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Wissenschaftsjahr


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16.05.2018 10:39

Vorstellung des Jahresberichts 2017 - Fraunhofer-Gesellschaft setzt Erfolgskurs fort

Thomas Eck Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft

    2017 war für die Fraunhofer-Gesellschaft und ihre Institute erneut ein erfolgreiches Jahr, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Finanzvolumen von rund 2,3 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die kontinuierliche Entwicklung des Forschungsportfolios baute das Leistungsangebot sowie die bestehende Expertise aus, erschloss neue Technologietrends und integrierte diese in die eigene Forschung. Darüber hinaus hat der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft die Agenda Fraunhofer 2022 erarbeitet: Ihr Ziel ist die weitere Steigerung des Impacts für Wirtschaft und Gesellschaft durch Exzellenz und Synergien.

    Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. mit Hauptsitz in München betreibt deutschlandweit 72 Fraunhofer-Institute und -Einrichtungen. Rund 25 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, erwirtschaften ein jährliches Finanzvolumen von 2,3 Milliarden Euro. Davon entfallen knapp 2,0 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Mit einem Anteil von rund 90 Prozent macht dieser Bereich das Kerngeschäft der Fraunhofer-Gesellschaft aus. Der Haushalt Vertragsforschung wuchs 2017 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 1992 Millionen Euro. Insgesamt war das Finanzvolumen 2017 stärker als im Vorjahr durch Investitionen geprägt. Mit insgesamt 346 Millionen Euro investierte Fraunhofer 52 Prozent mehr als im Vorjahr und konnte damit wieder auf das hohe Niveau in früheren Jahren aufschließen.

    Unter den Forschungseinrichtungen in Deutschland ist Fraunhofer nach wie vor Spitzenreiter bei der Anzahl der Erfindungen, der neu angemeldeten Patente und der Gesamtanzahl der gewerblichen Schutzrechte. Auch im Vergleich zu Industrieunternehmen besetzt Fraunhofer eine hervorragende Stellung. Im Jahr 2017 meldeten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft 756 Erfindungen. Davon wurden 602 als prioritätsbegründende Patentanmeldungen bei den Patentämtern eingereicht; das entspricht mehr als zwei Patentanmeldungen pro Arbeitstag.

    Strategische Entwicklung und zukunftsorientierter Ausbau

    Fraunhofer entwickelt das eigene Forschungsportfolio kontinuierlich weiter und erschließt neue Technologietrends nicht nur in bestehenden Fraunhofer-Instituten, sondern auch durch die Integration externer Einrichtungen sowie durch den Aufbau neuer Projektgruppen und deren Überführung in eigenständige Fraunhofer-Institute. »Forschung und Innovation sind Kernelemente der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands. Dies muss stets aufs Neue erarbeitet und gesichert werden. Daher ist es essentiell, Forschung nicht nur exzellent und effizient zu betreiben, sondern auch neue Themen frühzeitig zu identifizieren, sie aktiv zu besetzen und voranzutreiben«, erläutert Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

    Im Jahr 2017 wurden die Integration von zwei externen Einrichtungen, die Gründung zweier Fraunhofer-Institute sowie einer Fraunhofer-Einrichtung angestoßen, sodass Fraunhofer seit Anfang 2018 insgesamt 72 Fraunhofer-Institute und -Einrichtungen betreibt. »Die neuen Einrichtungen sind wichtige Bausteine beim Ausbau der Kompetenzen der Fraunhofer-Gesellschaft in strategisch wichtigen Bereichen wie der Additiven Fertigung, der Mikrostrukturtechnik, Nanotechnologie und der Windenergie«, so Prof. Neugebauer.

    Wissenschaftspolitische Rahmenbedingungen

    Die Förderung von Bildung und Forschung bleibt auch nach der Bundestagswahl ein wichtiger politischer Schwerpunkt. Der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) stieg 2017 auf 17,6 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft konnte hiervon profitieren. Der Bundestag verabschiedete mit erstmaliger Wirkung für 2017 eine Erhöhung der Grundfinanzierung um 60 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Die Länder schlossen sich der Erhöhung an und ergänzten im Rahmen der 90:10-Finanzierung weitere 7 Millionen Euro. Durch ein anhaltend starkes Wachstum der Projekterträge war der Anteil der Grundfinanzierung am Gesamtetat der Fraunhofer-Gesellschaft in den vergangenen Jahren tendenziell rückläufig und wurde nun wieder gemäß dem Fraunhofer-Modell auf rund ein Drittel angehoben.

