Windräder lassen Immobilienpreise sinken

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21.01.2019 13:37

Windräder lassen Immobilienpreise sinken

Leonard Goebel Kommunikation
RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

    Eine Studie des RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass Windkraftanlagen zu sinkenden Preisen von Einfamilienhäusern in unmittelbarer Umgebung führen können. Der Wert eines Hauses in einem Kilometer Entfernung zu einer Windkraftanlage sinkt im Durchschnitt um gut 7 Prozent. Für die Studie hat das RWI knapp 3 Millionen Verkaufsangebote auf dem Online-Portal Immoscout24 ausgewertet.

    Die wichtigsten Ergebnisse:

    - Windkraftanlagen, die in einem Abstand von einem Kilometer von einem Einfamilienhaus errichtet werden, führen im Durchschnitt zu einer Preissenkung der Immobilie um 7,1 Prozent.

    - Mit zunehmendem Abstand von der Windkraftanlage verringert sich der Effekt. Bei einem Abstand von acht bis neun Kilometern haben Windkraftanlagen keine Auswirkungen mehr auf die Immobilienpreise.

    - Den Wertverlust der Immobilien führen die Forscher auf die negativen Auswirkungen von Windrädern auf ihre unmittelbare Umgebung zurück – etwa durch Lärm und die Störung des Landschaftsbildes.

    - Wie die RWI-Studie zeigt, erleiden nicht alle Immobilien den gleichen Wertverlust: Am stärksten betroffen sind alte Häuser in ländlichen Gebieten. Hier kann der Wertverlust innerhalb des Ein-Kilometer-Radius sogar 23 Prozent betragen. Dagegen verlieren Häuser in Stadtrandlage bei gleicher Entfernung zu einer Windkraftanlage kaum an Wert. Dies könnte daran liegen, dass in städtischen Gebieten Störungen des Landschaftsbildes oder Lärm weniger auffallen als auf dem Land.

    „Auch wenn Windkraft eine wichtige Rolle für den Erfolg der Energiewende spielt, können die Auswirkungen für Immobilienbesitzer im Einzelfall gravierend sein“, sagt Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“ am RWI. „Die Installation einer Windkraftanlage kann für Hausbesitzer einen Vermögensverlust von mehreren zehntausend Euro bedeuten.“

    Für die Studie hat das RWI knapp 3 Millionen Verkaufsangebote ausgewertet, die in der Zeit zwischen 2007 und 2015 auf dem Online-Portal Immoscout24 erschienen sind. Die Auswirkungen auf Immobilienpreise wurden dabei mittels eines hedonischen Preismodells geschätzt, das neben vielen Eigenschaften der Häuser und der sozioökonomischen Umgebung die exakte Distanz zwischen den Windkraftanlagen und den betrachteten Einfamilienhäusern berücksichtigt.

    Ihre Ansprechpartner dazu:
    Prof. Dr. Manuel Frondel Tel.: (0201) 81 49-204
    Leonard Goebel (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-210

    Dieser Pressemitteilung liegt das Ruhr Economic Paper #791 „ Low Cost for Global Benefit: The Case of Wind Turbines“ zugrunde. Es kann unter http://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/976/ als pdf-Datei heruntergeladen werden. Über die Ergebnisse der Studie berichtet die „Welt am Sonntag“ vom 20.01.2018 unter der Überschrift „Windkraft vernichtet Immobilienwerte“.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Manuel Frondel, Tel.: (0201) 81 49-204


    Originalpublikation:

    Ruhr Economic Paper #791 „ Low Cost for Global Benefit: The Case of Wind Turbines“
    http://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/976/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Energie, Gesellschaft, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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