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08.06.2018 10:55

Jahresbericht 2017: „Langfristige Strategie der Universität Hohenheim zahlt sich aus“

Florian Klebs Hochschulkommunikation
Universität Hohenheim

    Rektor Prof. Dr. Stephan Dabbert präsentiert Jahresbericht 2017 und zieht Bilanz über die Strategie und Zielerreichung der Universität Hohenheim in den vergangenen fünf Jahren

    Mit der Bewilligung des 50 Mio. Euro-Forschungsbaus “HoLMiR“ in den Tierwissenschaften gelang der Universität Hohenheim in Stuttgart ein Erfolg in der Größenordnung eines Exzellenz-Clusters. In internationalen Rankings klettert die Universität kontinuierlich nach oben, in Agrarforschung und Lebensmittelwissenschaft ist sie unangefochten die Nr. 1 in Deutschland. Die Basis des Erfolgs: sich auf die speziellen Stärken konzentrieren und Ziele mit langem Atem verfolgen, erklärt Rektor Prof. Dr. Stephan Dabbert. Bei der Präsentation seines Jahresberichts zog er auch Bilanz aus der strategischen Planung für die vergangenen fünf Jahre. Dazu gehörten auch Einblicke, welche strategischen Ziele sich die Universität für die kommenden fünf Jahre setzt.

    Vor allem zwei Ziele hatte sich die Universität Hohenheim vor fünf Jahren gesetzt: Die Forschungsleistung steigern und das Thema Bioökonomie als interdisziplinären Schwerpunkt in all ihren Disziplinen und Aktivitätsfeldern etablieren.

    Festgehalten hat sie diese Ziele im sogenannten Struktur- und Entwicklungsplan für die Jahre 2013 bis 2017. Der Titel des Strategiepapiers: „Bioökonomie 2020. Komplexe Systeme
    verstehen und gestalten“.

    Beispiel „HoLMiR“: Wissenschaftsrat bescheinigt herausragendes Exzellenzniveau

    Am Beispiel des „Hohenheim Center for Livestock Microbiome Research“ (HoLMiR) erläuterte der Rektor wie derartige Erfolge hart erarbeitet werden. Hinter HoLMiR stehen insgesamt 11 Arbeitsgruppen aus Tierwissenschaften, Mikrobiologie, Genetik, Infektions- & Umwelthygiene, Verhaltensphysiologie, Tropenforschung, Bioinformatik und Biostatistik. Thema sind die komplexen Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen v.a. im Verdauungstrakt von Nutztieren und ihre Bedeutung für Immunsystem, Verhalten, Futterverwertung und Umweltauswirkungen.

    In seiner jüngsten Sitzung bescheinigte der Wissenschaftsrat der Gruppe von Forscherinnen und Forschern ein herausragendes Exzellenzniveau. Seine Empfehlung an Bund und Länder: die Gruppe durch ein Forschungsgebäude samt Hightech-Laboren als Zentrum von überregionaler Bedeutung mit 54 Mio. Euro zu fördern.

    Die Entscheidung begründete der Wissenschaftsrat auch damit, wie sehr sich das künftige Zentrum in Strategie und Infrastruktur der Universität einfüge: Dazu gehörten der Ausbau von Datenmanagement und Bioinformatik durch eine Core Facility und eine passende Professur. Dazu schuf die Universität zwei neue Tenure-Track-Professuren (z.T. mit Stiftungsmitteln), unterstützte den Aufbau passender Nachwuchsforschergruppen und baute die Forschungsförderung aus.

    Durch Anschubfinanzierungen und administrative Unterstützung gab sie den Tierwissenschaften bei Vorläuferprojekten Hilfestellung, wie bei der DFG-Forschergruppe P FOWL. Zu den flankierenden Maßnahmen gehört ein prämiertes Personalentwicklungskonzept für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Entwicklung einer Leitlinie für Tierversuche in Forschung und Lehre.

    „Viele dieser Maßnahmen hatten wir 2012 bereits definiert und schrittweise umgesetzt“, erklärt nun Rektor Prof. Dr. Dabbert. „Sie zeigen, dass der Erfolg vor allem Teamwork belohnt, bei dem exzellente Forscher gemeinsam mit Universitätsleitung und allen Gremien beharrlich ein Ziel verfolgen.“

    Beispiel Bioökonomie: Neuer Schwerpunkt ist in allen Fakultäten etabliert

    Das Beispiel zeige auch, dass die Universität Hohenheim in der 1. Liga mitspiele, wenn sie sich auf ihre speziellen Stärken als Profil-Universität mit einer idealen Fächerkombination besinne.

    Diesen Anspruch verfolgt die Universität Hohenheim bei ihrem Schwerpunktthema Bioökonomie. Inhaltlich geht es um eine Wirtschaftsweise im Nach-Erdöl-Zeitalter, bei der Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen genutzt werden, um neue Rohstoffe, Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln.

    Jüngster Erfolg: Seit 2017 koordiniert die Universität Hohenheim das 15 Mio. Euro-Projekt „GRowing Advanced industrial Crops on marginal lands for biorEfineries“ (GRACE) mit 22 Partnern aus Universitäten, Agrarunternehmen und Industrie in ganz Europa.

