idw allerdings ist das höchst erfreulich.“ Der idw-Preis zeige die hohe Professionalität der Medienarbeit an immer mehr Wissenschaftseinrichtungen. „Gerade in Zeiten von ,Fake News’ sind verlässliche, weil qualitätsgeprüfte Informationen wichtiger denn je“, sagte Zens weiter. „Der idw lebt von diesen Informationen, und der Ruf des idw steht und fällt mit der Qualität der Inhalte.“ Der idw-Preis sei ein Weg, um die Qualität sichtbarer zu machen. Er diene auch dazu, in den Wissenschafts-Institutionen intern für rigorose Qualitätsstandards in der Öffentlichkeitsarbeit zu werben.

    Platz 1 belegte die Pressemitteilung „Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um“ der Presse- und Öffentlichkeitarbeit des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (Leipzig).
    http://idw-online.de/de/news675078
    Diese Pressemitteilung war zugleich Siegerin in der Wettbewerbskategorie „wissenschaftliche Bedeutung“ und jeweils auf Platz 2 in den beiden anderen Kategorien „handwerkliche Professionalität“ und „Nachrichtenwert“.

    Laudator Zens: „Mit der Pressemitteilung gelingt es, die Leser zu erstaunen, zu informieren und ganz nebenbei kompliziertere kognitive Prozesse zu transportierten. Dabei unterschlägt der Text nicht die offenen und kritischen Punkte der Untersuchung, etwa, warum die Studie in Indien und nicht in Europa durchgeführt wurde: Hierzulande sei das Thema Analphabetismus so tabubehaftet, dass es schwierig gewesen wäre, überhaupt Teilnehmer zu finden. Ein Happy End gibt es auch: Die berichteten Lernerfolge der Studienteilnehmer seien nicht nur ein gutes Signal an erwachsene Analphabeten; sie werfen auch ein neues Licht auf mögliche Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung.“

    Die Sieger erhielten 2.000 € Preisgeld und eine öffentlich anzubringende Tafel, die den Erfolg dauerhaft dokumentiert.

    Der zweitplatzierte Text „Gewalteindrücke verschlechtern kognitive Fähigkeiten“ stammte vom Zentrum Kommunikation des Instituts für Weltwirtschaft (Kiel). Diese Pressemitteilung bewertete die Jury in der Kategorie „handwerkliche Qualität“ am besten.
    https://idw-online.de/de/news679140

    Der Pressestelle ist es nach Urteil der Jury gelungen, die Auseinandersetzung der Wissenschaft mit einem hoch aktuellen Thema besonders gut zu verdichten und Ergebnisse ausgesprochen stringent darzustellen. Das Erleben von Gewalt und dessen langfristig traumatisierenden Folgen ist ein Phänomen, dessen sich die Öffentlichkeit angesichts der gegenwärtigen Flucht von Millionen Menschen vor grausamen Kriegen sehr bewusst sein dürfte. Der Neuigkeitswert dieser Untersuchung zu kognitiven Folgen des Gewalteindrucks ist ebenso deutlich herausgearbeitet wie die Last der Folgen. Zitate sind sinnvoll eingebettet, die Einleitung und fünf straffe Absätze genügen, um die Resultate der hochrangig in PNAS veröffentlichten multinationalen Studie zu erklären.

    Das Preisgeld für den zweiten Platz betrug 1.000 €.

    Auf den dritten Platz kam die Pressemitteilung „Wirtschaftsforscher: Nett sein kann sich lohnen“ des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Innsbruck. Damit gehört erstmals eine österreichische Einrichtung zu den Preisträgerinnen.
    http://idw-online.de/de/news679549

    Das Thema – die Wirkung von Lob und Anerkennung – besticht durch seine Alltagsrelevanz, jeder kennt diese Situation. Bei aller wissenschaftlicher Relevanz und Seriosität des Geschilderten musste die Jury schmunzeln. Gesellschaftlich ermutigend ist die Schlussfolgerung: Immaterielle Anreize wie Anerkennung und Lob werden wohl unterschätzt und monetäre Anreize eher überschätzt. Die Pressestelle hat nach Urteil der Jury den Inhalt handwerklich gut verpackt. Alle zentralen Aussagen werden gleich zu Anfang knapp und in einer klaren Sprache dargestellt, es folgen eine transparente Schilderung des Experimentaufbaus, eine Einordnung der Forschungsergebnisse und Hinweise auf die Förderer der Studie bzw. die im Open Access zugängliche Originalpublikation.

