(Digi-)Medizinischen Fortschritt datenschutzkonform gestalten

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20.12.2018 15:01

(Digi-)Medizinischen Fortschritt datenschutzkonform gestalten

Klaus P. Prem Presse - Öffentlichkeitsarbeit - Information
Universität Augsburg

    Augsburger Forschungsstelle für E-Health-Recht (FEHR) ist Konsortionalpartner bei DigiMed Bayern, einem Leuchtturmprojekt der bayerischen Staatsregierung zur Erforschung personalisierter Medizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    Durch die Entwicklung einer personalisierten Medizin die Gesundheitsversorgung im Kontext von Herz-Kreislauferkrankungen zu optimieren, ist das Ziel von DigiMed Bayern. Das vom bayerischen Gesundheitsministerium mit 20 Millionen Euro geförderte Pilotprojekt zur sogenannten P4-Medizin ist ein Leuchtturmprojekt innerhalb des Programms „Bayern digital“. Innerhalb des DigiMed Bayern-Konsortiums kommt der Augsburger Forschungsstelle für E-Health-Recht (FEHR) unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich M. Gassner die Aufgabe zu, im Projektkontext auftretende Rechtsfragen – insbesondere datenschutz- und medizinrechtliche Fragen – zu untersuchen und zu klären.

    P4-Medizin steht für einen prädiktiven, präventiven, personalisierten und partizipatorischen Ansatz, der eine der erfolgversprechendsten Entwicklungen in Richtung einer ganzheitlicheren und effizienteren Gesundheitsversorgung in Aussicht stellt, weil er eine bessere Einschätzung von Erkrankungsrisiko, Krankheitsverlauf und Therapieerfolg möglich macht. Auf diesem Ansatz basierend, konzentriert sich DigiMed Bayern über eine Laufzeit von fünf Jahren hinweg auf die Volkskrankheit Atherosklerose, die in Deutschland am häufigsten zum Tode führende Erkrankung.

    Digitale Infrastruktur für Integration und Analyse umfangreicher Gesundheitsdaten

    DigiMed Bayern nutzt zum einen bestehende klinische und epidemiologische Daten, zum anderen sollen diese durch umfassende molekulare Charakterisierungen, wie sie sich insbesondere aus Genomics-, Transcriptomics-, Proteomics- und Metabolomics-Technologien ergeben, erweitert werden. Für die Integration, Analyse und Nutzung dieser Daten wird eine sichere und zukunftsfähige digitale Infrastruktur grundlegend konzeptioniert und umgesetzt.

    Datenschutzkonforme praktikable Lösungen

    Die Analyse von Gesundheitsdaten aus unterschiedlichen Quellen und deren Zusammenführung wirft allerdings zahlreiche datenschutz- und medizinrechtliche Fragen auf. „Hier ist noch vieles rechtlich ungeklärt und umstritten. Dies gilt zum Beispiel auch für den im Projekt geplanten Einsatz von Health Apps“, erklärt Gassner. Es bestehe damit die Gefahr, dass der Datenschutz zur Bremse des medizinischen Fortschritts werde. „Dies durch datenschutzkonforme praktikable Lösungen zu verhindern, betrachte ich als meine wichtigste Aufgabe in dem Projekt.“ Stellungnahmen sowohl der Ethikkommission als auch des Landesdatenschutzbeauftragten seien schon bei der Projektkonzeption berücksichtigt worden, wie Gassner betont.

    Konkrete Verbesserungen in verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems

    DigiMed Bayern soll sich mit unmittelbaren Ergebnissen im Gesundheitssystem niederschlagen, u. a. mit konkrete Verbesserungen im Gesundheitsmanagement sowie in Prädiktion, Diagnostik und Therapie. Zudem soll die durch DigiMed Bayern angelegte Infrastruktur nachhaltig nutzbar und auf andere Institutionen und Erkrankungen bzw. Krankheitsbereiche übertragbar sein.

    Projektleitung und -beteiligte

    Die geschäftsführende Leitung und Koordination von DigiMed Bayern liegt bei BioM, der Koordinierungsstelle für Innovationen aus der medizinischen Biotechnologie, Martinsried. Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Heribert Schunkert, Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrum München (DHM). neben dem DHM, BioM und der Augsburger FEHR umfasst das Projekt zwölf weitere Konsortialpartner zu denen mehrere Kliniken im Bereich der Herz- und Schlaganfallerkrankungen zählen sowie international führende Forschungsinstitute aus Bayern, nämlich:
    • die Deutsche Herzstiftung
    • die Forschungsabteilung Proteomics und Signaltransduktion des Max-Planck-Instituts für Biochemie
    • das Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München
    • das Institut für Humangenetik, Helmholtz Zentrum München
    • das Institut für Humangenetik des Klinikums rechts der Isar der TU München
    • das Institut für Informatik der LMU München
    • das Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der LMU München
    • das Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung des Klinikums der LMU München
    • das Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften der LMU München
    • die Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie des Klinikums rechts der Isar der TU München
    • der Lehrstuhl für Sportpsychologie der TU München
    • Leibniz-Rechenzentrum.
    ________________________

    Forschungsstelle für E-Health-Recht (FEHR)

    ... ist eine unabhängige Forschungseinrichtung der Universität Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich M. Gassner. Sie wurde in Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens im Herbst 2015 gegründet und ist die erste und nach wie vor einzige universitäre Einrichtung in Deutschland, die sich spezifisch mit der dogmatisch fundierten Erforschung und Entwicklung des nationalen, europäischen und internationalen E-Health-Rechts beschäftigt. Im Mittelpunkt steht hierbei eine integrative und intradisziplinäre Analyse der sich im Bereich von Digital Health und Connected Healthcare stellenden komplexen Rechtsfragen vom Aufbau einer Telematikinfrastruktur über die Gerätevernetzung im OP-Saal und Health Apps bis hin zu den Anwendungsszenarien von Health 4.0. Weitere Tätigkeitschwerpunkte der FEHR bilden die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Betreuung von Dissertationen, Wissenschaftspreis usw.) sowie die Weiterbildung (Kurse, Einzelveranstaltungen usw.). Ferner versteht sich die Forschungsstelle als praxisorientierter Beratungsdienstleister für Gesetzgeber, Ministerien, Behörden und Unternehmen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Ulrich M. Gassner
    Forschungsstelle für E-Health-Recht (FEHR)
    Juristische Fakultät der Universität Augsburg
    Telefon: 0821/598-4590
    ulrich.gassner@jura.uni-augsburg.de
    http://www.jura.uni-augsburg.de/forschung/forschungsstellen/fehr/


    Weitere Informationen:

    http://www.bio-m.org/ueber-biom/projekte/digimed-bayern.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Recht
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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