    Der Erfolg wurde schrittweise aufgebaut: 2013 gründete die Universität Hohenheim das internationale „Strategische Netzwerk Bioökonomie“ (BECY), 2014 folgte Deutschlands einziger Studiengang „Master of Bioeconomy“, 2015 das Forschungszentrum Bioökonomie. Hinzu kommen Sonderinvestitionen wie 1 Mio. Euro für eine Bioreaktorstraße, eine weitere Anlage zur Produktion von Mikroalgen ist in Planung.

    Im Gründer-Projekt „Hohenheim macht!“ (HoMa) proben Studierende und wissenschaftlicher Nachwuchs die Umsetzung konkreter Produktideen. Im Landesprogramm Bioökonomie stellt die Universität Hohenheim die meisten Mitglieder im Lenkungskreis und koordiniert zwei Forschungsverbünde. Im nationalen Bioökonomierat der Bundesregierung leistet sie konkrete Politikberatung.

    Ergänzt wird der Schwerpunkt „Bioökonomie“ durch zwei weitere, gesamtuniversitäre Schwerpunkte: „Globale Ernährungssicherung und Ökosysteme“ sowie „Gesundheitswissenschaften“.

    Internationale Rankings: Erste unter Deutschlands Besten

    Wie stark sich die Universität Hohenheim als Deutschlands Beste ihres Fachs etabliert habe, zeige sich vor allem in internationalen Rankings, die einzelne Fächer bewerten.

    Sowohl das Best Global Universities Ranking als auch das National Taiwan University Ranking (NTU-Ranking) sehen die Universität Hohenheim in den Agrarwissenschaften auf Platz 1 in Deutschland – und auf Platz 15 weltweit.

    Ein Spitzenplatz, der so keiner anderen Universität gelingt. An zweiter Stelle belegt die LMU München den deutschen Spitzenplatz in Immunologie, in Physik und in Neurowissenschaften. Weltweit platziert sie sich in ihren Primus-Fächern jedoch hinter der Universität Hohenheim: Auf den Weltranglistenplätzen 16, 22 und 25.

    Als ganze Universität rangiert die Universität je nach Ranking global im oberen Drittel. „Für eine kleine Profil-Universität ein sehr beachtliches Ergebnis“, so Prof. Dr. Dabbert.

    Rund 90 Prozent der anvisierten Ziele wurden erreicht

    Rund 90 Prozent der Ziele, die die Universität Hohenheim vor fünf Jahren anvisiert habe, dürften mit Ablauf des vergangenen Jahres erreicht worden sein, schätzte der Rektor. Das sei eine gute Bilanz.

    „Wir sollten damit jedoch nicht zufrieden sein“, so Prof. Dr. Dabbert. „Die Erfahrung der vergangenen fünf Jahre lehrt uns: Wir müssen dran bleiben und jetzt beharrlich den Boden bereiten, um auch künftig in unseren Spezialgebieten zu punkten.“

    Dazu gehöre auch der Anspruch, bei einer kommenden Runde der Exzellenzstrategie in sieben Jahren wieder am Start zu sein. Denn bei der aktuellen Ausschreibung habe der Antrag der Universität Hohenheim die Hürde in der ersten Runde knapp gerissen. „Auch hier haben wir in der Begutachtung eine ausgezeichnete Kritik bekommen. Letztlich hat das Stückchen Glück gefehlt, das es in jedem Wettbewerb braucht.“

    „Digitale Transformation“ als zusätzliches Querschnittsthema der Jahre 2018-2022

    Das Strategiepapier für die kommenden Jahre soll deshalb die bisherigen Schwerpunkte beibehalten und weiter ausbauen – mit einer Ergänzung.

    Unter dem Titel „Bioökonomie und digitale Transformation“ will der Struktur- und Entwicklungsplan der Jahre 2018 – 2022 die Umbrüche in Forschung und Lehre, Universität und Gesellschaft durch die Digitalisierung als Querschnittsthema verankern. Denn: „Dieses Thema durchdringt zunehmend alle Bereiche der Wissenschaft und knüpft an mehrere laufende Entwicklungen an“, erklärt Prof. Dr. Dabbert.

    Als ein Beispiel nennt er das geplante „Computational Science Lab“, eine interdisziplinäre Initiative von Professorinnen und Professoren aus allen Fakultäten. Wie sehr Digitalisierung und Big Data die Aktivitäten der Fakultäten bereits durchdringen, zeigen u.a. die Bestrebungen zu einem Großprojekt „Digital Agriculture in a Variable and Uncertain Environment“ (DAVE). Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften habe die digitale Transformation sogar als eigenen Forschungsschwerpunkt definiert.

    Als ein Teil der Strategie plane die Universität Hohenheim die Umwidmung von drei bestehenden Professuren in „Wirtschaftsmathematik und Datenwissenschaften“, „Lebensmittelinformatik“ sowie „Wirtschaftsinformatik und digitale Transformation“. Eine weitere Tenure-Track-Professur soll mit dem Schwerpunkt „Agrarinformatik / Digital Farming“ ausgeschrieben werden.

    Text: Klebs


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-hohenheim.de/zahlen "Jahresberichte, Zahlen und Fakten zur Universität Hohenheim"


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    regional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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