idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
28.11.2018 16:49

Zentrum für Entscheidungsforschung startet

Stefanie Möller Pressestelle
Universität Bremen

    Die Universität Bremen erweitert ihre Forschungskompetenz und gründet gemeinsam mit der Jacobs University das Zentrum für Entscheidungsforschung. Das Institut soll Wissenschaft und anwendungsbezogene Aufgaben im Austausch mit außeruniversitären Partnern verbinden. Die feierliche Eröffnung findet am 30. November 2018 um 9 Uhr im Haus der Wissenschaft statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

    Moderne Gesellschaften werden auch als „Entscheidungsgesellschaften“ bezeichnet. Individuelle und kollektive Entscheidungsprozesse sind seit langem Forschungsgegenstand der Sozial- und Geisteswissenschaften, insbesondere auch der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaft. Aber es sind nicht nur Menschen, die Entscheidungen treffen. In den Natur- und Ingenieurswissenschaften geht man in unterschiedlichen Fachgebieten der Frage nach, ob und inwiefern man davon sprechen kann, dass Zellen, Pilze, Tiere oder Computer Entscheidungen treffen. Wie virulent dieses Thema ist, zeigt sich aktuell beispielsweise an dem EU-Forschungsprojekt „iBorderCtrl“. Dieses untersucht, ob und wie computeranimierte „Grenzbeamte“ und eine Künstliche-Intelligenz-Software dafür eingesetzt werden können, an Europas Außengrenzen zu entscheiden, wer einreisen darf und wer nicht.

    Mehrwert durch gebündelte Kompetenz

    Individuelles und kollektives Entscheiden wird von den Forscherinnen und Forschern der Universität Bremen aktuell in unterschiedlichen Disziplinen und Fachbereichen untersucht. Studierende können das Thema in zwei erfolgreichen Masterprogrammen an der Universität Bremen forschungsnah vertiefen. Mit dem Institut für Entscheidungsforschung wollen die in diesem Feld Forschenden die vorhandene Expertise zusammenführen. Ziel ist es, den Austausch über Forschung und Lehre zu intensivieren und die Thematik gemeinsam auch an die interessierte Öffentlichkeit zu kommunizieren. Geplant sind vielfältige Aktivitäten wie Workshops, Vortragsreihen, Diskussionsforen und eventuell eine eigene Schriftenreihe.

    Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft

    Das Zentrum strebt nach einem Transfer zwischen Theorie und Praxis. „Entscheidungen haben häufig enorme politische, finanzielle oder technische Auswirkungen. Hier können Erkenntnisse der Forschung helfen, drängende Probleme unserer Zeit systematisch anzugehen. Wir wollen daher in den Austausch mit interessierten Personen und Institutionen treten, die außerhalb der Universität Entscheidungsverantwortung tragen“, erklärt Mitinitiatorin Professorin Dagmar Borchers. In diesem Bereich könnte sich ihrer Meinung nach das Zentrum für Entscheidungsforschung zu einem Think Tank entwickeln, in dem gesellschaftlich relevante Entscheidungsprobleme und -strukturen diskutiert und konzipiert werden können.

    Auch externe Mitglieder willkommen

    Das Gründungsteam des Instituts besteht aus Professorin Dagmar Borchers (Philosophie), Professor Stefan Bornholdt (Theoretische Physik), Professorin Adele Diederich (Psychologie an der Jacobs University Bremen), Professor Hans-Günther Döbereiner (Physik), Dr. Thorsten Fehr (Psychologie), Professor André Heinemann (Wirtschaftswissenschaft), Professor Manfred Herrmann (Psychologie), Professor Felix Herzog (Rechtswissenschaft), Miriam Kahrs (Akademie für Weiterbildung), Professor Torben Klarl (Wirtschaftswissenschaft), Professor Frank Nullmeier (Politikwissenschaft), Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele (Soziologie), Professor Wolf Rogowski (Gesundheitswissenschaft) und Professor Uwe Schimank (Soziologie). Neben den internen, universitären Mitgliedern soll es auch für externe Personen die Möglichkeit einer assoziierten Mitgliedschaft geben. Hier sind insbesondere Persönlichkeiten unter anderem aus Verwaltung, Politik, Kunst und Kultur, dem Gesundheitswesen und der Wirtschaft eingeladen, sich dem Institut anzuschließen.

    Institutseröffnung mit Vorträgen zur Bedeutung von Zeit beim Entscheiden

    Das Zentrum für Entscheidungsforschung wird am kommenden Freitag, 30. November 2018, um 9 Uhr im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen, feierlich eröffnet. Interessierte können im ersten Teil einen Einblick in die Arbeitsschwerpunkte des Instituts erhalten. Ab 10.30 Uhr gibt es Vorträge von Expertinnen und Experten zum Thema „Schnelles Entscheiden – langsames Entscheiden. Wie der Faktor Zeit die Qualität von Entscheidungen beeinflusst“.

    Weitere Informationen:

    www.uni-bremen.de
    www.jacobs-university.de

    Fragen beantworten:

    Prof. Dr. Dagmar Borchers
    Institut für Philosophie
    Fachbereich Kulturwissenschaft
    Universität Bremen
    Tel.: +49 421 218-67820
    E-Mail: borchers@uni-bremen.de

    Heiko Lammers
    Corporate Communications & Public Relations
    Jacobs University Bremen
    Tel.: +49 421 200 4532
    Mobil: +49 151 16312415
    E-Mail: h.lammers@jacobs-university.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Politik, Psychologie, Recht, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).