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17.05.2018 20:37

KHM zu Gast im Literaturhaus Köln: Mit Absolventen und ihren neuen Romanen

Ute Dilger Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kunsthochschule für Medien Köln

    Gunther Geltinger, Ruth Olshan und Jan Schomburg, Absolventen der Kunsthochschule für Medien Köln, lesen aus ihren Romanen „Moor“, „Immergrün“ und „Das Licht und die Geräusche“.
    Moderation: Prof. Dietrich Leder und Andreas Altenhoff, Lehrende im neuen
    Studienschwerpunkt „Literarisches Schreiben“ an der KHM
    Mittwoch, 23. Mai, 19:30 Uhr, Literaturhaus, Großer Griechenmarkt 39, 50676 Köln

    Seit Oktober 2017 gehört das „Literarische Schreiben“ zu den künstlerischen Fächern, die an der Kunsthochschule für Medien Köln gelehrt werden. Als Gastprofessoren wurden die Schriftsteller Navid Kermani und Ulrich Peltzer berufen. Das literarische Schreiben ist in der KHM anderen, schon länger etablierten Fächern benachbart – etwa dem Schreiben für Spielfilme. Deshalb ist es kein Zufall, dass aus der KHM gelegentlich Filmemacherinnen und Filmemacher hervorgegangen sind, die Romane, Erzählungen, Gedichtbände oder Kinderbücher publizieren. Diesen Schriftstellern, die vor dem „Literarischen Schreiben“ an der KHM studierten, gilt dieser Abend in der Reihe „Heimspiel“, die normalerweise Absolvent/innen mit aktuellen Filmen vor- und zur Diskussion stellt. Dass ein solches nun literarisches „Heimspiel“ nicht in der KHM, sondern im benachbarten Literaturhaus stattfindet, deutet an, dass die Zusammenarbeit beider Institutionen nicht nur eine Tradition hat, sondern weiterwachsen wird. Als Gäste des ersten Abends stehen bereits fest: Gunther Geltinger, Ruth Olshan und Jan Schomburg. Sie lesen aus alten und neuen Werken und sprechen im Anschluss mit den Moderatoren Prof. Dietrich Leder und Andreas Altenhoff.

    „Moor“ von Gunther Geltinger
 (Roman, 2013, Suhrkamp Verlag) Er ist dreizehn und wächst ohne Vater auf. Er stottert und heißt wie kein anderes Kind im Dorf: Dion. Dion Katthusen, Außenseiter unter den Gleichaltrigen, Einzelkind, Libellensammler in einer Moorlandschaft voller Mythen und Legenden. Am Ende seiner Kindheit erzählt er seine Geschichte: von der Sehnsucht nach einer intakten Sprache, vom Verhältnis zu seiner Mutter, einer erfolglosen Malerin, die ihr Scheitern in der Kunst und im Leben mit ihrer grenzüberschreitenden Liebe zum Sohn kompensiert. Doch wie der morastige Boden am Rand des norddeutschen Dorfes, in dem er aufwächst, ist auch Dions Sprache voller Löcher und Spalten. Unfähig, erzählend das Chaos in ihm und um ihn zu ordnen, leiht er seine Stimme einem Gegenüber, das ihm von allen am nächsten scheint: seiner Kindheitslandschaft. Und lässt so das Moor für ihn sprechen.

    „Immergrün" von Ruth Olshan (Roman, erscheint 2019) Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau, die in der Sowjetunion eine erfolgreiche Sängerin ist, heiratet, mit ihrer Familie zunächst nach Israel und dann nach West-Berlin auswandert und danach nicht wieder Fuß fassen kann, nicht in der Gesellschaft, nicht in ihrem Beruf. Aus Litauen stammend, als Tochter einer jüdischen Familie, die früh zum Katholizismus konvertierte, um Verfolgungen zu entgehen, ist die Frau ab da eine Außenseiterin. Die Autorin Ruth Olshan rückt die Geschichte ihrer Mutter in den Mittelpunkt des Romans und beleuchtet sie aus der doppelten Perspektive des kleinen Mädchens, das sie selber war, und der erwachsenen Frau, die sie heute ist.

    „Das Licht und die Geräusche“ von Jan Schomburg
 (Roman, 2017, dtv Literatur Verlag) Es ist Johanna schleierhaft, warum sie und Boris kein Paar sind. Klar, eigentlich ist Boris mit Ana-Clara zusammen, aber die ist weit weg in Portugal, während Johanna und Boris jede freie Minute miteinander verbringen und über alles reden, außer darüber, warum sie sich noch nicht geküsst haben. Johanna versteht das nicht, und das nervt sie. Und sie will auch verstehen, warum Marcel sich auf der Klassenfahrt nach Barcelona einen Mitschüler wie einen Knecht hält, warum Boris die ganze Zeit kichern muss, während ihn vier Typen auf der Tanzfläche eines Clubs zusammenschlagen wollen, und warum er nach dieser Nacht am See plötzlich verschwunden ist. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris’ Eltern sucht Johanna in Island nach Boris und findet heraus, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet.

    Weitere Informationen zu den Autor/innen finden Sie unter www.khm.de


    Weitere Informationen:

    http://www.khm.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


    Gunther Geltinger, Ruth Olshan und Jan Schomburg


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