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15.05.2018 15:04

DGAUM unterstützt Ärztetagsbeschlüsse zur Stärkung der Arbeitsmedizin in Betrieben

Dr. Thomas Nesseler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.

    Die beiden Beschlüsse des 121. Deutsche Ärztetages, „Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten“ und „Keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte“ werden von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) uneingeschränkt begrüßt und nachhaltig unterstützt. Beide Entschließungsanträge gehören zu einem großen Katalog von Entscheidungen, die die Delegierten des Deutsche Ärztetages verabschiedet haben. Der 121. Deutsche Ärztetag war in diesem Jahr vom 8. bis 11. Mai 2018 in Erfurt zu Gast.

    Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten

    Im Vorfeld des Ärztetages konnte die DGAUM als wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft den Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) bei der inhaltlichen Formulierung des ersten Entschließungsantrages „Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten“ beraten. Im beschlossenen Text heißt es konkret: „Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 fordert alle verantwortlichen und zuständigen Akteurinnen und Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und insbesondere die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf, die ärztlichen Kompetenzen im Arbeitsschutz uneingeschränkt zu erhalten und zu stärken. Es muss allen Versuchen entschieden entgegengetreten werden, arbeitsmedizinische Leistungen und betriebsärztliche Tätigkeiten durch andere Berufsgruppen zu substituieren. Neue Arbeitsformen und der technologische Fortschritt erfordern es, dass gerade Arbeitsmediziner und Betriebsärzte im Wege des Arbeitsschutzes bereits frühzeitig gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten erkennen. Sie haben deshalb ein Alleinstellungsmerkmal für Gesundheitsfragen im Betrieb und nehmen eine wichtige Funktion sowohl im Feld der betrieblichen Prävention als auch an der Schnittstelle zur kurativen und rehabilitativen Medizin ein. Nur so können Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz mit den dynamisch sich vollziehenden Veränderungen in der Arbeitswelt Schritt halten.“

    Keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte

    Darüber hinaus begrüßt und unterstützt die DGAUM den ebenfalls beschlossenen Antrag von insgesamt acht Delegierten um Dr. Peter Czeschinki, Münster, die keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte gefordert hatten: „Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 lehnt die Pläne der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zur Substitution betriebsärztlicher Tätigkeiten durch Nichtärzte entschieden ab. Die DGUV diskutiert im Rahmen der Novellierung der Vorschrift 2 zur arbeitsmedizinischen Betreuung in der Grundbetreuung die Substitution einer den gesamten Menschen umfassenden fachärztlichen arbeitsmedizinischen Betreuung durch andere Berufsgruppen, wie z. B. Ergonomen, Arbeitspsychologen, Gesundheitswissenschaftler usw. Darüber hinaus ist eine Halbierung der betriebsärztlichen Mindesteinsatzzeit in der Betreuungsgruppe III von zwölf auf sechs Minuten pro Beschäftigtem und Jahr vorgesehen. In sechs Minuten ist keine qualitativ hochwertige arbeitsmedizinische Betreuung mit ihren vielfältigen Facetten zu gewährleisten, erst recht nicht, wenn auch noch psychische Belastungen zur Sprache kommen. Sofern auch noch andere Professionen in die Grundbetreuung in der Gruppe III eingebaut werden, bleibt es nicht bei sechs Minuten, sondern davon gehen z. B. noch Zeiten für einen Gesundheitswissenschaftler ab. Von dieser Neuregelung sind auch Beschäftigte im Gesundheitswesen, insbesondere angestellte Ärztinnen und Ärzte in Rehabilitationseinrichtungen, Arztpraxen bzw. medizinischen Versorgungszentren (MVZ) betroffen.“

    Der Deutsche Ärztetag

    Der Deutsche Ärztetag ist die Hauptversammlung der Bundesärztekammer, das »Parlament der Ärzteschaft«, und findet einmal jährlich an wechselnden Orten statt. Die 17 deutschen Ärztekammern entsenden insgesamt 250 Abgeordnete zum Deutschen Ärztetag. Zu den Aufgaben des Deutschen Ärztetages gehört es, länderübergreifende Regelungen zum Berufsrecht (z. B. die Muster-Berufsordnung und die Muster-Weiterbildungsordnung) zu erarbeiten und zu verabschieden sowie die Positionen der Ärzteschaft zu aktuellen gesundheits- und sozialpolitischen Diskussionen der Gesellschaft zu artikulieren und sie der Öffentlichkeit zu vermitteln.

    Weitere Informationen zum 121. Deutschen Ärztetag sowie das Beschlussprotokoll zum Download erhalten Sie auf der Webseite der Bundesärztekammer unter http://www.bundesaerztekammer.de/.

    Kontakt DGAUM:

    Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.
    Hauptgeschäftsführer: Dr. Thomas Nesseler
    Presse: Berit Kramer
    Schwanthaler Str. 73 b • 80336 München
    Tel. 089/330 396-0 • Fax 089/330 396-13
    E-Mail: gs@dgaum.de
    http://www.dgaum.de

    Über DGAUM:

    Die DGAUM wurde 1962 gegründet und ist eine gemeinnützige, wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft der Arbeitsmedizin und der klinisch orientierten Umweltmedizin. Ihr gehören heute über 1000 Mitglieder an, die auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin arbeiten, vor allem Ärztinnen und Ärzte, aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen wie etwa Natur- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die Mitglieder der Fachgesellschaft engagieren sich nicht nur in Wissenschaft und Forschung, um so bereits bestehende Konzepte für die Prävention, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern, sondern sie übernehmen die ärztliche und medizinische Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an der Schnittstelle von Individuum und Unternehmen. Darüber hinaus beraten die Mitglieder der DGAUM alle Akteure, die ihren Beitrag zu der medizinischen Versorgung leisten und auf Fachwissen aus der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention, der arbeits- und umweltbezogenen Diagnostik und Therapie, der Beschäftigungsfähigkeit fördernden Rehabilitation sowie aus dem versicherungsmedizinischen Kontext angewiesen sind. Weitere Informationen unter http://www.dgaum.de.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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