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16.05.2018 15:51

Planen und Ausprobieren für eine Transformative Bildung

Christin Hasken Kommunikation
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

    Projektpartner für das Bildungsprojekt „Neue Qualifizierungsangebote für Change Agents“ kamen in Wuppertal zusammen

    Mit einem eintägigen Workshop am 15. Mai 2018 mit internationalen Gästen startete das neue Forschungsprojekt „Entwicklung, Erprobung und Verbreitung neuer Qualifizierungsangebote für ‚Change Agents’ zu transformativem Lernen am Beispiel Reallabore“ – kurz EEVA – des Wuppertal Instituts unter Leitung von Matthias Wanner. Das Projekt findet in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg und dem Institut Futur an der Freien Universität Berlin statt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt fachlich und finanziell für drei Jahre. Ziel des Projektes ist es, Studierende der beiden Universitäten zu befähigen, in ihren Masterarbeiten kleine eigene transdisziplinäre „Transformative Innovation Labs“ aufzubauen und durchzuführen.

    Wuppertal, 16. Mai 2018: Eine große Transformation zur Nachhaltigkeit braucht reflexionsfähige und transformativ denkende Akteurinnen und Akteure, sogenannte Change Agents der Nachhaltigkeit. Die hierfür benötigten Kompetenzen können erlernt und trainiert werden. Universitäten und Hochschulen sind dabei geeignete Orte für die Ausbildung transdisziplinärer und transformativer Forschung und Bildung sowie deren Anwendung. Das Projekt „Entwicklung, Erprobung und Verbreitung neuer Qualifizierungsangebote für ‚Change Agents’ zu Transformativer Bildung am Beispiel Reallabore“ – kurz EEVA – vermittelt Studierenden methodisches und praktisches Wissen, damit sie sich mit den Werkzeugen der Wissenschaft aktiv an einer Gestaltung der Gesellschaft in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung beteiligen können.

    Das Wuppertal Institut begleitet im Rahmen des EEVA-Projekts von Oktober 2017 bis Dezember 2020 rund 40 Studierende von der Leuphana Universität Lüneburg und der Freien Universität Berlin beim selbstständigen, transdisziplinären und transformativen Forschen. In ihren jeweiligen Reallabor-Masterarbeiten, die zu „Transformativen Innovation Labs“ werden, tragen sie im Kleinen zur „Großen Transformation“ bei. Zudem entwickeln die Hochschulen das didaktische Konzept von Reallaboren für Nachhaltigkeitsbildung weiter und setzen es in konkreten Bildungsprojekten um. Dadurch werden neue Beispiele für eine Transformative Nachhaltigkeitsbildung entwickelt und erprobt. Ziel ist die Durchführung, Begleitung und Reflexion des Befähigungs-Prozesses. Weiterhin soll das Projekt die Verbreitung transformativer Bildungs- und Forschungsmethoden wie Reallabore durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf nationaler und internationaler Ebene ermöglichen.

    Kick-off-Meeting und Workshop am Wuppertal Institut

    Am 15. Mai 2018 fand nun das Kick-off-Meeting des EEVA-Projekts am Wuppertal Institut statt. Der Workshop diente zum Austausch mit der schwedischen Chalmers Universität, die seit mehreren Jahren sehr erfolgreich ähnliche Module unter dem Namen „Challenge Labs“ entwickelten. Außerdem stand die gemeinsame Entwicklung eines Simulationsspiels zu den Sustainable Development Goals (SDGs) mit dem polnischen Partner „Centre for Systems Solutions“ auf der Tagesordnung.

    An dem Projekttreffen nahmen die drei Projektpartner teil: Das Wuppertal Institut wurde vertreten durch den Projektleiter Matthias Wanner sowie Martina Schmitt und Dr. Justus von Geibler aus der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren. Von der Leuphana Universität nahmen Prof. Dr. Daniel Lang, Professor für inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung und Philip Bernert, Koordinator des Fallstudienbüros, teil. Stellvertretend für die Freie Universität Berlin war Sascha Dannenberg, Koordinator des Masterstudiengangs Zukunftsforschung, vor Ort. Als Inputgeber und Berater reisten Prof. Dr. John Holmberg, Professor für Physical Resource Theory, und sein Mitarbeiter Johan Larsson von der Chalmers Universität in Göteborg an, an der die Challenge Labs erfunden wurden und die 2016 den „Global Universities Partnership on Environment and Sustainability Green Gown Award“ des United Nations Environment Programms gewann. Die Inputgeber berichteten von den Erfahrungen mit diesem Format der Bildung und der Bedeutung der transformativen Lehr- und Lernformate für die Hochschul-Lehrentwicklung. Ein weiterer Gast war Lukasz Jarzabek vom Centre for Systems Solutions (CRS) aus Polen. Für das Projekt EEVA entwickelt CRS ein Spiel zur Vermittlung der Komplexität der SDGs, das in einer Vorgängerversion auf dem Workshop präsentiert wurde.

    Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, wurde durch die für Projekte der Transformativen Nachhaltigkeitsbildung zuständige Fachreferentin, Ulrike Peters vertreten, die das DBU-geförderte Vorhaben inhaltlich begleitet: „Transformative Bildung und transformatives Lernen in Reallaboren ist ein bisher noch sehr offener Ansatz, der durch konkrete Beispiele gestaltet werden kann. Die DBU sieht bei der Förderung von transformativen Methoden der Nachhaltigkeitsbildung den Bildungsaspekt im Vordergrund. In Reallaboren können Ideen der Nachhaltigen Entwicklung aus der Gesellschaft – unterstützt oder auch angeregt von Wissenschaftlern – von Bürgerinnen und Bürgern projektartig ausprobiert werden. Das ist also eine Methode des gesellschaftlichen Lernens für eine Transformation zur Nachhaltigkeit.“

    Spiel zu den Sustainable Development Goals in Vorbereitung

    Inhalt des Treffens war unter anderem die Planung eines großen Workshops zum Thema „Reallabore, Citizen Science und & Co. – Transformatives Lernen für Nachhaltige Entwicklung“, der im Januar kommenden Jahres in Berlin stattfinden soll. Lukas Jarzabek von CRS brachte das interaktive Simulationsspiel
    „The World’s Future” mit. Hierbei setzen sich elf bis 44 Spielerinnen und Spieler in bis zu sechs Stunden mit den Herausforderungen einer ressourcen-limitierten Zukunft voraus. Auf Basis von „The World’s Future” soll ein Spiel zu den Sustainable Development Goals (SDGs) entwickelt werden. „Das Spiel steht stellvertretend für viele weitere innovative Lehr- und Lernformate, die den Studierenden anschaulich und motivierend sowohl die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung als auch die lokalen Ansatzpunkte zugänglich machen“, sagt Matthias Wanner, Projektleiter des EEVA-Projekts aus der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut.

    Erste Projektphase fast beendet

    In der derzeitigen ersten Projektphase, die noch bis zum September 2018 läuft, werden die Lehr- und Lernmaterialien für die Studierenden erstellt und das Qualifizierungsangebot innerhalb bestehender Mastermodule an den beiden Universitäten verankert. Die Lehr- und Lernmaterialien werden auf Basis nationaler und internationaler Beispiele vom Projektteam entwickelt und im Laufe des Projekts online zur Verfügung gestellt. In der von Oktober 2018 bis September 2020 laufenden zweiten Projektphase werden zwei Kohorten Studierender in der Phase des Masterabschlusses mit den entwickelten Materialien und Modulen begleitet und trainiert. Ziel ist die Befähigung zur und Durchführung einer eigenen transdisziplinären und transformativen Reallabor-Masterarbeit in Kooperation mit lokalen Praxispartnerinnen und -partnern. Die Studierenden werden hierzu mit einem jeweils gemeinsamen fünftägigen Kick-off-Retreat außerhalb der Unis zum Einstieg in die eigene Reallabor-Forschung, mit Austausch-Workshops, digital-analogen Blended-Learning- und Peer-Learning-Angeboten innerhalb der Studierendengruppen begleitet und unterstützt.

    Am Ende des jeweiligen Jahres erfolgt eine halböffentliche Abschluss- und Präsentationsveranstaltung. In die Zeit der zweiten Projektphase fällt auch der groß angelegte Austausch- und Verbreitungsworkshop mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Transformativen Nachhaltigkeitsbildung in Berlin sowie die fortlaufende Berichterstattung und nationale und internationale Konferenzteilnahmen. Projektphase drei wird von Januar bis Dezember 2020 die Evaluation der beiden Pilotjahrgänge sowie die Anpassung und finale Verbreitung des didaktischen Konzepts leisten.

    Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt fachlich und finanziell seit Oktober 2017 bis Dezember 2020 mit knapp 270.000 Euro (AZ 33889).

    Bildunterschrift:
    Kick-off-Meeting des Projektes EEVA am Wuppertal Institut (Personen v.l.n.r.): Prof. Dr. Daniel Lang (Leuphana Universität), Niko Schäpke (Chalmers University), Ulrike Peters (DBU), Dr. Justus von Geibler (Wuppertal Institut), Martina Schmitt (Wuppertal Institut), Prof. Dr. John Holmberg (Chalmers University), Lukasz Jarzabek (Centre for Systems Solutions), Till Heller (Wuppertal Institut), Matthias Wanner (Wuppertal Institut), Johan Larsson (Chalmers University) und Philip Bernert (Leuphana Universität).
    Quelle: Wuppertal Institut


    Weitere Informationen:

    https://wupperinst.org/p/wi/p/s/pd/760/
    https://worldsfuture.games4sustainability.org/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Kick-off-Meeting des Projektes EEVA am Wuppertal Institut.


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