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04.02.2019 12:46

Wo wachsen die besten Erdbeeren?

Thomas Richter Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Bienen und andere Insekten übernehmen mit ihren Blütenbesuchen eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft. Aufgrund ihres Angebots an Blütenpflanzen und Nistmöglichkeiten stellen Hecken und Waldränder wichtige Lebensräume für Bestäuber dar. Ein Team aus den Abteilungen Funktionelle Agrobiodiversität und Agrarökologie der Universität Göttingen hat untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die Bestäubung von Erdbeeren auswirken.

    Dabei stellte sich heraus, dass sowohl das Gewicht als auch die Qualität der Erdbeerfrüchte gesteigert werden, wenn Erdbeerpflanzen an Hecken platziert sind. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystems & Environment erschienen.

    Für die Untersuchungen wurden Erdbeerpflanzen an drei unterschiedlichen Standorten platziert, das heißt neben Hecken, die an Waldränder grenzten, an freistehenden Hecken und in von Hecken isolierten Grasstreifen. „Wir wollten nicht nur die positiven Effekte der Bestäuber, sondern auch mögliche negative Effekte durch schädliche Insekten untersuchen“, sagt Denise Castle, Erstautorin der Studie, die jetzt am Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen beschäftigt ist. „Deshalb haben wir neben den blütenbesuchenden Fliegen und Bienen auch die in den Blüten fressenden Rapsglanzkäfer in die Studie aufgenommen.“

    Die Isolation wirkte sich negativ auf die Anzahl der Bestäuber aus, nicht aber auf die Dichten der Rapsglanzkäfer. Somit konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Verbindung zu Waldrändern und Hecken einen deutlich positiven Effekt auf die Bestäubung von Erdbeeren hat. „Der Marktwert der Erdbeeren war mit 14,95 Euro pro 1000 Früchte an den mit Waldrändern verbundenen Hecken am höchsten und nahm mit zunehmender Isolation deutlich ab“, erklärt der Agrarökologe Dr. Ingo Grass. „1000 Früchte, die in den Grasstreifen geerntet wurden, erzielten nur noch einen Marktwert von 9,27 Euro.“

    „Mit unserer Studie konnten wir eindrücklich zeigen, dass Hecken wichtige Lebensräume in der Agrarlandschaft sind, die die Verbindung zwischen Lebensräumen und angrenzenden Kulturpflanzen erhöhen können und somit auch zur Steigerung der Fruchtquantität und Qualität beitragen“, folgert Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Catrin Westphal
    Georg-August-Universität Göttingen
    Fakultät für Agrarwissenschaften
    Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität
    Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen
    Telefon: (0551) 39-22257
    E-Mail: cwestph@gwdg.de
    Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/596513.html

    Denise Castle
    Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
    Institut für Bienenschutz
    Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig
    Telefon: (0531) 299-4208
    E-Mail: denise.castle@julius-kuehn.de
    Internet: http://www.julius-kuehn.de/bienenschutz/personal/p/s/denise-castle/


    Originalpublikation:

    https://doi.org/10.1016/j.agee.2019.01.003.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Fressende Rapsglanzkäfer in den Blüten von Erdbeerpflanzen.


    Zum Download

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    Erdbeerpflanzen neben einer freistehenden Hecke.


    Zum Download

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