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19.04.2018 12:48

„Nicht geboren, sondern erkoren“ – 6. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance

Dr. Klauspeter Strohm Referat für Information und Kommunikation
Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

    119 Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Beratung folgten am 16. und 17. April 2018 der Einladung von Frau Prof. Dr. Michèle Morner und Herrn Prof. Dr. Ulf Papenfuß zur 6. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance. Sie diskutierten über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Corporate Governance und des Beteiligungsmanagements von öffentlichen Unternehmen.

    Die Experten beschäftigten sich mit einem breiten Spektrum an Themen von der Aufsichtsratsarbeit und dessen Zusammensetzung, über Geschäftsführervergütung bis hin zum Public Corporate Governance Kodex. Der Public Corporate Governance Kodex des Bundes wurde seit 2009 nicht mehr überarbeitet, trotz der ursprünglich versprochenen regelmäßigen Prüfung. Auch die Aufsichtsräte vieler öffentlicher Unternehmen stehen in der Kritik. Ihnen wirft man oft vor, sie seien zumeist lediglich nach Fraktionskalkül ausgewählt und brächten nur selten eine ausreichende betriebswirtschaftliche Kompetenz für die Aufsichtsratstätigkeit mit. Prof. Christian Strenger, akademischer Direktor am Center for Corporate Governance der Handelshochschule Leipzig, spricht vor diesem Hintergrund von einer „Governance Light“. Wie diese Situation verbessert und Aufsichtsräte effizienter und effektiver werden können, wurde in mehreren Vorträgen und Diskussionen aufgezeigt.

    Dennoch war man sich insgesamt einig, dass öffentliche Aufsichtsräte besser sind als ihr Ruf. Laut Dr. Jürgen Allerkamp von der Investitionsbank Berlin gäbe es genauso viele gute und schlechte Aufsichtsräte in öffentlichen Unternehmen, wie bei den privaten. Dem stimmt auch Harald Riedel, Stadtkämmerer von Nürnberg, zu. Es erfordere eine Bandbreite verschiedenster Spezialkenntnisse in den Aufsichtsräten öffentlicher Unternehmen. So seien nicht nur Bilanzexperten gefragt. Ein Sozialpädagoge etwa bringe ebenso einen wichtigen Beitrag für ein öffentliches Wohnungsbauunternehmen mit. Wichtig ist es, einen Aufsichtsrat zu „komponieren“, der vielfältige Kenntnisse vereint und, wo notwendig, geschult und weitergebildet wird. Aufsichtsratsmitglieder werden nun einmal nicht als solche „geboren“, sondern idealerweise sorgfältig ausgewählt und „erkoren“.

    Diskutiert wurde auch der Umgang mit dem eigentlichen Zweck eines öffentlichen Unternehmens. Der Keynote-Vortrag von Arne Schneider - Abteilungsleiter im Finanzressort der Freien Hansestadt Bremen - mahnte dazu, dass man immer im Auge behalten soll, worin der eigentliche Zweck der öffentlichen Beteiligung liegt und ob sie diesen noch erfüllt. Dies sei wichtiger als lediglich auf die bloße Erfüllung von finanziellen Zielen zu schauen. Dafür wird es auch notwendig eine kohärente Eigentümerstrategie zu besitzen. So müssen sich Kommunen, Länder und Bund insgesamt klar machen, welche Gemeingüter sie erbringen wollen und welche Wirkungen sie sich von ihren Beteiligungen erwarten.

    Die Tagung, die Prof. Dr. Michèle Morner von der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer gemeinsam mit Prof. Dr. Ulf Papenfuß von der Zeppelin Universität Friedrichshafen leitet, hat sich zu einer der wichtigsten Plattformen des Austausches für Themen der Public Corporate Governance in Deutschland entwickelt. Auch die diesjährige Tagung bot einen Rahmen zum gegenseitigen Austausch und kritischer Auseinandersetzung zu aktuellen Themen, die die Public Corporate Governance im nächsten Jahr voranbringen werden. Im kommenden Jahr wird die 7. Speyerer Tagung zu Public Corporate Governance vom 8. bis 9. April 2019 stattfinden.

    Kurzvita:
    Univ.-Prof. Dr. Michèle Morner ist Inhaberin des Lehrstuhls für Personal, Führung und Ent-scheidung im öffentlichen Sektor an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaf-ten Speyer und Leiterin des Wissenschaftlichen Instituts für Unternehmensführung und Cor-porate Governance, Berlin. Univ.-Prof. Dr. Ulf Papenfuß ist Inhaber des Lehrstuhls für Public Management und Public Policy an der Zeppelinuniversität Friedrichshafen.

    Kontakt und weitere Informationen zur Tagung:
    Univ.-Prof. Dr. Michèle Morner, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, Postfach 1409 - 67324 Speyer, Freiherr-vom-Stein-Straße 2 , D-67346 Speyer, Telefon: +49 (0) 6232 654-275, Telefax: +49 (0) 6232 654-279, E-Mail: morner@uni-speyer.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


    119 Teilnehmer folgten der Einladung zur 6. Public Corporate Governance Tagung


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    Prof. Morner und Prof. Papenfuß (v.l.n.r.) freuen sich über eine gelungene Tagung


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