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08.06.2018 15:32

Ich sehe was, was du nicht siehst - Dresdner Uniklinikum zeigt Selbstporträts von CI-Patienten

Holger Ostermeyer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Weg vom Knipsen mit dem Smartphone, hin zur intensiven Arbeit als Fotokünstler – diese Herausforderung haben 17 Kinder und Jugendliche angenommen, die mit einem Cochlea Implantat (CI) versorgt sind. Als Teilnehmer des jährlich vom Sächsischen Cochlear Implant Centrum Dresden (SCIC) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus veranstalteten Sommerferienlagers schufen sie bei dem Kreativprojekt eindrucksvolle Selbstporträts. Das Ergebnis des therapeutisch und pädagogisch betreuten Projekts ist ab dem 8. Juni in Form von 13 ausgewählten großformatigen Fotos in der Ausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ im SCIC-Domizil (Haus 11) zu sehen.

    Weg vom Knipsen mit dem Smartphone, hin zur intensiven Arbeit als Fotokünstler – diese Herausforderung haben 17 Kinder und Jugendliche angenommen, die mit einem Cochlea Implantat (CI) versorgt sind. Als Teilnehmer des jährlich vom Sächsischen Cochlear Implant Centrum Dresden (SCIC) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus veranstalteten Sommerferienlagers schufen sie bei dem Kreativprojekt eindrucksvolle Selbstporträts. Das Ergebnis des therapeutisch und pädagogisch betreuten Projekts ist ab dem 8. Juni in Form von 13 ausgewählten großformatigen Fotos in der Ausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ im SCIC-Domizil (Haus 11) zu sehen.

    Die Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren hatten vier Tage Zeit, sich selbst fotografisch darzustellen und ihre Wünsche auszudrücken. Dabei bekamen sie nicht nur eine Kamera in die Hand gedrückt, sondern auch eine Leiter. Durch einen Kniff konnten sie sich neue Perspektiven erschließen: Denn der Blick von der Leiter birgt die Chance, sich anders darzustellen und sich selbst für andere auf eine ganz besondere Weise sichtbar zu machen – Wer bin ich? Wer möchte ich sein? So kann Mariel plötzlich gewagt balancieren und Lukas verwandelt sich in einen rasenden Superman.

    Ziel des Fotoprojekts war es, die Bildung der eigenen Identität und damit auch die Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmer zu fördern. Die CI-Träger hatten in diesem Rahmen die Möglichkeit, eigene Stärken zu erkennen und sich mit der eigenen Motivation auseinanderzusetzen, etwas Kreatives zu schaffen. Gleichzeitig ging es darum, bei den Fotos der anderen als Helfende mit deren Motivation umzugehen. Denn die ungewöhnlichen und sehr berührenden Fotos konnten nur im Team entstehen. Was die in zwei Altersgruppen aufgeteilten Kinder und Jugendlichen bei dem Fotoprojekt gelernt haben, ist in jedem einzelnen Foto spürbar: Auch mit Hörbeeinträchtigung lässt sich Unmögliches möglich machen.

    „Das Cochlea Implantat ist eine ‎der erfolgreichsten Innovationen der Medizintechnik, welche Patienten mit schweren Hörstörungen erlaubt, wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben und kommunikativen Austausch teilzunehmen", sagt Prof. Thomas Zahnert, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Dresdner Uniklinikums und ärztlicher Leiter des SCIC. Bei taub geborenen Kin-dern besteht die Herausforderung des interdisziplinären Teams darin, dass die kleinen Patienten Schritt für Schritt das Hören erlernen müssen. In der über drei Jahre angelegten, in den SCIC-Räumen erfolgenden Rehabilitation wird die Hör- und Sprachentwicklung der jungen Patienten kontinuierlich gefördert. Das 30-köpfige, aus Ärzten, Sprach-, Ergo- und Musiktherapeuten, Rehabilitationspädagogen und Technikern bestehende Team des Zentrums stimmt sich bei jedem Patienten zu einer jeweilig individuell konzipierten Rehabilitation ab", erklärt Dominique Kronesser, Therapeutische Leiterin des Sächsischen Cochlear Implant Centrums Dresden.

    Im Ferienlager geht’s um den täglichen Umgang mit dem Cochlea Implantat
    Das SCIC-Team begleitet ihre Patienten auch über das Ende der ersten Rehabilitationsphase hinaus. Neben den Terminen im Uniklinikum hat sich die Form des Ferienlagers bewährt, um im Rahmen eines Tagesablaufs die Kompetenzen und den Verbesserungsbedarf sowohl beim Umgang mit dem CI selbst als auch der Kommunikation festzustellen und die Patienten entsprechend zu fördern. „In diesem ungezwungenen alltäglichen Umgang mit der Hörprothese wird ganz schnell deutlich, wie das CI die Lebenssituation der Kinder wesentlich verändert und welche Gesichtspunkte in das Programm der weiteren CI-Rehabilitation aufzunehmen sind“, erklärt Dominique Kronesser. Die Therapeuten gehen im Sommerferienlager beispielsweise der Frage nach, wie ein Kind im Alltag mit der Hörprothese umgeht oder über welche Kommunikationsstrategien und Kommunikationskompetenz es verfügt. Zudem wird überprüft, ob der Prozessor des Implantats optimal eingestellt ist. Ebenso wichtig ist es für die CI-Kinder, ihre Erfahrungen untereinander auszutauschen. Daneben bietet das Lager eine Vielzahl therapeutischer und pädagogischer Angebote.

    Cochlea Implantat regt Hörnerv direkt an

    Das CI ist für Patienten geeignet, deren Hörnerv intakt ist, die aber aufgrund anderer Probleme nichts oder extrem schlecht hören. Ihnen hilft das in Teilen implantierte Gerät. Es wandelt Geräusche und Töne in elektrische Signale um und stimuliert über eine Elektrode den Hörnerv. „Mit dem Einsetzen der Prothese ist es jedoch nicht getan", betont Prof. Thomas Zahnert: „Die Patienten müssen das Hören mit dem Implantat lernen – das ist ein höchst komplexer Prozess, der Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert.“ Bis heute wurden am Dresdner Uniklinikum mehr als 1.500 Cochlea Implantationen vorgenommen. Waren es am Anfang jährlich bis zu zehn Patienten, die operiert und therapiert wurden, sind es in den vergangenen Jahren jeweils rund 130 Implantationen gewesen. Die Basis für die positive Entwicklung sind erfahrende Operateure, das therapeutische Konzept des Zentrums, das seit 2009 über ein eigenes Gebäude verfügt, sowie die Ausweitung der Indikation: Während in den ersten Jahren ausschließlich Kinder ein CI bekamen, sind heute etwa drei Viertel der Patienten mit Cochlea Implantaten erwachsen und leiden unter einer erworbenen hochgradigen Schwerhörigkeit.

    Kontakt für Journalisten
    Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
    Direktor Prof. Thomas Zahnert
    Tel. 0351/ 458 44 20
    E-Mail: orl@uniklinikum-dresden.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uniklinikum-dresden.de/hno


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    CI-Trägerin Mariel balanciert auf mehreren Bällen - dieses Bild Leichtigkeit gehört zu der Ausstellung im SCIC der Dresdner Uniklinikums.


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    Lukas rast als Superman durch Welt - der Fotoworkshop macht´s möglich.


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