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11.01.2019 09:43

Neustart und Perfektionismus – ein gutes Duo?

Melanie Hahn Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Fresenius

    Die meisten Menschen nutzen den Beginn eines neuen Jahres dazu, Verhaltensweisen zu ändern, alte Gewohnheiten abzulegen, Pläne zu schmieden oder gar einen Neuanfang im Job oder Privatleben zu wagen. Angesichts der großen Veränderungen können Zweifel oder Ängste vor Fehlern aufkommen. Ob der Hang zum Perfektionismus hinderlich oder eher förderlich ist, um das angestrebte Ziel zu erreichen, erklärt Dr. Yvonne Glock, Psychologin und Dozentin an der Hochschule Fresenius in Hamburg.

    Für das neue Jahr nehmen wir uns meistens viel vor. Manche planen sogar, ihr gesamtes Leben umkrempeln, sich selbständig zu machen oder einen neuen Job zu suchen. Der Neustart sollte dabei möglichst reibungslos und perfekt verlaufen. Doch häufig setzen Menschen ihre Vorhaben doch nicht in die Tat um.

    „Dafür kann es verschiedene Gründe geben“, erklärt Dr. Yvonne Glock. Grundsätzlich sei der Mensch ein Gewohnheitstier. Dies führe dazu, dass die zunächst so gut gedachten neuen Vorhaben nur in den ersten Tagen umgesetzt würden, man dann aber schnell zu alten Verhaltensmustern zurückkehre. „Es ist schwierig, eingespielte, implizit ablaufende Prozesse von jetzt auf gleich loszuwerden. Gerade unter stressigen Bedingungen fällt man in alte Routinemuster zurück, um den Alltag bewältigen zu können“, so die Psychologin weiter. Oftmals seien die gesetzten Vorhaben auch zu unrealistisch. Falle beispielsweise der Nutzen eines Ziels geringer aus als die Kosten, die wir dafür in Kauf nehmen müssen, sei das Scheitern vorprogrammiert.

    Zudem spiele die Persönlichkeitsstruktur bei der Umsetzung von Vorhaben eine wichtige Rolle. In der Persönlichkeitspsychologie habe sich das Big-Five-Modell als ein Standardmodell zu Beschreibung verschiedener Typen herauskristallisiert. Zu den Big Five zählen Offenheit für Erfahrungen, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit. Zur Gewissenhaftigkeit gehören auch der Perfektionismus und die Selbstdisziplin. „Perfektionismus kann in extremer Ausprägung hinderlich sein und bis zur Handlungsunfähigkeit führen“, so Glock. Ausgesprochen perfektionistische Menschen könnten im Worst Case so lange an ihrer Idee feilen, dass sie nicht verwirklicht wird. Zu wenig Perfektionismus auf der anderen Seite berge allerdings die Gefahr von Fehlern und letztendlich des Scheiterns. „Aber aus Fehlern kann man lernen“, gibt die Psychologin zu bedenken. „Kaum eine Erfindung kam ohne diverse Fehlversuche zustande. So soll beispielsweise Edison, Erfinder der Glühbirne, 9.500 Kohlefäden ausprobiert haben, bis er den richtigen fand.“

    Für einen erfolgreichen Neustart oder für die erfolgreiche Umsetzung von Zielen empfiehlt Glock, Ziele SMART-zu gestalten: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Man solle mit kleinen oder zumindest mit Zwischenzielen beginnen. Dann seien wir eher in der Lage, trotz unseres inneren Wunsches nach Altbewährtem, unsere Routinen hinter uns zu lassen und Verhaltensänderungen zu bewirken.

    Ein ausführliches Interview zu dem Thema gibt es im Wissenschaftsblog adhibeo:
    https://bit.ly/2Ccsa40


    Weitere Informationen:

    http://www.hs-fresenius.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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