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21.01.2019 17:33

"Zeitenwende 1979" – ein neues Buch von Frank Bösch über Aufbrüche in die Welt von heute

Dr. Stefanie Eisenhuth Öffentlichkeitsarbeit
Zentrum für Zeithistorische Forschung

    Wir sind es gewohnt, die jüngere Zeitgeschichte von 1989/90 her zu denken. Ein neues Buch des Historikers Frank Bösch wählt hingegen eine andere Perspektive, um das Aufkommen gegenwärtiger Herausforderungen zu erklären. Der Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam zeigt anhand von zehn globalen Ereignissen des Jahres 1979, wie die Welt von heute begann. Am 25. Januar 2019 erscheint das Buch.

    Im Jahr 1979 häufen sich globale Ereignisse, die schlagartig heutige Probleme auf die Agenda setzen. So gewinnt der islamische Fundamentalismus durch die Revolution im Iran eine neue Bedeutung. Medienberichte über verschleierte Frauen, Scharia-Strafen und Geiseln in der US-Botschaft verunsichern nun die Welt. In Afghanistan stärkt der sowjetische Einmarsch nachhaltig den radikalen Islam. Auf Polens Straßen fordern Millionen von Menschen den Sozialismus heraus, als Papst Johannes Paul II. sein Heimatland besucht. Zugleich gewinnt die ökonomische Globalisierung an Fahrt. Das kommunistische China öffnet sich für den globalen Kapitalismus und lockt internationale Firmen wie VW an. In Großbritannien leitet die frisch gewählte Margaret Thatcher neoliberale Reformen ein, die in vielen Ländern zum Vor- und Schreckbild werden. Parallel dazu kommt das ökologische Denken auf. Durch die erneute Ölkrise, einen AKW-Unfall nahe Harrisburg und die Gründung der Partei „Die Grünen“ wird die Forderung nach einer Energiewende laut. Und erstmals nimmt die Bundesrepublik außereuropäische Flüchtlinge auf: die „Boat People“ aus Vietnam. Viele Deutsche helfen, andere fürchten sich vor einer „Überfremdung“ und es werden erste ausländerfeindliche Anschläge registriert.

    Frank Bösch untersucht diese und viele weitere Ereignisse als Ursprung heute diskutierter Themen und deutet ihr Aufkommen als Reaktionen auf Krisen der 1970er-Jahre. Zudem betont er, welche grenzübergreifenden Konsequenzen diese globalen Wendepunkte haben: „Bislang haben wir den Wandel im ausgehenden 20. Jahrhundert zu sehr von Deutschland aus gedacht. Das Buch zeigt, welchen nachhaltigen Einfluss globale Ereignisse auf die Bundesrepublik hatten“, so Bösch. „Deutlich wird dabei, wie sich der Kalte Krieg in dieser Zeit zwar zuspitzte, die bipolare Ordnung aber zugleich aufbrach. Die Welt wurde multipolar.“ Jedes der zehn Kapitel schildert anhand neu erschlossener Archivakten das Engagement unterschiedlicher Akteure. Dazu zählen Flüchtlingshelfer, die mit dem Schiff „Cap Anamur“ Menschen vor dem Ertrinken retten, ebenso wie VW-Manager, die erste Joint Ventures in Shanghai aushandeln, oder Solidaritätsbrigaden, die ins revolutionäre Nicaragua ausrücken und den „Fair Trade“ einführen. Auf diese Weise bietet das Buch eine Reise zu den Anfängen unserer globalen Gegenwart.

    Frank Bösch ist Professor für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung. Er hat vielfältig zur Geschichte seit dem späten 19. Jahrhundert publiziert. Sein neues Buch „Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann“ erscheint am 25. Januar 2019 im Verlag C.H.Beck.

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    Weitere Informationen zum Autor:
    Frank Bösch, 1969 geboren in Lübeck, studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Hamburg und Göttingen und wurde 2001 mit einer Arbeit über „Die Adenauer-CDU“ promoviert. Anschließend war er Juniorprofessor am Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum und ab 2007 Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seit 2011 ist Frank Bösch Professor für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zur deutschen und internationalen Geschichte des 20. Jahrhunderts, auch zur deutsch-deutschen Geschichte, Geschichte der Medien und den Krisen der 1970er Jahre.

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    Nächste Buchvorstellungen:
    30.01.2019 | 19:30 Uhr | Urania Berlin
    19.02.2019 | 18:00 Uhr | Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
    28.02.2019 | 19:30 Uhr | 29. Auricher Wissenschaftstage
    04.03.2019 | 18.00 Uhr | Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Dresden
    13.03.2019 | 18:00 Uhr | Institut für Zeitgeschichte München
    21.03.2019 | 17:30 Uhr | Zeitgeschichtliches Forum Leipzig


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Frank Bösch,
    Zentrum für Zeithistorische Forschung
    Am Neuen Markt 1
    14467 Potsdam

    Tel: 0331/28991-57
    E-Mail: sekretariat@zzf-potsdam.de


    Originalpublikation:

    Frank Bösch, Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann, München 2019.
    ISBN: 978-3-406-73308-6


    Weitere Informationen:

    https://www.chbeck.de/product/26071725 Das Buch im Verlag C.H.Beck
    https://zzf-potsdam.de/de/mitarbeiter/frank-bosch Vita und Publikationsliste des Autors


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Buchcover


    Zum Download

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    Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des ZZF Potsdam


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