idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
15.05.2018 16:09

Von Nanostrukturen und Quanteneffekten

Celina Begolli Dezernat Presse und Kommunikation
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

    Nanowissenschaftler Markus Ternes wechselt mit Heisenberg-Professur an die RWTH Aachen University und das Forschungszentrum Jülich

    In der Welt der einzelnen Atome und Moleküle gelten die Gesetze unseres makroskopischen Alltags nicht mehr uneingeschränkt. In dieser Nanowelt, in der Quanteneffekte eine entscheidende Rolle spielen, betreibt Professor Markus Ternes seine Forschung. Ternes forscht nun an der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich. Im Rahmen einer Heisenberg-Professur übernahm der Physiker das Lehr- und Forschungsgebiet Spin Engineering am Lehrstuhl für Experimentalphysik der RWTH und forscht zusätzlich am Peter Grünberg Institut, Functional Nanostructures at Surfaces (PGI-3) des Forschungszentrums Jülich.

    Markus Ternes forscht an Struktur und Dynamik atomarer und molekularer Modellsysteme. Für seine Untersuchungen benutzt er eine Kombination sogenannter Rastertunnel- und Rasterkraftmikroskope, in dem eine ultrafeine Spitze als Sensor fungiert, um kleinste elektrische Ströme durch und mechanische Kräfte zwischen einzelnen Atomen und Molekülen zu messen und die Systeme aktiv zu beeinflussen. Ziel ist es, Plattformen zu finden, die sich für komplexe Quantensimulationen eignen. Mit seiner Ausrichtung auf Spin-basierte Untersuchungen ergänzt der Physiker die komplementär aufgestellte Forschung in Aachen und Jülich und kann von den hervorragenden Infrastrukturen beider Standorte profitieren.

    Quantenmechanische Vorgänge zu verstehen, hat einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit zukünftiger Computersysteme. Herkömmliche Systeme werden in Bezug auf schnelle Datenverarbeitung bald an ihre Grenzen stoßen. Quanteneffekte sind eine aussichtsreiche Option, um die Leistung zukünftiger Rechner zu steigern. Die Forschung in diesem Bereich ist darüber hinaus auch für weitere Gebiete von enormer Bedeutung. Ein Ziel in den Nanowissenschaften ist beispielsweise, nicht nur die quantenmechanischen Wechselwirkungen zu verstehen, sondern diese auch gezielt zu nutzen, um einerseits neuartige Materialien zu entwickeln und andererseits mittels Quantensimulatoren und schlussendlich auch freiprogrammierbaren Quantenrechnern, klassisch nicht lösbare Probleme anzugehen.

    Vor der Einwerbung der Heisenberg-Professur und dem Wechsel nach Aachen und Jülich war der gebürtige Duisburger Gruppenleiter am Max-Planck Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und habilitierte an der Universität Konstanz. Am Max-Planck Institut untersuchte der Physiker unter anderem, wie Korrelationen zwischen den vielen Elektronen eines Metalls einerseits und magnetischen Atomen und Molekülen andererseits entstehen und gesteuert werden können. Zuvor promovierte Ternes mit Auszeichnung zum Thema "Einzelatomspektroskopie" an der Ecole Polytechnique in Lausanne/Schweiz. Später zog es ihn nach Kalifornien. Er leistete Pionierarbeit bei der kontrollierten Manipulation und der Bestimmung magnetischer Eigenschaften einzelner Atome auf Oberflächen am IBM-Forschungslabor am Rande des Silicon Valleys. Seine breite Expertise nutzt der junge Wissenschaftler, um Nanostrukturen und quantenmechanische Vorgänge zu entschlüsseln.

    Die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Heisenberg-Professur bereitet herausragende junge Kandidatinnen und Kandidaten auf Leitungspositionen vor. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben durch die Professur die Gelegenheit, ein eigenes Forschungsgebiet an einer Hochschule zu etablieren. Weitere Infos: http://www.dfg.de/dfg_magazin/wissenschaftliche_karriere/heisenberg/kurz_erklaer...

    Kontakt:
    Prof. Dr. Markus Ternes
    Lehrstuhl für Experimentalphysik (Festkörperphysik) und II. Physikalisches Institut
    Lehr- und Forschungsgebiet Spin Engineering
    RWTH Aachen University
    Tel: +49 241 80 27099
    E-Mail: ternes@physik.rwth-aachen.de

    Peter Grünberg Institut
    Functional Nanostructures at Surfaces (PGI-3)
    Forschungszentrum Jülich
    Tel: +49 2461 61-6381
    E-Mail: m.ternes@fz-juelich.de

    Pressekontakt:
    Sabine Prall
    Pressereferentin
    Jülich Aachen Research Alliance (JARA)
    Tel.: +49 2461 61 96421
    Fax: +49 2461 61 1816
    Mobil: +49 151 5105796
    E-Mail: s.prall@jara.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Personalia
    Deutsch


    Professor Markus Ternes erhielt eine Heisenberg-Professur an der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay