idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
11.07.2018 19:25

Leibniz-Einrichtungen in Karlsruhe, Bremen, Dortmund/Berlin und Erkner evaluiert

Christoph Herbort-von Loeper M.A. Pressestelle Berlin
Leibniz-Gemeinschaft

    Die Förderung von drei Leibniz-Forschungsinstituten und einem Leibniz-Fachinformationszentrum soll fortgeführt werden. Das hat der Senat der Leibniz-Gemeinschaft heute nach Abschluss der regelmäßigen wissenschaftlichen Evaluierung beschlossen. Bei allen vier Einrichtungen soll die erneute Überprüfung der Fördervoraussetzungen nach dem Regelturnus von sieben Jahren erfolgen, so die Empfehlung des Leibniz-Senats an Bund und Länder.

    Folgende Leibniz-Einrichtungen wurden evaluiert:
    - FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH
    - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH, Bremen
    - Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS e.V., Dortmund/Berlin
    - Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung e.V., Erkner

    Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:

    1) FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH
    FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur bietet Informationsdienstleistungen für Wissenschaft und Forschung in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen an. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat das Institut nun turnusgemäß evaluiert und hält in der in der heute veröffentlichten Stellungnahme hervor, dass sich das Institut in den vergangenen Jahren sehr gut weiterentwickelt habe.
    Unter den zahlreichen, stark genutzten Angeboten des Instituts seien der international hoch anerkannte Patentinformationsdienst „STN International“, außerdem auch Online-Zeitschriften und Datenbanken für die Mathematik und die Chemie hervorzuheben. Der Senat begrüßt, dass FIZ Karlsruhe seit einiger Zeit auch digitale Dienste z. B. zur Erschließung von Sammlungen und Beständen für Bibliotheken, Archive und Museen, insbesondere die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft, entwickelt. Dieses neue Geschäftsfeld sei zukunftsweisend und ausbaufähig. Es wird begrüßt, dass FIZ Karlsruhe Forschung und Entwicklung seit der letzten Evaluierung erheblich ausgebaut hat. Angesichts der hohen Bedeutung ausgezeichneter Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft würdigt der Senat, dass sich FIZ Karlsruhe diesbezüglich intensiv in der Beratung der Politik auf nationaler und europäischer Ebene engagiere.
    Der Senat unterstützt die Überlegungen von FIZ Karlsruhe, künftig auch entgeltfreie Open-Access-Dienste für die Wissenschaft anzubieten. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich digitale Informationsangebote außergewöhnlich dynamisch entwickeln, und begrüßt, wie erfolgreich sich FIZ Karlsruhe in den vergangenen Jahren mit klaren strategischen Entscheidungen auf diesen Wandel eingestellt habe. Der Senat empfiehlt dem Institut und seinen Gremien, auf diesem Weg weiter voranzuschreiten. Man müsse sich bereits frühzeitig mit etwaigen Auswirkungen von Innovationen in der Künstlichen Intelligenz auf die Dienste und Produkte von FIZ Karlsruhe befassen.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung von FIZ Karlsruhe fortzusetzen.

    2) Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH, Bremen
    Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS in Bremen untersucht, welchen Einfluss biologische, soziale und individuelle Faktoren auf die Entstehung von chronischen, nichtübertragbaren Erkrankungen wie etwa Krebs, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Das BIPS wurde 2013 nach einer positiven Beurteilung durch den Wissenschaftsrat in die gemeinsame Bund-Länder-Förderung im Rahmen der Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen. Nun wurde das Institut erstmals durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert.
    In der heute beschlossenen Stellungnahme hält der Senat fest, dass sich das BIPS in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich entwickelt habe. Auf der Grundlage umfangreicher, vor allem auch selbst erhobener Datensätze erbringe das Institut, das Disziplinen von der Biostatistik bis zur Medizin zusammenführe, hochwertige Forschungsleistungen. Das BIPS entwickle im Anschluss an neue Erkenntnisse wichtige Maßnahmen zur Prävention und berate intensiv Akteure aus der Praxis und der Politik.
    Das BIPS spiele in der nationalen und internationalen epidemiologischen Forschung eine bedeutende Rolle, so der Leibniz-Senat. Es habe in Bremen gemeinsam mit der dortigen Universität einen epidemiologischen Schwerpunkt geschaffen und sei intensiv in die deutschlandweite NAKO Gesundheitsstudie eingebunden, einer langfristig angelegten Kohortenstudie zur Erforschung von Volkskrankheiten. Auf europäischer Ebene habe das BIPS mit Förderung der EU umfangreiche Daten erhoben in Bezug auf die Gesundheit von Kindern. Sehr zu begrüßen sei außerdem, dass BIPS 2016 zu einem Kooperationspartner der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannt worden sei.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des BIPS fortzuführen.

