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08.01.2019 14:35

Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende ist ein Thema der ANIM 2019

Romy Held Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin

    Die Transplantationsmedizin und damit auch das Verhältnis von Organspende und Diagnostik des Irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA) – gemeinhin Hirntod genannt – erhält in der politischen und öffentlichen Diskussion viel Aufmerksamkeit. Aktueller Hintergrund ist zum einen der Entwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes und zum anderen das Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende, welches vermutlich in der ersten Jahreshälfte 2019 in Kraft tritt. Beide Initiativen zielen darauf ab, die zwischenzeitlich deutlich rückläufigen Transplantationszahlen zu verbessern.

    Deutschland bildet laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation fast das Schlusslicht bei den Organspendezahlen im Vergleich der europäischen Länder. 2017 sei die Anzahl der Organspender sogar auf den Tiefstand der vergangenen 20 Jahre gesunken: Durch 797 Organspender konnten 2867 Organe transplantiert werden. Dem gegenüber stehen nach Aussagen des BMG 10.000 Patienten, die dringend auf ein Spenderorgan warten. Alle acht Stunden stirbt ein Mensch, weil kein passendes Spender-Organ für ihn gefunden wird. Grund dafür sei nicht unbedingt die fehlende Spendebereitschaft, meint die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 84 Prozent der Bevölkerung stehen der Organspende positiv gegenüber, allerdings besitzen nur 36 Prozent einen Organspendeausweis.

    Die seit 2015 gültige 4. Fortschreibung der Richtlinie zur Feststellung des Irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA) ist von der rückläufigen Entwicklung der Transplantationen unberührt. Die Feststellung des IHA stellt auch unabhängig von der Frage einer Organ- oder Gewebespende ein für die Intensivmedizin unverzichtbares diagnostisches Instrument dar. Es wird durchgeführt, um sichere Erkenntnisse über den Zustand einer Patientin oder eines Patienten zu gewinnen. Nach der Feststellung des IHA ist zu entscheiden, ob die intensivmedizinische Behandlung zu beenden oder dem Willen des Verstorbenen entsprechend die Organ- und/oder Gewebeentnahme einzuleiten ist. „Aus dieser Überzeugung heraus sollte weiterhin Sorge getragen werden, dass nicht das Bild von „zwei Seiten einer Medaille“ die Beziehung von IHA und Organspende prägt. Vielmehr müssen die objektiven medizinisch-wissenschaftlichen Aspekte der Todesfeststellung und die Richtlinie ihrer Anwendung mit den oben genannten Initiativen zur Stärkung der Transplantationsmedizin Hand in Hand gehen“, betont der Neurologe Prof. Dr. Stephan-Axel Brandt (Charité Berlin).

    Brandt übernimmt gemeinsam mit dem DGNI-Präsidenten Prof. Dr. Georg Gahn den Vorsitz des Symposiums „Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende – zwei Seiten einer Medaille?“ auf der ANIM 2019 vom 17.-19. Januar in Berlin.
    Hier wird in vier Vorträgen das praktische Zusammenspiel der Feststellung des IHA und der Transplantationsmedizin thematisiert. Es geht um Aspekte des Qualitätsmanagements bei der IHA-Diagnostik (Stephan Brandt, Berlin) sowie um die Geschichte von Eurotransplant und die Unterschiede in Spender-Systemen der verschiedenen Mitgliedsländer (Serge Vogelaar, Leiden/NL). Zudem werden innovative Verfahren zur Organprotektion dargestellt (Thomas Vogel, Münster) und der aktuelle Stand der Organspende in Deutschland zusammengefasst (Axel Rahmel, Frankfurt a.M.).

    Terminhinweis
    Symposium „Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende – zwei Seiten einer Medaille?“
    Vorsitz: Stephan Brandt (Berlin), Georg Gahn (Karlsruhe)
    Donnerstag, 17. Januar, 17:30–19:00 Uhr
    Berlin Maritim Hotel, Raum 7 (Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin)

    Die ANIM 2019 ist die 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und findet vom 17.-19. Januar 2019 in Berlin statt. In erstklassigen Vorträgen renommierter Experten, praxisorientierten Workshops und Fortbildungskursen sowie Symposien kooperierender Fachgesellschaften wird ein abwechslungsreiches Programm präsentiert. Seit jeher steht die ANIM für eine enge Verzahnung der neurologischen und neurochirurgischen Notfall- und Intensivmedizin und dem Pflegebereich. 2019 sind folgende Schwerpunktthemen geplant: Klinische Studien, Prähospitalphase Schlaganfall, Subarachnoidalblutung, Neuroinfektiologie sowie Ausbildung und Nachwuchsförderung.

    Alle Informationen zur ANIM, weitere Pressemitteilungen sowie die Möglichkeit zur Akkreditierung finden Sie online über die Tagungshomepage http://www.anim.de.

    Medienvertreter sind herzlich zur Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin (ANIM) vom 17. bis 19. Januar 2019 nach Berlin eingeladen. Wenn Sie an einem speziellen Thema Interesse haben, vermitteln wir Ihnen gern einen individuellen Interviewpartner dazu. Bitte wenden Sie sich mit allen Fragen an den Pressekontakt!

    Pressekontakt:
    Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)
    Romy Held, Pressestelle
    c/o Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
    Telefon 03641/3116-280
    presse@dgni.de

    Genutzte Quellen: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Bundesministerium für Gesundheit (BMG)


    Weitere Informationen:

    http://www.anim.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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