    Das Preisgeld für den dritten Platz betrug 500 €.

    Der idw-Preis

    Journalistenpreise gibt es mehr als 500 allein in Deutschland. Ein wichtiges Rohmaterial für viele journalistische Arbeiten wird jedoch kaum je ausgezeichnet: gute Pressemitteilungen. Darum verleiht der Informationsdienst Wissenschaft (idw) e. V. seit 2009 den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation für die drei besten Pressemitteilungen, die im Vorjahr über idw-online.de veröffentlicht wurden.

    Auf der idw-Website werden jährlich rund 20.000 Pressemitteilungen aus rund 1.000 Hochschulen, Instituten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen verbreitet. Der idw gibt den angeschlossenen Pressestellen Qualitätsstandards für die Inhalte vor, werbliche Aussagen z. B. sind unzulässig. Der idw e. V. war 2016 die erste Einrichtung, die ihren Mitgliedern die Anwendung der „Leitlinien zur guten Wissenschafts-PR“ in der täglichen Arbeit empfohlen hat.
    http://idw-online.de/de/quality

    Als Qualitätsanreiz schreibt der idw jährlich den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation aus. Der Preis würdigt im Vorjahr im idw veröffentlichte Pressemitteilungen, die von hoher handwerklicher Professionalität (Qualität), überragendem Nachrichtenwert (Relevanz) und wissenschaftlicher Bedeutung (Originalität) sind. Die Jury gewichtet Qualität und Relevanz mit je 40 % und Originalität mit 20 %. Die Pressestellen erhalten das Preisgeld für die weitere Qualitätssicherung und -verbesserung ihrer Kommunikationsarbeit.

    Die Jury

    Der Jury gehörten in diesem Jahr an:
    - Dr. Stefan Kröpelin, Geologe und Klimaforscher an der Universität zu Köln, Communicator-Preisträger und besonders medienerfahrener Wissenschaftler
    - Christoph Koch, Ressortleiter „Wissen“ beim Stern und Redaktionsleiter von „Dr. v. Hirschhausens Stern Gesund Leben“
    - Nicola Kuhrt, freie Medizinjournalistin
    - Magdalena Schaeffer, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG und idw-Vorstandsmitglied
    -Patrick Bierther, Journalist und stv. Geschäftsführer des idw, zu dessen Aufgaben die Qualitätssicherung der transportierten Pressemitteilungen gehört

    Der idw

    Neben Pressemitteilungen veröffentlicht der idw auf seiner Website idw-online.de jährlich mehrere Tausend Terminhinweise auf Wissenschaftsveranstaltungen. Außerdem vermittelt er Journalisten Experten aus der Wissenschaft. Für die Empfänger sind die Inhalte kostenlos, sie können sie ganz nach ihren individuellen thematischen und geografischen Interessen filtern. 37.000 Abonnenten, darunter fast 8.000 Journalisten, nutzen Angebote des idw regelmäßig. Dem gemeinnützigen Informationsdienst Wissenschaft e. V. als Betreiber von idw-online.de gehören rund 1.000 Einrichtungen aus der Wissenschaft an: Hochschulen, Forschungsinstitute, Ministerien und andere wissenschaftliche, forschende oder forschungsfördernde Institutionen.

    Bei Fragen steht Ihnen das idw-Team unter service@idw-online.de gern zur Verfügung.


    Weitere Informationen:

    http://idw-online.de/de/idwaward Über den idw-Preis


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Die Preisträger mit den idw-Vorstandsmitgliedern Dr. Ulf Richter (ganz li.) und Josef Zens (ganz re.) v. l. n. r.: Mathias Rauck (2. Platz), Verena Müller (1.), Dr. Christian Flatz (3.).


    Zum Download

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