Die Ostseeregion im Klimawandel der letzten 1000 Jahre

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03.07.2018 11:22

Die Ostseeregion im Klimawandel der letzten 1000 Jahre

Dr. Kristin Beck Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

    Ankündigung des ersten „Warnemünder Abends“ am 5. Juli 2018, 18.30 Uhr

    Markus Meier, Leiter der Sektion „Physikalische Ozeanographie“ des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), berichtet, wie historische Befunde Aufschluss über die klimatischen Schwankungen im Ostseeraum geben und was auf Basis dieser Erkenntnisse hier für die Zukunft zu erwarten ist. Die Veranstaltungen findet im großen Vortragssaal des IOW, Seestraße 15, in Warnemünde statt. Beginn ist 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

    In der Ostseeregion hat es in den letzten 1000 Jahren nachweislich große Klimaschwankungen gegeben. Warme und kältere Perioden wechselten sich ab, mit großen Folgen für das Leben von Pflanzen, Tiere und Menschen. Während der „mittelalterlichen Warmzeit“ zwischen 950 und 1250 n. Chr. herrschten auf der Nordhemisphäre, einschließlich der Ostseeregion, überdurchschnittlich hohe Temperaturen im Vergleich zu den Perioden davor und danach. Zu dieser Zeit wurde Grönland („Grünland“) von den Wikingern besiedelt, die dort Viehzucht und Ackerbau betrieben. Anfang des 13. Jahrhunderts brachten Zisterziensermönche sogar den Weinbau nach Mecklenburg-Vorpommern, u. a. nach Güstrow, Schwerin und Neukloster, um nur zwei historische Ereignisse zu nennen, die möglicherweise mit der Erwärmung in Verbindung stehen können. In den nachfolgenden Jahrhunderten, von 1300 bis 1900, waren die Temperaturen auf der Nordhemisphäre dagegen sehr niedrig. Daher wird dieser Zeitraum auch als „kleine Eiszeit“ beschrieben. Die klimatischen Veränderungen in den letzten 1000 Jahren, die durch historische Überlieferungen und sogenannte Proxydaten belegt sind, hatten auch Auswirkungen auf das Ökosystem der Ostsee. Es wird vermutet, dass die Ausbreitung von toten Meeresböden auf Grund von Sauerstoffmangel während der „mittelalterliche Warmzeit“ durch die hohen Temperaturen begünstigt wurde. Da wir heute in eine neue Warmzeit hineinsteuern, können diese historischen Befunde möglicherweise Aufschluss darüber geben, was wir in der Zukunft für das Ökosystem der Ostsee erwarten können. Daher wird intensiv Forschung betrieben, um die Auswirkungen von vergangenen Klimaschwankungen auf die Ostsee und andere Küstenmeere besser zu verstehen.

    Kontakt IOW Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
    Dr. Barbara Hentzsch, 0381 – 5197 102 | barbara.hentzsch@io-warnemuende.de
    Dr. Sandra Kube, 0381 – 5197 104 | sandra.kube@io-warnemuende.de

    Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 93 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Bund und Länder fördern die Institute gemeinsam. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute etwa 19.100 MitarbeiterInnen, davon sind ca. 9.900 WissenschaftlerInnen. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Mrd. Euro. (http://www.leibniz-gemeinschaft.de)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Die Carta marina (1539) ist die früheste recht korrekte Landkarte Nordeuropas, die aufgrund zahlreicher Details für Klimaforscher eine wichtige zeitgenössische Quelle darstellt.


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