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10.07.2018 15:35

Hate Speech und Verhaltensforschung: Kantorowitsch-Forschungspreise für Nachwuchswissenschaftler

Friederike Stecklum Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Der Wirtschaftsinformatiker Dr. Uwe Bretschneider und der Wirtschaftswissenschaftler Christoph Herrmann erhalten am Freitag, 13. Juni, die Kantorowitsch-Forschungspreise. Das Institut für Unternehmensforschung und Unternehmensführung (ifu) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) vergibt die Auszeichnungen im Rahmen der feierlichen Absolventen-Verabschiedung des Wirtschaftswissenschaftlichen Bereichs der Uni Halle.

    Dr. Uwe Bretschneider erhält den mit 1.500 Euro dotierten Kantorowitsch-Forschungspreis für seine Dissertation mit dem Titel "Detektion von Directed Hate Speech, Online Harassment und Cyberbullying in Online Communities". In der Arbeit setzte er sich mit beleidigender, diffamierender und hetzerischer Kommunikation in Onlineplattformen auseinander, die ein zunehmendes Problem darstellt. Bretschneider hat in seiner Arbeit drei Lösungsansätze entwickelt, die Hate Speech in deutschen und englischen Texten automatisch erkennen sollen. Das von ihm entwickelte Programm erkennt nicht nur für Hate Speech typische Wörter, sondern analysiert auch, gegen welche Gruppe sich diese richtet. Zudem arbeitet der neue Algorithmus des halleschen Wirtschaftsinformatikers zuverlässiger als bereits existierende Verfahren.

    Uwe Bretschneider hat an der MLU ein Bachelor- und Masterstudium der Wirtschaftsinformatik absolviert. Er war anschließend sechs Jahre am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und wurde 2017 hier promoviert. Seit 2017 arbeitet er als Data Scientist bei der Volkswagen Financial Services AG.

    Der mit 750 Euro dotierte Kantorowitsch-Forschungspreis für die beste Masterarbeit geht in diesem Jahr an Christoph Herrmann. Seine Arbeit trägt den Titel "Der Einfluss von Referenzpunkten auf Verteilungspräferenzen - Analyse und Interpretation experimenteller Daten". Herrmann untersuchte darin das sogenannte Ultimatumspiel in Form eines Diktator-Experiments. In diesem geht es darum, ein Gut zwischen zwei Menschen zu verteilen. Anders als in der ursprünglichen Variante entscheidet die erste Person - der Diktator - allein, wie dieses Gut verteilt werden soll. Die andere Person muss das Angebot annehmen. In seiner Arbeit erforschte Herrmann, welche Motive das Entscheidungsverhalten der bestimmenden Person beeinflussen.

    Christoph Herrmann hat an der MLU ein Bachelor- und Masterstudium der Wirtschafts- und Politikwissenschaften abgeschlossen. Seit 2017 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Statistik der MLU.

    Das ifu vergibt seit 2000 jährlich den Kantorowitsch-Forschungspreis im Gedenken an den russischen Nobelpreisträger und Ehrendoktor der Universität Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch. Der Mathematiker und Ökonom erhielt 1975 gemeinsam mit dem US-Amerikaner Tjalling Koopmans den Wirtschaftsnobelpreis für ihren Beitrag zur Theorie der optimalen Ressourcenverwendung. Jedes Institut des Wirtschaftswissenschaftlichen Bereichs an der MLU kann für die beiden Forschungspreise je einen Kandidaten vorschlagen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Informationstechnik, Wirtschaft
    regional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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