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28.11.2018 14:35

Keine Chance für variable Strompreise

Caterina Riepe Presse und Öffentlichkeitsarbeit
WHU - Otto Beisheim School of Management

    Vallendar/Düsseldorf, 28. November 2018. Eine neue Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management analysiert die Beweggründe, warum Verbraucher variable Stromtarife trotz hoher Sparpotenziale überwiegend ablehnen. Sie zeigt jedoch auch eine Lösung auf, um deren Akzeptanz zu steigern.

    Jüngst wurde der Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2030 als wichtige Maßnahme zum Klimaschutz gefordert und damit den weiteren Ausbau von erneuerbarer Energiequellen wie Wind- oder Solar. Die Folge ist, dass das Angebot immer schwieriger mit der Nachfrage in Einklang zu bringen wird. Stromunter- oder Überkapazitäten sind die Folge, was immer häufiger zu Situationen führt, in denen teure zusätzliche Energiequellen zugeschaltet werden müssen oder Energieerzeuger für die Nutzung von überschüssiger Energie negative Strompreise zahlen müssen. Die Rechnung dafür zahlt letztendlich der Endverbraucher über höhere Strompreise beziehungsweise die EEG-Umlage.

    Häufig diskutiert ist der Einsatz variabler Strompreise, um beim Endverbraucher einen finanziellen Anreiz zu schaffen, die Stromnutzung in Zeiten geringer Nachfrage zu verlagern. Die Studie der WHU in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt untersucht die Akzeptanz des Endverbrauchers gegenüber variablen Strompreise sowie die Beweggründe für deren Ablehnung.

    „Zumindest würden zeitabhängige Tarife, wie beispielsweise vergünstigte Nachttarife noch zu 56 Prozent akzeptiert werden, allerdings nur, wenn hohe Ersparnisse in der Stromrechnung in Höhe von 20 Prozent möglich werden. Dies rechnet sich sicherlich nicht für den Stromerzeuger“, erläutert Prof. Dr. Christian Schlereth. „Dynamische Tarife, bei denen der Strompreis sich permanent an das Angebot und die Nachfrage anpasst, werden gänzlich abgelehnt.“

    Gleichzeitig zeigt die Studie auch einen Lösungsweg auf, um die Akzeptanz zu steigern. „Endverbrauchern fehlt es an Erfahrung im Umgang mit variablen Stromtarifen. Sie befürchten am Ende des Monats deutlich höhere Stromrechnungen zu erhalten. Ein wirkungsvolles Instrument, die Akzeptanz variabler Stromtarife deutlich zu steigern, wäre eine Kostenabsicherung, also eine vom Anbieter ausgesprochene Garantie, nicht mehr als in ihrem heutigen statischen Stromtarif zu zahlen. Endverbraucher würden so Erfahrungen im Umgang mit variablen Tarifen gewinnen und hätten zudem die Chance, ohne Risiko Geld zu sparen.“

    Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des European Journal of Operational Research veröffentlicht.

    Schlereth, Christian / Skiera, Bernd / Schulz, Fabian (2018): "Why do Consumers prefer Static instead of Dynamic Pricing Plans? An Empirical Study for a better Understanding of the Low Preferences for Time-Variant Pricing Plans", European Journal of Operational Research, 269(3), 1165-1179.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Energie, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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