Wie lassen sich antike Gerüche rekonstruieren?

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26.04.2018 15:11

Wie lassen sich antike Gerüche rekonstruieren?

Nicole Kehrer Pressestelle
Deutsches Archäologisches Institut

    Einem Team des Deutschen Archäologischen Instituts gelingen bei der Untersuchung von Weihrauchrückständen aus der Oase Tayma (Saudi-Arabien) überraschende Ergebnisse

    Im Rahmen des DAI-Projekts in der Oase Tayma im Nordwesten Saudi-Arabiens untersuchte ein interdisziplinäres Team rund um Barbara Huber Rückstände von Weihrauch, die aus mehr als 60 Weihrauchbrennern der Oase stammen. Huber und ihren Kolleg*innen aus dem Tayma-Projekt (A. Hausleiter), dem Referat Naturwissenschaften des DAI (M. Dinies) sowie des Instituts für Ökologie der Technischen Universität Berlin (J. Christopher, I. Säumel, Th. L. Huong Pham) gelang im Labor der Nachweis, dass in Tayma unterschiedliche Aromata für die Erzeugung von Wohlgerüchen verwendet wurden. Neben Pistazie konnten sie Weihrauch und Myrrhe nachweisen. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Aromata offenbar nach funktionellen Kontexten differenziert verwendet wurden (Tempel, Wohnhäuser, Gräber).

    „Die Verwendung dieser Aromata in einer Oase Nordwestarabiens", so Huber, „beleuchtet die Rolle der Oasen als Abnehmer der verhandelten Substanzen und nicht nur als Umschlagplatz". Nach derzeitigem Stand wurden importierte Aromata erst deutlich nach Etablierung des Überlandhandels mit dem domestizierten Dromedar (ab dem Ende des 2. Jahrtausends v. Chr.) in Tayma verwendet.

    Die Untersuchungen sind Gegenstand einer Masterarbeit der Autorin, die sie am Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin durchführt. Diese hat Huber im Rahmen der Frauenförderung einen namhaften Zuschuss zur Durchführung der Analysen bewilligt.

    Posterpräsentation ausgezeichnet
    Beim 11. Internationalen Kongress zur Archäologie des Alten Vorderen Orients (ICAANE) in München (3.-7. April 2018), der weltweit führenden Veranstaltung dieser Art, wurden die bahnbrechenden Ergebnisse erstmals in Form eines Posters mit dem Titel „An Archaeology of Odours: Chemical evidence of ancient aromatics at the oasis of Tayma, NW Arabia" präsentiert. Die Präsentation konnte sich im Wettbewerb mit 60 konkurrierenden Postern durchsetzen und wurde mit dem Poster Award der ICAANE ausgezeichnet. Huber nahm anlässlich eines Abendempfangs eine wissenschaftliche Publikation als Preis aus den Händen der Organisatoren entgegen.

    Das Tayma-Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts
    Das multidisziplinäre Projekt in Tayma basiert auf einer Kooperation zwischen der Saudi Commission for Tourism and Antiquities und der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Unter Leitung von Ricardo Eichmann und Arnulf Hausleiter wird es seit 2004 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (www.dfg.de) gefördert. Den Status eines Langfristvorhabens hat es seit 2008 inne.

    Kontakt:
    Barbara Huber b.huber@fu-berlin.de


    Weitere Informationen:

    https://www.dainst.org/project/42027 - Tayma-Projektseite auf der DAI-Homepage


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Chemie, Geschichte / Archäologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    ICAANE-Poster An Archaeology of Odours


    Zum Download

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    Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts in der Oase Tayma


    Zum Download

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