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10.01.2019 09:52

Workshop und Filmwoche über die „moderne“ Stadt im Film

Gerhild Sieber Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    „Filmer la Ville“ heißt ein Workshop mit Filmprogramm, den das Kunsthistorische Institut der Universität des Saarlandes organisiert. Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie das Medium Film Zustände und Befindlichkeiten der „modernen“ Stadt beschreibt. Der Workshop findet am Freitag, 1. Februar, von 10 bis 17.30 Uhr im Pingusson-Bau in Saarbrücken statt. Alle Interessierten sind willkommen. Die begleitende Filmwoche beginnt bereits am Montag, 28. Januar; bis einschließlich Freitag, 1. Februar, wird täglich um 20 Uhr im Kino 8 ½ ein Film zum Thema gezeigt.

    1933 diskutierten Stadtplaner und Architekten bei einem internationalen Kongress in Athen über neues Bauen und moderne Siedlungsentwicklung. In ihrer verabschiedeten „Charta von Athen“ wurde der „funktionale Urbanismus“ festgeschrieben. Er sollte das Labyrinth der alten Städte, ihre Unregierbarkeit, mithilfe einer neuen Rationalität bändigen und die Städte wieder kontrollierbar machen. „Glaubt man indes den Filmbildern der Nachkriegszeit, dann ist dieses ‚Projekt der Moderne‘ gescheitert“, erklärt der Kunsthistoriker Salvatore Pisani von der Saar-Uni. Die Filme suggerierten, dass die geplante Domestikation der Städte ins Gegenteil umgeschlagen sei. So habe die Moderne in den Städten und Neubausiedlungen das, was sie bekämpfen wollte, erst möglich gemacht – nämlich Unordnung, Asozialität und Gewalt.

    Pisani hat die Veranstaltung mit dem Titel „Filmer la Ville – Stadt, Moderne und Dystopie filmisch beschleunigt“ gemeinsam mit seinem Team vom Kunsthistorischen Institut organisiert. Dabei geht der eintägige Workshop der Frage nach, wie der Film Zustände und Befindlichkeiten der modernen Stadt spiegelt und dokumentiert. Kritisch wird außerdem reflektiert, ob der Film als Medium der Beobachtung moderner Gesellschaften längst die Deutungshoheit gegenüber Politik und Wissenschaft übernommen hat. Das Spektrum der betrachteten Filme reicht vom Imagefilm über den Dokumentarfilm und die Komödie bis zum sozialkritischen Banlieuefilm.

    In der begleitenden gleichnamigen Filmreihe stehen vier Kinofilme aus den 1950er bis1990er Jahren auf dem Programm, die eine kulturkritische Auseinandersetzung mit der modernen Stadt zeigen, darunter „Alphaville“ des französischen Nouvelle Vague-Cineasten Jean-Luc Godard. Zudem ist der erste in Saarbrücken gefilmte „Tatort“ zu sehen.


    Workshop – Vortragsprogramm: Freitag, 1. Februar 2019
    (Pingusson-Bau, Hohenzollernstraße 60, 77117 Saarbrücken)

    10 Uhr: Begrüßung und Einführung
    Filmer la Ville. Vom filmisch beschleunigten Sterben der modernen Stadt
    (PD Dr. Salvatore Pisani, Universität des Saarlandes, Kunstgeschichte)

    10.30 Uhr: Die ‚moderne’ Stadt als Marke und künftiger Lebensraum: Imagefilme der 1950er Jahre (Prof. Clemens Zimmermann, Universität des Saarlandes, Kultur- und Mediengeschichte)

    11.15 Uhr: „Planloses Labyrinth der Unvernunft“ – Die dunkle Großstadt als Negativfolie in Stadtplanungsfilmen der 1950er Jahre (Jeanpaul Goergen, Berlin, Filmwissenschaft und -geschichte)

    13.30 Uhr: Dig where you stand! Fotografie und Stadtentwicklung anhand einer Fallstudie aus dem Pariser Marais (Prof. Arno Gisinger, Université Paris 8, Photographie und Photographiegeschichte)

    14.15 Uhr: On the making of documentaries about modern architecture in Abidjan, Dakar and Saarbrücken (Prof. Laurence Bonvin, Université d'art et de design Lausanne, Film und Photographie)

    15.15 Uhr: Zur Wohnungsfrage: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
    (Prof. Volker Ziegler, École Nationale Supérieure d’Architecture Straßburg, Architektur und Stadtplanung)

    16 Uhr: Die Stadt ist nicht zum Wohnen da. Vom Topos der Stadtfeindschaft im Film (Prof. Ulrich Pantle, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Architektur und Architekturtheorie)

    16.45 Uhr: Gleichgültig sehen – Der Blick auf moderne Architektur in Filmen Michelangelo Antonionis (Richard Schimanski, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Kunstgeschichte)

    Filmwoche: 18. Januar bis 1. Februar
    (Kino 8 ½, Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken)

    Montag, 28.1. – 20.00 Uhr
    Mein Onkel – Mon oncle von Jacques Tati, 1958 (OV/dt.)
    Einführung: Nadine Linz, Institut für Kunstgeschichte, Universität des Saarlandes

    Dienstag, 29.1. – 20.00 Uhr
    Alphaville von Jean-Luc Godard, 1965 (dt.)
    Einführung: Salvatore Pisani, Institut für Kunstgeschichte, Universität des Saarlandes

    Mittwoch, 30.1. – 20.00 Uhr
    Tatort – Saarbrücken an einem Montag von Karl-Heinz Bieber, 1970
    Einführung: Christian Bauer, Saarländischer Rundfunk

    Donnerstag, 31.1. – 20.00 Uhr
    Avant l'envol (OV/engl.), Sounds of Blikkiesdorp (OV), After Vegas (OV/dt.)
    In Anwesenheit der Regisseurin Laurence Bonvin, Lausanne/Berlin

    Freitag, 1.2. – 20.00 Uhr
    Hass – La haine von Mathieu Kassovitz, 1995 (OV/dt.)
    Einführung: Gerd Heger, Saarländischer Rundfunk

    Weitere Infos unter: https://www.uni-saarland.de/institut/kunstgeschichte/aktuelles.html

    Kontakt:
    PD Dr. Salvatore Pisani (s.pisani@mx.uni-saarland.de)
    Leiter des Instituts für Kunstgeschichte
    Tel.: 0681 302-3317
    E-Mail: s.pisani(at)mx.uni-saarland.de

    Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681 302-2601) richten.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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