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04.06.2018 11:14

Arzneimittel-Transporter „Nano-Mais“ zählt zu den 100 „Ausgezeichneten Orten 2018“

Claudia Ehrlich Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Ein Medikament kann nur richtig wirken, wenn es im Körper unversehrt am Wirkort ankommt. Wird das Medikament inhaliert, muss es in der Lunge zuerst die Hindernisse der körpereigenen Abwehr überwinden. Damit dies gelingt, haben Saarbrücker Forscher des Instituts für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie an der Universität des Saarlandes unter Leitung von Professor Marc Schneider einen maisförmigen „Arzneimittel-Mikrostäbchen-Transporter“ entwickelt. Beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ wurden Thorben Fischer und Marcel Pourasghar hierfür als Preisträger auserkoren. Die Auszeichnung wird am 4. Juni in Berlin überreicht.

    Er ist winzig wie ein Bakterium, kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern und ähnelt vom Aussehen her einem Maiskolben: „Die Mikrostäbchen sind lungengängig und können deshalb inhaliert werden“, erklärt Professor Marc Schneider von der Universität des Saarlandes. Durch die ungewöhnliche zylindrische Form des Wirkstoff-Taxis kann seine Arbeitsgruppe die körpereigenen Abwehrmechanismen geschickt nutzen. „In der Lunge nehmen so genannte Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, die unter anderem an diversen Entzündungsreaktionen beteiligt sind, den Nano-Mais auf“, sagt Schneider. Sie transportieren diesen samt dem in ihm enthaltenen Wirkstoff gezielt an den Ort, an dem dieser wirken soll. „Dadurch können unerwünschte Nebenwirkungen drastisch reduziert werden. Unser Ansatz, Makrophagen zum Wirkstoff-Transport zu nutzen, erlaubt vollkommen neue Therapiemöglichkeiten für Lungenkrankheiten“, erläutert der Professor für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie.

    Projekte, in denen die Saarbrücker Forscher den Nano-Transporter weiterentwickeln, fördern die Mukoviszidose Gesellschaft e.V. und das Saarland im Rahmen des Landes-Forschungsförderungsprogramms.

    Jetzt zählt der „Nano-Mais“ zu den 100 innovativen Preisträgern des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2018. Eine unabhängige Jury wählte ihn unter knapp 1.500 eingereichten Bewerbungen aus – zusammen mit drei weiteren Projekten des Saarland Informatics Campus (Pressemitteilung hierzu unter: https://www.uni-saarland.de/nc/aktuelles/artikel/nr/19175.html). Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank richten den Innovationswettbewerb seit 13 Jahren gemeinsam aus. Die Universität des Saarlandes zählte in dieser Zeit mit zahlreichen Projekten zu den Preisträgern.

    Hintergrund zu „Deutschland – Land der Ideen“
    „Deutschland – Land der Ideen“ ist die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, vertreten durch den BDI. Die Deutsche Bank ist seit 2006 Partner und Nationaler Förderer des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Ziel ist es, Innovationen aus Deutschland im In- und Ausland sichtbar zu machen und die Leistungskraft und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu stärken. Das Jahresmotto lautet in diesem Jahr „Welten verbinden – Zusammenhalt stärken“.

    Karl von Rohr, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, gratuliert den Preisträgern: „Viele sagen, unsere Gesellschaft drifte auseinander. Umso wichtiger wird die Idee der starken Gemeinschaft. Unsere 100 Preisträger stehen dafür. Ihre ausgezeichneten Ideen und Initiativen belegen eindrucksvoll: Wir sind ein sehr innovatives Land. Und wir halten zusammen – trotz aller Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.“

    Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), erkennt vor allem an, wie sehr die Gesellschaft von denen profitiert, die vorbildhaft vorangehen: „Eine Gesellschaft braucht Zusammenhalt und Chancen für die Teilhabe seiner Bürgerinnen und Bürger. Sonst ist sie kein lebenswerter Ort. Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ sind in diesem Jahr Leuchttürme für Gemeinsinn. Die Preisträger verbinden dank ihrer innovativen Ideen Welten – Jung mit Alt, Starke mit Schwachen, Stadt mit Land, Sozialprojekte mit Hightech. Sie beweisen, dass es uns allen Mehrwert bringt, wenn mutige Ideen gefördert und geteilt werden. Ihre 100 Innovationen machen die Gesellschaft ein Stück besser.“

    https://land-der-ideen.de/wettbewerbe/ausgezeichnete-orte-im-land-der-ideen

    Kontakt für die Medien:
    Prof. Dr. Marc Schneider (Institut für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie)
    Tel.: 0681 302 2438; E-Mail: Marc.Schneider@mx.uni-saarland.de
    http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/schneider.html

    Pressefotos für den kostenlosen Gebrauch finden Sie unter https://www.uni-saarland.de/universitaet/aktuell/pm/pressefotos.html Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
    Fototext: Blick in die Nano-Welt: Gerade mal zehn mal drei Mikrometer messen die zylinderförmigen Wirkstoff-Transporter. Und sie sehen mit ihrer noppigen Struktur aus wie Mais. Doktoranden von Professor Marc Schneider färbten die schwarz-weiße Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme gelb und grün ein. Foto: Marc Schneider/NanoBioNet

    Eine weitere Pressemitteilung zum Nano-Mais „Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren“ finden Sie unter:
    https://idw-online.de/de/news679565
    Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478
    http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/adhm.201700478/abstract


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Die zylinderförmigen Wirkstoff-Transporter sehen mit ihrer noppigen Struktur aus wie Mais. Doktoranden von Marc Schneider färbten die Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme entsprechend ein.


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