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05.09.2018 13:12

Sommertrockenheit löst Heidesterben auf Hiddensee aus

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Universität Greifswald

    Durch die extreme Trockenheit im Sommer 2018 sind im gesamten Gebiet der Dünenheide Sträucher vertrocknet. Studierende der Universität Greifswald haben im Ökologischen Geländepraktikum das Heidesterben in der Dünenheide dokumentiert. Bei der Besenheide wurde festgestellt, dass mehr als ein Viertel der oberirdischen Biomasse abgestorben war.

    Die Untersuchung ergab, dass die Sträucher in der nördlichen Dünenheide weniger stark betroffen sind als im südlichen Bereich des Gebietes. In der nördlichen Dünenheide waren in den vergangenen Jahren auf größeren Flächen verschiedene Pflegemaßnahmen durchgeführt worden mit dem Ziel, die Bestände der Besenheide zu verjüngen und zu regenerieren. „Diese jüngeren Heidebestände haben die Trockenheit wesentlich besser vertragen, stehen in voller Blüte und weisen kaum tote Biomasse auf“, sagt PD Dr. Irmgard Blindow von der Biologischen Station Hiddensee, die die Pflegemaßnahmen in der Heide wissenschaftlich begleitet.

    „Besucher waren in diesem Jahr enttäuscht von der Heideblüte, die recht mau ausfiel. Die blühende Heide gehört im Sommer zu den touristischen Highlights auf Hiddensee“, erklärt Frank Martitz, Revierleiter im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
    Mindestens ebenso enttäuscht dürfte der seltene Regenbrachvogel sein, eine arktische Watvogelart, die auf dem Durchzug in Scharen in der Hiddenseer Dünenheide rastet und sich von den schwarzen Früchten der Krähenbeere ernährt. Ebenso wie die Besenheide ist auch die Krähenbeere stark durch die Trockenheit beeinträchtigt, viele Sträucher sind (fast) abgestorben und tragen keine Früchte.

    Trockene Sommer werden nach allen Prognosen im Rahmen des Klimawandels in der Zukunft häufiger auftreten. Der Effekt von geringeren Niederschlagsmengen auf die Heidevegetation wird durch die Arbeitsgruppe Experimentelle Pflanzenökologie am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald untersucht. Dazu hat die Gruppe unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Kreyling in der nördlichen Dünenheide im Rahmen des International Drought Experiments (IDE) https://botanik.uni-greifswald.de/experimentelle-pflanzenoekologie/projekte/ide-... eine Versuchsanlage aufgebaut, in der Vegetationsentwicklung und Bodenfeuchte über mehrere Jahre registriert werden. Das Heidesterben in diesem Jahr wirft eine Reihe von Fragen auf: Unklar ist, warum einzelne Sträucher fast völlig abgestorben sind, während andere in der direkten Nachbarschaft in voller Blüte stehen. Auch soll untersucht werden, ob und wie sich die betroffenen Sträucher regenerieren.

    Die Wissenschaftler hoffen, dass sich die Heidebestände nach dem „Extremereignis“ von 2018 wieder erholen kann: Dies kann aber durchaus mehrere Jahre dauern, da Besenheide und Krähenbeere nur langsam wachsen. Kritisch für die Heidevegetation kann es werden, falls Trockenperioden wie 2018 in Zukunft häufiger auftreten und insbesondere, wenn sich die Vegetation nach der letzten Trockenheit noch nicht erholt hat. Die jetzigen Erfahrungen lassen hoffen, dass die in der Heide durchgeführten Maßnahmen zur Verjüngung der Heide (zum Beispiel Mahd und Beweidung) auch die Widerstandskraft der Heide gegenüber extremen Witterungsbedingungen verbessern.

    Weitere Informationen:
    Biologische Station Hiddensee https://biologie.uni-greifswald.de/struktur/zentrale-einrichtungen/biologische-s...
    Experimentelle Pflanzenökologie https://botanik.uni-greifswald.de/experimentelle-pflanzenoekologie/projekte/ide-...
    Hiddenseer Dünenheide e. V. http://heideverein.de/

    Fotos:
    Abgestorbene Pflanze der Besenheide – Foto: Sven Dahlke, Archiv Biologische Station
    Auf dieser Fläche wurden die Heidebestände 2006 verjüngt: Die Besenheide steht auch nach der Trockenheit in voller Blüte. – Sven Dahlke, Archiv Biologische Station
    Durch diese Versuchsanlage wird überprüft, wie sich eine Reduzierung des Niederschlages auf die Heidevegetation auswirkt. – Foto: Jürgen Kreyling
    Die Fotos können für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download: http://www.uni-greifswald.de/pressefotos

    Medieninfo als PDF: https://www.uni-greifswald.de/fileadmin/uni-greifswald/1_Universitaet/1.1_Inform...

    Ansprechpartnerin an der Universität Greifswald
    PD Dr. Irmgard Blindow
    Biologische Station Hiddensee
    Biologenweg 15, 18565 Hiddensee OT Kloster
    Telefon 038300 50251
    blindi@uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Durch diese Versuchsanlage wird überprüft, wie sich eine Reduzierung des Niederschlages auf die Heidevegetation auswirkt.


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    Abgestorbene Pflanze der Besenheide


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