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15.05.2018 11:23

EU-Datenschutzgrundverordnung: Chance statt lästiger Pflicht

Christiane Peters Corporate Communications
FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

    Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist nicht nur ein Bußgeldkatalog. Sie bietet Unternehmen und Behörden die Chance, durch optimierte Prozesse sowie zukunftsfähige IT-Infrastrukturen eigene Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu sein. Damit dies gelingt, verfolgen die Schulungs- und Beratungsangebote von Fraunhofer FOKUS daher immer einen strategischen Ansatz.

    Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai EU-weit in Kraft tritt, fördert die informationelle Selbstbestimmung von Privatpersonen, zum Beispiel durch das Recht auf »Vergessenwerden« oder »Datenportabilität«. Mit automatischen Löschroutinen können Speicherkosten reduziert und durch eine Übernahme externer Daten wechselwillige neue Kunden gewonnen werden.
    Um dies zu gewährleisten, sollten Unternehmen und die Verwaltungen die vom Datenschutz ohnehin geforderte Modernisierung der IT-Systeme nach dem Stand der Technik nutzen. So bringt die DSGVO Unternehmen und der Verwaltung nicht nur Mehrarbeit, sondern auch die Chance, Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur zu optimieren, und dadurch nicht nur für mehr Datenschutz, sondern auch für mehr Effizienz und Sicherheit im Unternehmen und in der Verwaltung zu sorgen.

    Fraunhofer FOKUS versteht Datenschutz daher als strategische Aufgabe und unterstützt schon seit vielen Jahren Unternehmen und die Verwaltung nicht nur bei der Erstellung eines Datenschutzkonzepts, sondern auch bei der Optimierung und Absicherung der IT-Infrastruktur im Rahmen eines modernen IT-Architekturmanagements. Mit dem Lernlabor Cybersicherheit bietet die FOKUS-Akademie zusammen mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw) und dem International Software Quality Institute (iSQI) regelmäßig Schulungen zum/r zertifizierten EU-Datenschutzspezialisten/ in an.

    Prof. Dr.-Ing. Ina Schieferdecker, Leiterin des Fraunhofer-Instituts FOKUS erklärt: »Die Verunsicherung, die so knapp vor Inkrafttreten der Verordnung bei Unternehmen und Behörden noch vorherrscht, zeigt: Datenschutz geht nicht nebenbei. Es gibt viel Beratungs- und Schulungsbedarf, gerade weil das Thema strategisch relevant und komplex ist. Wir merken das auch an der Nachfrage nach unseren Lösungen und Angeboten.«

    Ein modernes IT-Architekturmanagement entstand beispielsweise für die »Integrierte Software Berliner Jugendhilfe (ISBJ)«, welches die FOKUS-Forscher vom Geschäftsbereich Digital Public Services bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie seit mehr als zehn Jahren begleiten. Die regelmäßig weiterentwickelten Architekturvorgaben kommen sowohl bei der Auswahl und Einführung von Standardsoftware als auch bei Eigenentwicklungen von IT-Fachverfahren zum Einsatz. FOKUS-Forscher sichern unter anderem die Qualität der Schnittstellen zu verschiedenen Fachdiensten, erstellen Informationssicherheits- und Datenschutzkonzepte und begleiten Freigabeprozesse durch die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit. Aktuell wird in einem Redesign der Einsatz von Microservices, kleinen, modularen Diensten innerhalb eines Softwaresystems, und Business-Intelligence-Software umgesetzt.

    Die datenschutzkonforme Softwareeinführung in Verwaltung und Unternehmen wird allerdings dadurch erschwert, dass es aktuell noch wenige Softwareprodukte gibt, die die in der DSGVO geforderten Grundsätze des Datenschutzes durch Technik »data protection by design« und durch sichere Voreinstellungen »data protection by default« einhalten. Fraunhofer-FOKUS berät Unternehmen bei der Entwicklung und Bewertung von datenschutzkonformer Software. Die Fraunhofer-Forscher haben zum Beispiel aus der eigenen Entwicklungsmethodik eine Prüfmethodik abgeleitet, die Software und deren Entwicklungsprozesse danach bewertet, ob auch der Datenschutz berücksichtigt wurde. Dies bedeutet, dass beispielsweise Eingabemasken so konfigurierbar sind, dass nur noch für den Zweck erforderliche Daten erfasst werden können.

    Termine und weitere Informationen zur Schulung zum/r EU-Datenschutz Spezialist/in:
    https://www.academy.fraunhofer.de/de/weiterbildung/information-kommunikation/cyb...

    Projektseite Integrierte Software Berliner Jugendhilfe (ISBJ): https://www.fokus.fraunhofer.de/de/dps/projekte/isbj


    Fachkontakt:
    Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
    Geschäftsbereich Digital Public Services
    Holger Kurrek
    holger.kurrek@fokus.fraunhofer.de

    Pressekontakt:
    Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
    Referentin Corporate Communications
    Mitra Motakef-Tratar
    Telefon: +49 30 3463-7517
    mitra.motakef-tratar@fokus.fraunhofer.de


    Fraunhofer FOKUS
    Fraunhofer FOKUS erforscht die Digitale Vernetzung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Seit 1988 unterstützt es Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Verwaltung in der Gestaltung und Umsetzung des digitalen Wandels. Dazu bietet Fraunhofer FOKUS Forschungsleistungen von der Anforderungsanalyse über Beratung, Machbarkeitsstudien, Technologieentwicklung bis hin zu Prototypen und Piloten in den Geschäftsbereichen Digital Public Services, Future Applications and Media, Quality Engineering, Smart Mobility, Software-based Networks, Vernetzte Sicherheit, Visual Computing und Analytics an. Mit rund 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin und einem jährlichen Budget von 30 Millionen Euro ist Fraunhofer FOKUS das größte IKT-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft. Es erwirtschaftet rund 70 Prozent seines Budgets aus Aufträgen der Industrie und der öffentlichen Hand.


    Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Mehr als 25 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen das jährliche Forschungsvolumen von 2,3 Milliarden Euro. Davon fallen knapp 2 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Rund 70 Prozent dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Internationale Kooperationen mit exzellenten Forschungspartnern und innovativen Unternehmen weltweit sorgen für einen direkten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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