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08.06.2018 09:40

Gemeinwohl versus Ökonomisierung: Gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen im Blickpunkt

Sarah Blaß Pressestelle
Frankfurt University of Applied Sciences

    Jahrestagung des Hochschulnetzwerks „Bildung durch Verantwortung“ an der Frankfurt UAS setzte wichtige Impulse auch an Verantwortliche in der Politik

    Hochschulen und deren Mitglieder übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Wie kann gesellschaftliches Engagement an Hochschulen ausgestaltet werden? Was bringt es? Wie sollte es gefördert werden? Und vor welchen Herausforderungen stehen Hochschulen im Angesicht der gegenwärtigen Entwicklungen in Europa? Unter dem Thema „Europa mitgestalten – Shaping the future of Europe“ hat am 28. und 29. Mai 2018 die Jahrestagung des Hochschulnetzwerks „Bildung durch Verantwortung“ e.V. stattgefunden. Sie wurde in Kooperation mit dem Center for Applied European Studies (CAES) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) veranstaltet. Lehrende, Studierende und Verwaltungsangestellte aus Hochschulen unterschiedlichen Typs und Institutionen im In- und Ausland diskutierten konzeptionelle Fragen und Praxisbeispiele zu gesellschaftlichem Engagement von Hochschulen und wie dieses für Europa aussieht bzw. aussehen kann und sollte.

    Prof. Dr. Gerhard de Haan, Professor für Zukunfts- und Bildungsforschung an der Freien Universität Berlin sprach in seiner Keynote zum Thema „Hochschulen als Orte der gesellschaftlichen Transformation“ über Zukunftserwartungen von Entscheidungsträgern in Wissenschaftspolitik und -verwaltung und benannte wesentliche Aktionsfelder, denen sich Hochschulen in den nächsten Jahren stellen müssen. Es wurde deutlich, dass sich viele Entscheidungsträger Hochschulen wünschen, die Orientierungswissen liefern und gesellschaftlichen Wandel mit Blick auf das Gemeinwohl mitgestalten. Gleichzeitig erwarten viele, dass sich Ökonomisierungstendenzen und ein rein funktionaler Blick auf Hochschulbildung verstärken werden. „Ein erstaunliches Paradoxon, das zeigt, wie wichtig es ist, das die Verantwortlichen in Politik und Hochschulen pro-aktiv Position beziehen und gestaltend auftreten“, betont Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS.

    Julie Anderson, Policy Officer bei der Generaldirektion „Bildung, Jugend, Sport und Kultur“ der Europäischen Kommission, berichtete in ihrer Keynote davon, wie die europäischen Institutionen gesellschaftliches Engagement in und aus den Hochschulen fördern. Vor dem Hintergrund der 2017 verabschiedeten Göteborg-Deklaration „Strengthening European Identity through Education and Culture“ nannte sie eine Vielzahl von Initiativen und Ausschreibungen, von denen einzelne, wie die Schaffung europäischer Universitäten, erst noch inhaltlich ausdifferenziert werden müssen. Nicht zuletzt deswegen war Anderson auch nach Frankfurt gekommen, um von den Teilnehmer/-innen zu erfahren, welche Fragen und Wünsche in den Hochschulen bestehen und wie die EU-Kommission sich optimal auf die Bedürfnisse der Akteure in den Hochschulen einstellen kann.

    Auf dem Podium „Europa mitgestalten – Wie viel Einfluss kann der Hochschulsektor nehmen?“ diskutierte die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann mit Prof. Dr Jürgen Neyer (Europa-Universität Viadrina), Jacob Loring (Verband deutscher Studierendeninitiativen) und Maren Schlegler, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Frankfurt UAS zum Thema Service-Learning und gesellschaftliches Engagement forscht. Länderübergreifende Projekte wie „Europe Engage“ und „Service-Learning in Higher Education“ wurden vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass ein großes Interesse am europäischen Austausch zum Thema „Bildung durch Verantwortung“ besteht: So wird im September 2018 die erste europäische Konferenz zum Service Learning an der Universität Madrid stattfinden.

    „Die Frankfurt UAS wird ihren Weg fortsetzen, sich in verschiedensten Formaten für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung einzusetzen. Insbesondere auch um die Zukunft Europas mitzugestalten. Dies zeigt beispielsweise die Arbeit des 2016 gegründeten Center for Applied European Studies (CAES), das als fachbereichsübergreifendes Zentrum für europäische Fragestellungen eine Vielzahl von hochkarätig besetzten Vorträgen, Diskussionen und Symposien organisiert“, bekräftigt Dievernich. Dass es insgesamt im Bereich gesellschaftliche Verantwortung an der Frankfurt UAS bereits sehr viele Projekte gibt – sei es als Initiativen von einzelnen Lehrenden oder Studierendengruppen oder als strategische Projekte – wie etwa die Vernetzung der Hochschule im Rahmen des U!REKA-Konsortiums (The Urban Research and Education Knowledge Alliance) – wurde im Rahmen der zur Tagung parallel stattfindenden Poster-Ausstellung „Gesellschaftliches Engagement an der Frankfurt UAS“ deutlich.

    Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Beratung und Strategie für Studium und Lehre, Dr. Sabrina Engelmann, Telefon: +49 69 1533-3828, E-Mail: sabrina.engelmann@best.fra-uas.de und Qualitätsmanagement – Entwicklung – Planung, Dr. Christoph Rosenbusch, Telefon: +49 69 1533- 2184, E-Mail: rosenbusch@qep.fra-uas.de

    Weitere Informationen zur Tagung unter http://www.frankfurt-university.de/Jahrestagung-Hochschulnetzwerk.
    Mehr zum U!REKA-Konsortium: http://www.ureka.eu.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


    Julie Anderson von der Europäischen Kommission berichtete in ihrer Keynote davon, wie die europäischen Institutionen gesellschaftliches Engagement in und aus den Hochschulen fördern.


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