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14.05.2018 16:12

Energieeffizienz im System denken!

Jörg Walz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

    Der 6. Effizienz-Gipfel Stuttgart zeigt Chancen für die Industrie auf

    Immer mehr Studien zeigen, dass die Energieversorgung der Industrie neu gedacht werden muss, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Die fossilen Energieträger müssen ersetzt, die Effizienz muss massiv gesteigert und der Verbrauch muss flexibilisiert werden. Beim 6. Effizienzgipfel des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion der Universität Stuttgart EEP am 14. Mai 2018 im Sindelfinger Center of Excellence der Daimler AG diskutierten Ex-perten aus Politik, Industrie und Wissenschaft, moderiert von Nina Ruge, die Chancen, die sich für die Industrie ergeben, wenn Effizienz als System gedacht wird.

    Keines der drei Ziele, Umstellung auf nicht-fossile Energieträger, Effizienzsteigerung und Flexibilisierung, wird aktuell durch politische Rahmenbedingungen ausreichend unterstützt und gefördert. An neun Demonstrationsständen wurden daher auf dem Effizienz-Gipfel des EEP im Center of Excellence der Daimler AG Lösungsansätze gezeigt, die eine effiziente und flexible Energieversorgung und -nutzung in der Industrie ermöglichen.

    Der Hausherr Markus Schäfer, Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, eröffnete den Gipfel mit seinem Vortrag Die Produktion von Mercedes-Benz Cars: digital, flexible, green! Er nutz-te den Effizienzgipfel auch, erstmals in der Öffentlichkeit über die ökologische Neuausrichtung der deutschen Mercedes-Benz-Werke zu informieren, was der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller begrüßte. „Da hinkt die Politik hinterher“, so der Minister. Er betonte im Anschluss in seiner Keynote einmal mehr, dass „Efficiency First“ nicht nur ein Slogan der Energiewende bleiben darf. innogy SE-Bereichsleiter Jörn-Erik Mantz legte dar, Worauf sich die Industrie einstellen muss“ und skizzierte ihre künftige Rolle im Energiesystem. Die Politik forderte er unter anderem auf, Randbedingungen für Flexibilitäten und leistungsfähige Netze zu schaffen, eine nachhaltige Versorgung mit digitalen Produkten und Dienstleistungen sicherzustellen sowie die Sektorenkopplung zu unterstützen.

    Dr. Bernhard Quendt, CTO der Division Digital Factory, Siemens AG zeigte die Effizienzpotenziale durch Gleichspannungsnetze in der Industrie auf und Andreas Schierenbeck, der CEO von ThyssenKrupp Elevators berichtete, wie sein Unternehmen mit Linearantrieben Energieeffizienz durch innovative Aufzugtechnik erreicht.
    Der Vorsitzende der Expertenkommission zum Monitoring der Energiewende, Prof. Andreas Löschel schilderte, welchen Stellenwert die Energieeffizienz im Gesamtsystem im neuen Regierungsprogramm hat.

    EEP-Leiter Prof. Alexander Sauer stellte schließlich den neuesten Coup seines Instituts, die innovative, effiziente und flexible Gleichstrom-Fabrik vor: „125 Jahre nachdem Westinghouse mit seinem Großauftrag über eine Million Dollar zur Stromversorgung New Yorks die Wechselspannung zur dominierenden Übertragungsform von Strom machte, werben wir vom EEP zusammen mit namhaften Industriepartnern wie Siemens und Daimler für die Nutzung der Wechselspannung in der Fabrik. Sie bringt erhebliche Fortschritte in Sachen Effizienz, Versorgungsqualität und bindet erneuerbare Stromquellen und Speicher viel besser ein. Sobald die notwendigen Komponenten in Serie hergestellt werden, gehen wir davon aus, dass die Gleichspannungsversorgung auch auf der Investitionsseite bereits Vorteile bietet.

    Zwischen den Vorträgen und Diskussionen stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsinstituts EEP, des Fraunhofer IPA und der Daimler AG neue Forschungsprojekte in kurzen Elevator Pitches vor.

    In den von Nina Ruge moderierten Panels wurden einerseits die Effizienz- und Flexibilitätsziele Deutschlands diskutiert und andererseits, was von der Industrie aktuell zu erwarten ist und welche Chancen sich bieten. Die Diskussionen auf dem Gipfel haben gezeigt: Es geht nur gemeinsam: Politik, Erzeuger, Netze und Verbraucher müssen gemeinsam an Konzepten zur Umsetzung arbeiten. Ein wichtiges Thema sind Gleichspannungsnetze in der Fabrik, sogenannte Industrial Smart DC Grids. Sie stehen noch am Anfang der technologischen Entwicklung, bieten aber ein enormes Potenzial, sowohl zur Effizienzsteigerung als auch zu Kostensenkung.

    Pressekontakt:
    Dr. Birgit Spaeth, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP, Universität Stuttgart
    Nobelstr. 12, 70569 Stuttgart
    Tel.: 0173 74 12422
    birgit.spaeth@eep.uni-stuttgart.de


    Weitere Informationen:

    http://www.eep.uni-stuttgart.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Energie, Informationstechnik, Maschinenbau, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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