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06.11.2018 10:30

Gesundheitsmanagement 4.0

Dr. Thomas Nesseler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.

    München, 6. November 2018 – Die Digitalisierung hat auch die Medizin erreicht und könnte das heutige Gesundheitssystem grundlegend verändern. Die Arbeitswelt der Zukunft wird anders als heute sein. In den beiden Dimensionen Medizin 4.0 und Arbeit 4.0 muss sich die Arbeitsmedizin daher positionieren und wegweisende Veränderungen aktiv mitgestalten. Im Gesundheitsmanagement der Zukunft können Betriebsärzte eine besonders wichtige Rolle einnehmen.

    Arbeitsmedizin und Arbeit 4.0

    Arbeit 4.0 stellt auch die Arbeitsmedizin vor wichtige Fragen: Wie kann die Gesundheit der Beschäftigten in Zukunft geschützt und gefördert werden, wenn in der Arbeitswelt klassische Strukturen und Teams wegfallen oder wechseln und Menschen in virtuellen Netzwerken zusammenarbeiten müssen? Wenn beispielsweise neue Phänomene wie Telearbeit oder permanente Erreichbarkeit präventivmedizinisch bewertet werden müssen, wird auch die Arbeitsmedizin kreativ werden müssen. Denn ohne Arbeitsmedizin ist betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention nicht denkbar, ohne Gesundheitsförderung und Prävention kein gesunder Betrieb.

    Betriebsärzte als Lotsen im Gesundheitsmanagement 4.0

    Für das Gesundheitsmanagement der Zukunft leisten Betriebsärzte einen wichtigen Beitrag. Sie kennen die Wechselwirkungen von Arbeit und Gesundheit und beraten in Unternehmen qualifiziert zu neuen Gesundheitsschutzkonzepten. In Pilotprojekten können sie arbeitswissenschaftlich die Einführung neuer Technologien am Arbeitsplatz begleiten und die Ergebnisse medizinisch beurteilen. Das ermöglicht eine ganzheitliche Anpassung neuer Schutzkonzepte im Unternehmen. Darüber hinaus beraten Betriebsärzte Beschäftigte beim Umgang mit digitalen Medien und können dabei auf individuelle Erwartungen und Befürchtungen eingehen. Dies ist umso wichtiger, als repräsentative Erhebungen zeigen, dass Beschäftigte neben vielen Chancen auch mögliche Risiken des digitalen Wandels sehen.

    Digitale Lösungen für die Arbeitsmedizin

    Laut Experten wird der digitale Gesundheitsmarkt bis 2020 um 21% pro Jahr wachsen. Damit traditionelle Marktteilnehmer aber nicht von großen Technologiekonzernen mit innovativen Geschäftsmodellen verdrängt werden, muss die Arbeitsmedizin die Digitalisierung aktiv mitgestalten. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (http://www.dgaum.de) bestehen durch den Einsatz digitaler Strukturen künftig Chancen für Präventionsstrategien vor allem in kleinen und mittelständischen Organisationen (KMU). Konventionelle Betreuungsformen könnten ergänzt und die arbeitsmedizinische Versorgung in ländlichen Regionen bzw. Beschäftigte an speziellen Arbeitsplätzen verbessert werden. Mit dem „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)“ stellt das Bundesministerium für Gesundheit bereits die Weichen für den Einstieg in eine elektronische Patientenakte sowie sinnvolle Anwendungen wie z.B. die Telemedizin.

    Telemedizin – eine zukunftsorientiere Methode für Arbeitsmediziner?

    In einzelnen medizinischen Fachdisziplinen (z. B. Dermatologie, Radiologie) ist die Telemedizin bereits fester Bestandteil. Mit entsprechenden Informations- und Kommunikationstechnologien kann der Arzt den Patienten auch über eine räumliche Entfernung oder über einen zeitlichen Versatz ärztlich versorgen. Telemedizin in der Arbeitsmedizin beinhaltet beispielsweise die Erfassung der Arbeitsplatzrisiken, die Bewertung potenzieller Gefährdungen bei der Tätigkeit (Gefährdungsbeurteilung), Diagnostik und ärztliche Entscheidungsberatung. In der Arbeitsmedizin sind telemedizinische Anwendungen noch relativ neu. Durch die Aufhebung des Verbots der ausschließlichen Fernbehandlung könnten sie nun aber einen Schub erhalten, weil rechtliche Grauzonen beseitigt werden und Ärzte mehr Handlungsspielräume erhalten. Ergebnisse einer 2017 durchgeführten Umfrage zeigen, dass ein Großteil der befragten Ärzte darin vielversprechende Chancen sieht. Etwa die Hälfte der Befragten plant, Telemedizin zukünftig im Rahmen der arbeitsmedizinischen Betreuung von Betrieben einzusetzen.

    Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Beitrag „Gesundheitsmanagement 4.0“ von Prof. Christoph Oberlinner und Dr. Daniel Schiffmann in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU) unter: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/Archiv/ASU-Heftarchiv/article-845936-110576/g...

    Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:
    Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co. KG
    Dr. med. Annegret Schoeller
    Forststr. 131 • 70193 Stuttgart
    Tel. 0711/63 672-896 • Fax 0711/63 672-711
    E-Mail: schoeller@asu-arbeitsmedizin.com
    Web: http://www.gentner.de

    Über ASU – Zeitschrift für medizinische Prävention:
    Die Zeitschrift Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin ist das Leitmedium der deutschsprachigen Arbeitsmedizin. Das Publikationsorgan der Fachinstitutionen DGAUM, ÖGA, SGARM, VDBW, Vereinigung Deutscher Staatlicher Gewerbeärzte e.V. sowie der arbeitsmedizinischen Akademien und richtet sich an Betriebsärzte, Arbeitsmediziner und Akteure in wichtigen Schnittstellenbereichen zur Arbeitsmedizin. Die Zeitschrift ist peer reviewed. 1965 gegründet, erscheint ASU monatlich und erreicht nahezu alle arbeits- und präventionsmedizinisch orientierten Akteure im deutschsprachigen Raum. Weitere Informationen unter http://www.asu-arbeitsmedizin.com.

    Kontakt DGAUM:
    Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V.
    Hauptgeschäftsführer: Dr. Thomas Nesseler
    Presse: Berit Kramer
    Schwanthaler Str. 73 b • 80336 München
    Tel. 089/330 396-0 • Fax 089/330 396-13
    E-Mail: gs@dgaum.de
    Web: http://www.dgaum.de

    Über DGAUM:
    Die DGAUM wurde 1962 gegründet und ist eine gemeinnützige, wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft der Arbeitsmedizin und der klinisch orientierten Umweltmedizin. Ihr gehören heute über 1000 Mitglieder an, die auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin arbeiten, vor allem Ärztinnen und Ärzte, aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen wie etwa Natur- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die Mitglieder der Fachgesellschaft engagieren sich nicht nur in Wissenschaft und Forschung, um so bereits bestehende Konzepte für die Prävention, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern, sondern sie übernehmen die ärztliche und medizinische Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an der Schnittstelle von Individuum und Unternehmen. Darüber hinaus beraten die Mitglieder der DGAUM alle Akteure, die ihren Beitrag zu der medizinischen Versorgung leisten und auf Fachwissen aus der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention, der arbeits- und umweltbezogenen Diagnostik und Therapie, der Beschäftigungsfähigkeit fördernden Rehabilitation sowie aus dem versicherungsmedizinischen Kontext angewiesen sind. Weitere Informationen unter http://www.dgaum.de.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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