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31.01.2019 11:25

Flughafen Stuttgart: Positive Zwischenbilanz auf dem Weg zum elektrischen Fuhrpark

Alexa Hännicke Öffentlichkeit und Kommunikation
Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

    Shuttlebusse, Zugmaschinen und Förderbänder sind nur einige von vielen Fahrzeugkategorien, die auf dem Vorfeld eines Flughafens eingesetzt werden. Dass es sich mit Blick auf die Klimabilanz, Wirtschaftlichkeit, aber auch den Arbeitsschutz lohnt, solch einen Fuhrpark umfassend zu elektrifizieren, zeigen erste Ergebnisse des Projekts „scale up! – emissionsfreie Flughafenflotte“, das vom Öko-Institut am Stuttgarter Flughafen wissenschaftlich begleitet wird.

    Bis zu 60 Prozent Energie eingespart

    Seit 2016 ersetzt der Flughafen Stuttgart die vorhandene Diesel-Flotte durch Elektrofahrzeuge – bei gleichzeitigem Ausbau der erforderlichen Infrastruktur. Zwischenbilanz des Öko-Instituts: Durch die stückweise Umstellung auf Elektromobilität konnte der Energiebedarf des Stuttgarter Flughafens deutlich reduziert werden. Bezogen auf die Gesamtflotte betrug die Einsparung 22 Prozent. Bei bereits elektrifizierten Fahrzeugkategorien konnten sogar 40 bis 60 Prozent Energie eingespart werden.

    Das Öko-Institut prognostiziert zudem, dass, im Vergleich zur reinen Dieselflotte im Jahr 2014, der Verbrauch von Dieselkraftstoff in 2019 durch den weiteren Ausbau der Elektromobilität um 44 Prozent geringer ausfallen wird.

    Lebensweg: Von der Herstellung bis zur Entsorgung vorteilhaft

    Die Umweltbewertung von Vorfeldbussen und -schleppern zeigt, dass die elektrischen Varianten beim derzeitigen deutschen Strommix über den gesamten Lebensweg bereits etwa ein Viertel (Busse) bzw. ein Fünftel (Vorfeldschlepper) weniger CO2 verursachen als die vorhanden Dieselfahrzeuge. „Dieser Vorteil wird im Zuge der Dekarbonisierung des Stromsystems in den kommenden Jahren weiter zunehmen“, sagt Florian Hacker, Mobilitätsexperte am Öko-Institut. Allerdings: Beim Materialeinsatz besteht bei den Elektrofahrzeugen noch Entwicklungsbedarf. In dieser Kategorie fällt die Bewertung der Dieselfahrzeuge besser aus. „Durch den Einsatz der Lithium-Ionen-Technologie anstelle von Blei-Säure-Batterien kann der Materialeinsatz aber bereits erheblich reduziert werden“, so der Experte.

    Arbeitsplatz: Verbesserungen als Pluspunkt

    Eine erfolgreiche Elektrifizierung der Fahrzeugflotte gelingt nur mit der Akzeptanz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Vorfeld. Einzelne Bedenken zu Beginn von „scale up!“ haben sich mittlerweile aufgelöst, wie Sina Salzer von Losch Airport Service weiß: „Die Verbesserung am Arbeitsplatz durch eine geringere Lärm- und Luftschadstoffbelastung seit Beginn der Elektrifizierung ist enorm und wird von allen Beteiligten als positiv wahrgenommen.“ Darüber hinaus hat die zügige und konsequente Umstellung von gesamten Fahrzeugklassen ebenfalls zur Akzeptanz des Projekts beitragen können.

    Roadmap: Strategische Schritte bis 2035

    Der weitere Projektverlauf richtet den Blick in die Zukunft. „Wir ermitteln Gesamtkosten aller relevanten Fahrzeugklassen, einschließlich der Kosten der Ladeinfrastruktur, sowie Einsparungen an CO2-Emissionen“, so Martin Hofmann vom Flughafen Stuttgart. Ziel ist es, eine möglichst weitreichende Strategie zur Elektrifizierung am Flughafen Stuttgart zu entwickeln und den weiteren Handlungsbedarf aufzuzeigen. Zudem soll auch verstärkt der Dialog mit anderen Flughäfen gesucht und eine mögliche Übertragbarkeit diskutiert werden.

    Partner im Projekt "scale up!" sind die Flughafen Stuttgart GmbH und der Bodenabfertigungsdienstleister Losch Airport Service Stuttgart GmbH.

    Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

    Neues vom Öko-Institut auf Twitter: twitter.com/oekoinstitut

    Das Öko-Institut bloggt unter: blog.oeko.de

    Aktuelle Ausgabe des Onlinemagazins eco@work: www.oeko.de/e-paper


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Florian Hacker
    Stv. Bereichsleiter
    Ressourcen & Mobilität
    Öko-Institut e.V., Büro Berlin
    Tel.: +49 30 405085-373
    E-Mail: f.hacker@oeko.de


    Originalpublikation:

    Working Paper „scale up! – Elektrifizierung der Vorfeldmobilität am Flughafen Stuttgart“ des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/WP-scale-up.pdf)


    Anhang
    attachment icon PM_scale-up_Oeko-Institut

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Energie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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