    3) Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS e.V., Dortmund/Berlin
    Das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS) hat sich das anspruchsvolle Ziel gesetzt, neue und verbesserte analytische Verfahren, Methoden und Geräte für eine auf den Menschen zugeschnittene Präzisionsmedizin zu entwickeln. Ursprünglich, so der Senat in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme, habe das Arbeitsgebiet des Instituts im Bereich der analytischen Chemie gelegen. Seit der Jahrtausendwende seien die Arbeiten jedoch zunehmend auf die Lebenswissenschaften und die Bioanalytik ausgeweitet worden.
    Der Senat hält fest, dass das ISAS seit der letzten Evaluierung weiterführende strategische Entscheidungen getroffen habe. Die Bioanalytik habe dabei erheblich an Bedeutung gewonnen. Auch sei am Institut mit der Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein interessantes neues Thema etabliert worden. Planungen für die nächsten Jahre, die das ISAS mit seinen Ressourcen vorsieht, beurteilt der Senat positiv. Die zur Begutachtung vorgelegten weitergehenden, nur mit zusätzlichen Mittel realisierungsfähigen Planungen werden jedoch als nicht ausgereift angesehen.
    Insgesamt, so der Senat, verfüge das ISAS über eine große disziplinäre Expertise und ein beeindruckendes Portfolio modernster analytischer Methoden. An seinen beiden Standorten in Dortmund und Berlin erbringe es sehr überzeugende wissenschaftliche Leistungen, die zukünftig noch stärker im Rahmen der vier fachübergreifenden Forschungsprogramme zusammengeführt werden sollten.
    Der Senat würdigt auch den Einsatz des Instituts im Technologietransfer und bei der Translation neuer Ergebnisse in die klinische Anwendung. Abschließend hebt der Senat hervor, dass die ambitionierten Ziele des Instituts sowohl wissenschaftlich interessant als auch gesundheitspolitisch ausgesprochen relevant seien.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des ISAS fortzuführen.

    4) Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung e.V., Erkner
    Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner untersucht die Wechselwirkungen zwischen räumlicher und gesellschaftlicher Entwicklung von Städten und Regionen.
    In seiner heutigen Stellungnahme würdigt der Senat, dass das IRS sein Gesamtkonzept seit der letzten Evaluierung weiterentwickelt habe. Mit der im Jahr 2016 erfolgten Umbenennung sei die sozialwissenschaftliche Perspektive des Instituts sichtbarer geworden. Das IRS solle nun ein prägnantes Mission Statement für das gesamte Institut formulieren. Die Publikationsleistung des Instituts sei insgesamt überzeugend, könne in einzelnen Abteilungen aber noch gesteigert werden. Das IRS erbringe erfolgreich wissenschafts¬basierte Beratungsleistungen für Politik und Verwaltung.
    Das IRS unterhält ein Archiv mit Materialien und Unterlagen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR und betreibt auf dieser Grundlage eigene historische Forschung. Der Senat hält fest, dass das Institut diese einzigartigen Sammlungsbestände empfehlungsgemäß stärker in den Fokus gerückt habe, und befürwortet Planungen für deren weitergehende Erschließung.
    Insgesamt, so der Senat, bündele das IRS die Breite sozialwissenschaftlicher Disziplinen mit Raumbezug. Es bearbeite gesellschaftlich relevante Themen aus grundlagen- und anwendungsbezogener Perspektive und entwickele seine Sammlungen kontinuierlich und nachhaltig weiter.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IRS fortzusetzen.

    Die einzelnen Senatsstellungnahmen finden Sie im Wortlaut auch auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/

    Hintergrund:
    Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die in der Regel Empfehlungen zur weiteren Förderung der Leibniz-Einrichtung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen. Zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) werden die Senatsstellungnahmen auf der Internet-Seite der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.

    Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
    Mirjam Kaplow
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
    Mobil 0172 / 8433549
    kaplow@leibniz-gemeinschaft.de

    Christoph Herbort-von Loeper
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
    Mobil: 0174 / 310 81 74
    herbort@leibniz-gemeinschaft.de

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u. a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,83 Milliarden Euro.
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de


    Weitere Informationen:

    http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay