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07.08.2018 12:28

FiBS-Prognose: Steigende Schülerzahlen führen zu steigendem Lehrkräftebedarf in Hessen

Birgitt A. Cleuvers PR und Projektmanagement
Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS)

    Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Hessen wird bis 2030 von zuletzt knapp 630.000 auf 720.000 ansteigen. Diese Entwicklung führt zu einem Bedarf von 57.250 Lehrkräften – das sind über 6.000 mehr als im letzten Schuljahr. Dies ist das Ergebnis einer Prognose zur Entwicklung der Schülerzahlen und des Lehrkräftebedarfs in den allgemeinbildenden Schulen in Hessen, die das FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie heute vorgelegt hat. Auftraggeber der Studie ist die Fraktion Die Linke im hessischen Landtag.

    Steigende Geburtenzahlen und eine zunehmende Zuwanderung aus anderen Bundesländern und dem Ausland führen dazu, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den allgemeinbildenden Schulen in Hessen ab Anfang der 2020er Jahre ansteigt. Dies erfordert die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte. „Der Einstellungsbedarf beträgt unter Berücksichtigung der hohen Zahl an vorzeitig ausscheidenden Lehrerinnen und Lehrer bis zu 26.000,“ stellt Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialarbeit (FiBS), fest. „Um diese Größenordnung erreichen zu können, ist vor allem ein Ausbau der Kapazitäten für den Vorbereitungsdienst erforderlich“, ergänzt der Bildungsökonom. „Wenn die vorliegenden Daten nicht täuschen, dann ist der Übergang in das Referendariat entweder die größte Hürde oder viele Absolventinnen und Absolventen eines Lehramtsstudiums verzichten freiwillig darauf.“

    Im Vergleich zur Prognose des Statistischen Landesamtes ist die voraussichtliche Schülerzahl im Jahr 2030 um etwa 40.000 größer, entsprechend ist der Lehrkräftebedarf unter identischen Annahmen zur Schüler/innen-Lehrkräfte-Relation, um etwa 2.000 höher. „Da wir vom FiBS die Trends der vergangenen Jahre beim Übergangsverhalten in die Zukunft fortschreiben,“ sagt Dohmen, „zeigen sich einige Unterschiede in der Größenordnung der verschiedenen Schulformen. Dies führt in der Folge zu weiteren Unterschieden beim Lehrkräftebedarf.“

    Neben einem steigenden Lehrkräftebedarf würde ein weiterer Ausbau der Ganztagsschulen den Bedarf an Lehrkräften um bis zu 3.800 über die oben genannten Zahlen hinaus erhöhen, sofern der Fokus auf gebundene, d.h. verpflichtende, Ganztagsschulen gelegt würde. Bei offenen, also freiwilligen Ganztagsschulen wären zusätzlich etwa 1.900 Lehrkräfte notwendig. Des Weiteren wären zwischen 1.000 und 1.900 Erzieher/innen und weitere Fachkräfte einzustellen.

    Schulsozialarbeit hat sich in den letzten Jahren als weitere wichtige Komponente des Schulsystems etabliert. Sollte Hessen hier eine umfassende Versorgung im Rahmen der Schulpolitik vorsehen, wären bis 2030 mindestens 1.200 Schulsozialarbeiter/innen einzustellen. Die Zahl kann bei einem anspruchsvolleren Konzept auf bis zu 4.300 ansteigen. Derzeit erfolgt die Schulsozialarbeit sowohl in den Schulen als auch durch die Kinder- und Jugendhilfe.

    (Insgesamt: 34 Zeilen à 85 Anschläge, 2.892 Zeichen)

    Das FiBS ist eine private, interdisziplinäre Forschungs- und Beratungseinrichtung sowie ein führender Think Tank zum Thema Bildungsfinanzierung und Bildungsökonomie in Deutschland, Europa und weltweit. FiBS‘ Vision and Mission ist „Enhancing lifelong learning for all“.

    Die heute veröffentlichte Prognose wurde mit unserem Tool EduSimTM erstellt, das neben quantitativen Szenarien auch die Effekte qualitativer Verbesserungen im Bildungssystem, etwa durch wirksamere pädagogische Konzepte, ermitteln kann.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Dieter Dohmen, FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, Berlin: d.dohmen@fibs.eu,
    030/8471223-0 oder 0172/2676825


    Originalpublikation:

    https://www.fibs.eu/referenzen/publikationen/publikation/prognose-der-schuelerza...


    Weitere Informationen:

    http://www.fibs.eu/presse


    Anhang
    attachment icon Zusammenfassung der Ergebnisse

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, jedermann
    fachunabhängig
    regional
    Forschungsergebnisse, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


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