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13.04.2018 10:07

CHE Fakultätsmanagement-Umfrage: Zwei Drittel der Befragten verfügen über finanzielle Flexibilität

Britta Hoffmann-Kobert Bereich Dialog und Veranstaltungen
CHE Centrum für Hochschulentwicklung

    Welche Rolle spielen die Fakultäten bei der Finanzstrategie einer Hochschule? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Untersuchung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Die Ergebnisse einer Befragung unter rund 500 Personen aus dem Fakultätsmanagement zeigt: Einzelne Steuerungselemente wie Globalbudgets oder Zielvereinbarungen müssen noch besser aufeinander abgestimmt werden.

    Fakultäten spielen an deutschen Hochschulen eine wichtige Rolle: Sie sind der Ort von Lehre und Forschung. Dabei sollen sie ihre Ziele strategisch entwickeln und Finanzmittel bestmöglich einsetzen. Dies führt regelmäßig zu kleinen und großen Herausforderungen, sei es die Weiterbeschäftigung von Personal, die Akkreditierung von Studienangeboten oder die Förderung von Forschungsschwerpunkten. Die Hochschulreformen der vergangenen Jahre haben zur Bewältigung dieser Herausforderungen ein Konzept entwickelt:

    • Globalbudgets und Personalkostenbudgetierung der Fakultäten sollen die nötige finanzielle Flexibilität schaffen, um vor Ort in den Fakultäten Probleme zu lösen.
    • Zielvereinbarungen und das Prinzip der leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) sollen an den Fakultäten Leistungsanreize und Motivation für gemeinsame Ziele schaffen.

    Eine Analyse des CHE hat den Einsatz und die Effekte dieser vier Steuerungsmechanismen in der Hochschulpraxis untersucht. Datengrundlage war eine Befragung von rund 500 Personen aus dem Fakultätsmanagement an deutschen Hochschulen. Das Ergebnis ist: Nicht alle Instrumente wirken aus Sicht der Fakultät wie gedacht, richtig miteinander kombiniert kann dennoch ein positiver Gesamteffekt entstehen.

    Rund zwei Drittel der Befragten praktizieren an ihren Hochschulen Globalbudgets, Zielvereinbarungen und LOM. Bei der Personalkostenbudgetierung, also der Möglichkeit auch Personalmittel in der Fakultät zu steuern, liegt der Wert mit 40 Prozent etwas niedriger. Vor allem für kleine Hochschulen scheint dieser Steuerungsansatz nicht immer umsetzbar zu sein.

    Während Globalhauhalte und Personalkostenbudgetierung aus Sicht der Befragten tatsächlich entscheidend dazu beitragen, dass die Fakultäten strategische Projekte umsetzen und Probleme lösen können, scheinen LOM und Zielvereinbarungen auf den ersten Blick ihre Funktion zu verfehlen: Nur etwa 30 Prozent der Befragten sehen in den Instrumenten die erhoffte motivierende Wirkung auf die Wissenschaftler. Doch es gibt auch positive Effekte: Die Zielvereinbarungen werden insbesondere für geeignet gehalten, das Vertrauen zwischen Hochschulleitung und Fakultäten zu stärken, an der LOM wird besonders die transparenzfördernde Wirkung geschätzt.

    „Daraus resultiert ein Auftrag an die Gestaltung der Instrumente“, stellt CHE Geschäftsführer Frank Ziegele fest. „Wenn die Hochschulleitung die Effekte der Indikatoren der leistungsorientierten Mittelvergabe den Fakultäten über Berichte transparent macht und im Rahmen der Zielvereinbarung der Fakultät einen Vertrauensvorschuss kommuniziert, dann setzen diese Instrumente einen guten Rahmen für die finanziellen Freiheiten der Fakultät.“

    Insgesamt beobachten die CHE Autoren noch zu viel Nebeneinander der einzelnen Instrumente und empfehlen sogenannte „package deals“, in denen die Instrumente besser aufeinander abgestimmt statt unabhängig voneinander entwickelt werden. „Entscheidend ist bei allem auch der Faktor Mensch“, so Ziegele, „schließlich wirken die diskutierten Instrumente besser, wenn das Fakultätsmanagement das Scharnier zwischen der Organisation Hochschule und den Wissenschaftlern in den Fakultäten bildet.“ Dafür würde dort das Fachwissen um die Technik der Steuerungsinstrumente genauso benötigt wie etwa Verhandlungsgeschick und Überzeugungskraft.

    Das CHE begleitet die Entwicklung des Fakultätsmanagements an Hochschulen bereits seit 14 Jahren mit Untersuchungen, Publikationen und Veranstaltungen. Hierzu gehört auch das „CHE Forum Fakultätsmanagement“, das in diesem Jahr am 4./5. Juni in Kassel stattfindet.

    Ein ausführliches Interview mit CHE Geschäftsführer Frank Ziegele zum Thema ist in der aktuellen Ausgabe „Wissenschaft & Management“ (13.04.2018) erschienen. Das E-Journal aus dem DUZ Medienhaus erscheint mit 10 Ausgaben pro Jahr und kann unter https://shop.duz-medienhaus.de/wim.html abonniert werden.

    Über diese Studie
    Im Auftrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung untersuchte CHE Consult die internen Steuerungsinstrumente in deutschen Hochschulen. Grundlage der Analyse waren die Ergebnisse einer Befragung von rund 500 Hochschulmitarbeitern im Jahr 2016. Hierzu zählten Professor(inn)en, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter(innen) sowie Verwaltungsdirektor(inn)en. Autoren der Studie „Rahmenbedingungen und Effekte von Steuerungsinstrumenten in Fachbereichen und Fakultäten an deutschen Hochschulen“ sind Thimo von Stuckrad, Frank Ziegele, Christian Berthold und Lukasz Hill. Sie ist der erste von zwei Teilen der „Untersuchung Fakultätsmanagement 2016“ die im Frühjahr 2018 veröffentlicht werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.che.de/downloads/CHE_AP_208_Fakultaetsmanagement_2016_Effekte_Steueru... - Studie Fakultätsmanagement als Download
    http://www.che.de/downloads/WM0318_Fak_Management_Interview_Ziegele_2128.pdf - Interview mit Frank Ziegele zum Thema
    http://www.hochschulkurs.de/cms/?getObject=325&getLang=de&strAction=prog... - Informationen zum CHE Forum Fakultätsmanagement (4./5. Juni in Kassel)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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