    Agenda Fraunhofer 2022: Langfristig zukunftsfähig

    Neue Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Technik bedeuten stets auch neue Herausforderungen. Dazu gehört die zunehmende Komplexität der global vernetzten Wertschöpfungsketten sowie die Durchdringung der digitalen Transformation in vielen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Um solche Chancen richtig nutzen zu können, hat der Vorstand die Agenda Fraunhofer 2022 erstellt, gegliedert in die Handlungsfelder Forschung, Transfer, gute Unternehmensführung und Digitalisierung. In diesem Umfeld will Fraunhofer das eigene Wachstum so gestalten, dass sowohl Produktivität und Wertschöpfung quantitativ noch weiter zunehmen als auch neue Qualitäten in Form disruptiver Innovationen entstehen.

    Die Agenda Fraunhofer 2022 orientiert sich konsequent an der Mission der Fraunhofer-Gesellschaft. »Ihre generelle Zielsetzung ist die Steigerung des Impacts für Wirtschaft und Gesellschaft durch Exzellenz und Synergie. Wir wollen als vernetzter Innovator mit effizienten Forschungs- und Transferstrukturen unsere Alleinstellungsmerkmale ausbauen und so unsere Attraktivität für Auftraggeber noch mehr erhöhen«, verdeutlicht Neugebauer.

    Ausgründungen und Beteiligungen

    2017 gab es eine hohe Dynamik im Beteiligungsportfolio. Die Fraunhofer-Gesellschaft war zum Bilanzstichtag an insgesamt 85 Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen beteiligt. Dabei investierte die Fraunhofer-Gesellschaft insgesamt eine Millionen Euro ins Eigenkapital der Beteiligungen. Es kamen acht Unternehmen hinzu, bei denen sich die Fraunhofer-Gesellschaft am Grund- bzw. Stammkapital beteiligt.

    Auch Ausgründungen sind ein integraler Bestandteil der Verwertungsaktivitäten bei Fraunhofer. Im Jahr 2017 unterstützte Fraunhofer 33 neue Ausgründungsprojekte; es gingen 25 Spin-offs aus der Fraunhofer-Gesellschaft hervor. Fraunhofer hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl die Anzahl der Ausgründungen als auch den Anteil des Wirtschaftsertrags mit Spin-offs am Gesamtwirtschaftsertrag zu steigern.

    Auf internationaler Ebene spiegelt sich der Erfolg im anhaltend hohen Niveau der Auslandserträge wider. Im Jahr 2017 beliefen sich diese auf insgesamt 311 Millionen Euro (ohne Lizenzerträge) und erreichten damit ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Neuer Vorstand für Controlling und Digitale Geschäftsprozesse

    Nach rund 15-jähriger Amtszeit beendete Prof. Alfred Gossner zum 31. Dezember 2017 sein Mandat als Vorstand für Finanzen, Controlling und IT. Fraunhofer dankt Alfred Gossner für seine langjährige erfolgreiche Arbeit. Als Nachfolger wählte der Fraunhofer-Senat einstimmig Diplom-Kaufmann Andreas Meuer zum neuen Vorstand für Controlling und Digitale Geschäftsprozesse. Andreas Meuer ist seit 1992 bei Fraunhofer und hatte seitdem verschiedene leitende Funktionen inne. Zuletzt war er Direktor der Hauptabteilung Finanzen, Rechnungswesen und Wirtschaftsplan. Die neue Namensgebung des Vorstandsbereichs spiegelt den künftigen Fokus des Ressorts wider. Das im Vorstandsbereich Controlling und Digitale Geschäftsprozesse verankerte Projekt Fraunhofer Digital verfolgt innerhalb der Agenda Fraunhofer 2022 das strategische Ziel, bei Fraunhofer die effizienteste digitale Administration unter den Forschungsorganisationen zu etablieren.

    Weiterführende Informationen:

    Den vollständigen Fraunhofer-Jahresbericht und weitere Publikationen der Fraunhofer-Gesellschaft finden Sie unter: https://www.fraunhofer.de/de/mediathek.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Wirtschaft
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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