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06.07.2018 10:41

Europaweite Studie: Beschäftigte fühlen sich bei ethischen Standards oft allein gelassen

Rainer Böhme Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zeppelin Universität

    Friedrichshafen/London. Die Umsetzung von ethischen Standards wird zunehmend zur Herausforderung der strategischen Unternehmensführungen. Denn Mitarbeiter fühlen sich oft überfordert, wenn sie sich in ihren Unternehmen damit auseinandersetzen müssen. Das ist ein wesentliches Ergebnis der europaweiten Umfrage „Ethics at Work 2018“ vom Londoner Institute of Business Ethics (IBE) in Zusammenarbeit mit dem Leadership Excellence Institute Zeppelin (LEIZ) der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen und weiteren internationalen Partnern. Der heute in London veröffentlichte Bericht fußt auf einer Umfrage unter rund 6000 Beschäftigten in acht europäischen Ländern.

    „Diese Studie ist auf zweierlei Weise sehr innovativ“, erklärt LEIZ-Direktor Prof. Dr. Josef Wieland. „Zum einen handelt es sich um die einzige Studie weltweit, die erforscht, wie sich Ethik und Rechtschaffenheit auf der Ebene der Mitarbeiter darstellen. Das Leadership-Thema ist dabei zentral. Die Relation zwischen der Führung und den Geführten wird in den Blick genommen und um eine neue Perspektive ergänzt, indem gefragt wird: Was denken und erleben die Geführten? Zum zweiten bietet die Studie einen Vergleich der europäischen Länder im Hinblick auf Werte und Unternehmenskultur, auch das hat es in dieser Form noch nicht gegeben.“

    Anhand der Studie wird deutlich, wie wichtig die Rolle von Führungskräften für die ethische Unternehmenskultur sowie entsprechende Programme in den Unternehmen sind. „Die Menschen folgen ihren Vorgesetzten, und Managern kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, die ethische Kultur eines Unternehmens zu definieren“, sagt Philippa Foster Back, Direktorin der IBE. „Organisationen müssen sicherstellen, dass Führungskräfte speziell im Hinblick auf ethische Entscheidungen weitergebildet und unterstützt werden, gerade weil der Druck auf alle Mitarbeiter aktuell zunimmt.“

    Diejenigen Unternehmen, die ein solches förderliches Umfeld bereits bieten, weisen laut der Studie entsprechend bessere Ergebnisse auf, wenn es beispielsweise um die Einschätzung über die vorherrschende Ehrlichkeit geht oder die Bereitschaft, ethisches Fehlverhalten zu melden.

    Denn dieses, so zeigt die Studie ebenfalls auf, ist immer noch verbreitet. So nahm laut der Umfrage fast jeder dritte Mitarbeiter ethisches Fehlverhalten in seinem Arbeitskontext wahr – im europäischen Durchschnitt waren es 30 Prozent, bei den in deutschen Unternehmen Beschäftigten allerdings nur jeder vierte, nämlich 25 Prozent. Rund 30 Prozent der Manager zeigten sich darüber hinaus tolerant gegenüber Tricksereien – diese seien heutzutage unvermeidbar.

    Zugleich hat aber auch die Bereitschaft und Wahrscheinlichkeit zugenommen, dass Mitarbeiter ethisches Fehlverhalten melden. Im europäischen Durchschnitt waren dies immerhin 54 Prozent der Befragten, bei den in deutschen Unternehmen Beschäftigten lag dieser Wert sogar bei 57 Prozent.

    Bei der Umfrage wurden vom 5. bis 25. Februar 2018 6119 Beschäftigte in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Spanien, Portugal und der Schweiz befragt. Sie umfasst eine repräsentative Stichprobe von rund 750 berufstätigen Erwachsenen in jedem Land. Neben dem IBE und dem LEIZ waren außerdem beteiligt das Center for Organizational Responsibility an der IÉSEG School of Management in Frankreich, die Católica Porto Business School in Portugal, The Stewardship Institute in der Schweiz und Confindustria Assoconsult in Italien.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Politik, Recht, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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