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24.05.2018 09:59

Informatik-Offensive an den deutschen Hochschulen dringend benötigt

Daniel Krupka Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gesellschaft für Informatik e.V.

    Der Ländercheck Informatik von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung zeigt, dass die Zahl der Studienanfänger im Bereich Informatik zwar überdurchschnittlich steigt, dass die Ausbildung des wissenschaftlichen Personals mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt hält. Demnach sei nur jede zwanzigste Professur in der Informatik angesiedelt.

    Berlin, 24. Mai 2018 – Die Digitalisierung ist der zentrale Treiber des gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandels. Die zunehmende Bedeutung der Informatik als die gestaltende Disziplin hinter der digitalen Transformation zeigt sich in den steigenden Studienanfängerzahlen: In den letzten fünf Jahren haben sich knapp 20 Prozent mehr Studienanfängerinnen und Studienanfänger für ein Informatik-Studium entschieden – im Wintersemester 2016/17 waren es 33.443. Dem Ländercheck Informatik zu Folge sind demnach mittlerweile 7,7 Prozent aller Studienanfänger der Informatik zuzuordnen – 2011 waren es noch 6,3 Prozent. Gleichzeitig sinke jedoch der Anteil, den die Informatik am wissenschaftlichen Personal ausmache, von vier Prozent in 2011 auf 3,8 in 2016. Auch die Anzahl der Professuren im Bereich Informatik stagniere seit fünf Jahren: lediglich jede zwanzigste Professur sei in der Informatik angesiedelt.

    Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI): „Die Informatik ist die gestaltende Kraft des digitalen Fortschritts. Leider wird die personelle Ausstattung an den Hochschulen der steigenden Bedeutung des Faches, der steigenden Nachfrage bei den Studierenden und dem hohen Bedarf an Informatikerinnen und Informatikern auf dem Arbeitsmarkt bei Weitem nicht gerecht. Wir fordern eine Informatik-Offensive an den deutschen Hochschulen: Die Kultusministerien in den Ländern müssen neue Informatik-Lehrstühle in substantieller Größenordnung schaffen, um der steigenden Bedeutung des Fachs gerecht zu werden und den Bedarf der Studierenden und des Arbeitsmarkts zu decken. Nur so kann die Qualität in der Ausbildung und die Zahl der künftigen Gestalterinnen und Gestalter des digitalen Wandels gesteigert werden.“

    Der Ländercheck Informatik offenbart ein weiteres, leider bereits bekanntes Manko: Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Zwar sei der Frauenanteil seit 2011 in fast allen Bundesländern gestiegen aber trotz der großen Anstrengungen in den Hochschulen seien nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen sei der Anteil internationaler Studierender in der Informatik überdurchschnittlich hoch.

    Prof. Dr. Hannes Federrath: „Um mehr Frauen für eine Karriere in der IT und der Informatik zu begeistern, muss unser Bildungssystem viel früher ansetzen: Wir müssen Mädchen bereits in der Schule von den kreativen Gestaltungsmöglichkeiten durch informatische und informationstechnische Systeme überzeugen. Wir müssen mehr angehende Lehrer und vor allem Lehrerinnen zur Aufnahme eines Informatikstudiums bewegen und so entsprechende Rollenvorbilder schaffen.“

    Der Ländercheck Informatik von Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung untersucht, in welchem Umfang Hochschulen in den einzelnen Bundesländern Informatikerinnen und Informatiker ausbilden, welche Bildungsangebote und wie viel Personal sie dafür zur Verfügung stellen. Die gesamte Studie samt Deutschlandkarte mit den Ergebnissen der einzelnen Bundesländer finden Sie unter: https://www.stifterverband.org/medien/laendercheck-informatik

    Über die Gesellschaft für Informatik e. V.

    Die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) ist mit rund 20.000 persönlichen und 250 korporativen Mitgliedern die größte und wichtigste Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum und vertritt seit 1969 die Interessen der Informatikerinnen und Informatiker in Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Gesellschaft und Politik. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle Disziplinen in der Informatik. Weitere Informationen finden Sie unter www.gi.de.

    Pressekontakt:

    Daniel Krupka
    Gesellschaft für Informatik e. V. (GI)
    Geschäftsstelle Berlin im Spreepalais am Dom
    Anna-Louisa-Karsch-Str.2, 10178 Berlin
    Tel.: +49 30 7261 566-15
    Fax: +49 30 7261 566-19
    Mail: pressestelle@gi.de
    Web: www.gi.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung, Wirtschaft
    überregional
    Schule und Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


    GI-Präsident Prof. Dr. Hannes Federrath fordert Informatik-Offensive an Hochschulen


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