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12.06.2018 15:19

Welchen Einfluss haben Evaluationen und Leistungskriterien?

Dr. Lydia Hartwig IHF
Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung

    Ausgabe 2/2018 der „Beiträge zur Hochschulforschung“ befasst sich mit Leistungsbewertung in der Wissenschaft

    Die soeben erschienene Ausgabe der „Beiträge zur Hochschulforschung“ befasst sich mit neuen und traditionellen Verfahren der Leistungsbewertung in der Wissenschaft. Institutionelle Evaluationen auf der Ebene einer Forschungsorganisation kommen dabei ebenso zur Sprache wie Kriterien der Personalauswahl an Hochschulen, geeignete Bewertungsmaßstäbe für die Qualität der Lehre sowie die Messung der Reputation von Hochschulstandorten und Studiengängen.

    Evaluationen haben einen erheblichen Einfluss auf den Fortbestand und die Weiterentwicklung von Forschungseinrichtungen. Das machen Michelle Mallwitz, Philipp Adler und Guido Benzler am Beispiel der Institute der Leibniz-Gemeinschaft deutlich, welche spätestens alle sieben Jahre durch den Senat evaluiert werden. Die Autoren kommen in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass bei diesen Evaluationen neben quantitativ messbaren Leistungen wie Drittmittel und Publikationen die Profilbildung ein wichtiges Bewertungskriterium darstellt.

    Bei der Berufung von Professorinnen und Professoren an Universitäten haben forschungsbezogene Kriterien ein großes Gewicht (wissenschaftliche Publikationen, Forschungsprojekte, Drittmittel etc.), während bei Berufungen an Fachhochschulen überdurchschnittlich häufig lehrbezogene Kriterien herangezogen werden (Lehrerfahrung, Ergebnisse von Lehrevaluationen, Lehrkonzept etc.) Dies belegen Bernd Kleimann und Malte Hückstädt in ihrer vergleichenden Analyse von Berufungsverfahren. Das Ergebnis spiegelt die traditionell divergierenden Aufgabenprofile der beiden Hochschultypen, so die beiden Autoren.

    Im marktorientierten englischen Hochschulsystem besteht ein hohes politisches Interesse, den ökonomischen und gesellschaftlichen Mehrwert einer Hochschulausbildung zu ermitteln. Daher kommen dort seit langem Verfahren der Evaluation von Lehre und Lernen zum Einsatz. Heike Behle und Sunil Maher geben nicht nur einen Überblick über die gegenwärtig in England eingesetzten Verfahren zur Messung von Lehrqualität sowie Lernergebnissen und -erträgen, sondern diskutieren auch, ob und wie durch die gewählten Indikatoren die Qualität der Lehre adäquat abgebildet werden kann. Zudem geben sie Einblick in die mit diesen Evaluationen verbundenen hochschulpolitischen Konsequenzen.

    Worauf gründet sich die Reputation einer Hochschule oder eines Studiengangs in den Sozialwissenschaften? Lorenz Tafertshofer, Evamaria Werner und Bernhard Schmidt-Hertha belegen in ihrer Untersuchung, dass diese sich insbesondere durch das Ansehen in der Forschung und die Infrastruktur am Standort erklärt. Hingegen scheint die Reputation eines Studienorts oder Studiengangs wenig Information über die Qualität der hochschulischen Ausbildung vor Ort zu geben, sondern eher Forschungsindikatoren zu reproduzieren, so die Autoren.

    „Beiträge zur Hochschulforschung" ist eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochschulforschung im deutschen Sprachraum. Sie zeichnet sich durch hohe Qualitätsstandards, ein breites Themenspektrum und eine große Reichweite aus. Die Zeitschrift veröffentlicht quantitative und qualitative empirische Analysen, Vergleichsstudien, Überblicksartikel und Einblicke in die Praxis; alle durchlaufen vor einer Veröffentlichung ein anonymes Peer-Review-Verfahren.

    Das Themenheft wurde im Rahmen der vom BMBF geförderten Förderlinie „Leistungsbewertung in der Wissenschaft“, Förderkennzeichen (01PY15100), gemeinschaftlich von der Koordinierungsstelle der BMBF-Förderlinie „Leistungsbewertung in der Wissenschaft“ (LeistWi) und dem Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) herausgegeben.

    Die Ausgabe 2/2018 kann entweder über die Homepage http://www.bzh.bayern.de/ als pdf-Datei heruntergeladen oder in gedruckter Form per E-Mail bestellt werden (sekretariat@ihf.bayern.de).


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Pädagogik / Bildung
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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