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11.04.2019 15:38

TU Berlin: Im Griff der Daten? Öffentliche Ringvorlesung zu Datenschutz und Sicherheit im Internet

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin

    Öffentliche Vorlesung zum (Über-)Leben in einer digitalisierten Welt

    Daten sind das neue Öl der digitalisierten Welt und werden nicht nur von Internetunternehmen heiß begehrt. Wie die eigenen Daten geschützt werden und sich das Internet möglichst sicher nutzen lässt, darüber klären Expertinnen und Expertinnen in der öffentlichen Ringvorlesung „Internet & Privatheit“ der TU Berlin im Sommersemester 2019 auf. Zu den Themen Sicherheit im Internet und Datenschutz versammelt sie prominente Vortragende, u. a. Markus Beckedahl, Gründer von netzpolitik.org, und Maja Smoltczyk, Datenschutzbeauftragte des Landes Berlin. Die Vorlesung richtet sich an alle Interessierte – der Besuch ist kostenfrei.

    Das Internet lässt sich in seiner Bedeutung nur vergleichen mit einer neuen industriellen Revolution. Es verändert nicht nur Sektoren wie die Wirtschaft, Bildung und Forschung, auch der Privatbereich verändert sich zunehmend durch intelligente und vernetzte Geräte und Software. Wir kommunizieren über Messenger-Apps, kaufen im Internet ein, speichern Urlaubsbilder in der Cloud oder nehmen virtuelle Arztbesuche wahr. Die Nutzung von Online-Diensten weist weiterhin exponentielle Wachstumsraten auf, damit einher geht jedoch die weitreichende Übertragung privater Daten an eine schwer zu überblickende Datenwirtschaft sowie intransparente Institutionen. Dies birgt diverse Risiken. Etwa sind Persönlichkeitsrechte gefährdet, wenn Daten ohne Zustimmung gesammelt und ausgewertet werden. Bekannt ist mittlerweile auch die mögliche Gefährdung der Demokratie durch Online-Wahlbeeinflussung oder die potenzielle Beeinträchtigung des Rechts auf Gleichbehandlung, wenn Personen oder Gruppen durch Entscheidungen von Computeralgorithmen diskriminiert werden.

    Datensicherheit wichtiger denn je – öffentliche Ringvorlesung will sensibilisieren

    Die öffentliche und für alle Interessierten frei zugängliche Ringvorlesung „Internet und Privatheit“ an der Technischen Universität Berlin möchte die zahlreichen, in der allgemeinen Öffentlichkeit kaum bekannten Details der persönlichen Durchleuchtung erläutern und die Debatte auf eine solide Faktenbasis stellen. Sie will Aufklärung leisten, die enormen Chancen und Möglichkeiten des Internets aufzeigen, aber genauso darlegen, wie „informationelle Selbstbestimmung“, also der Schutz der persönlichen Daten, sinnvoll umgesetzt werden kann. Die TU Berlin möchte mit der Veranstaltung den Dialog unter Studierenden als auch mit der Berliner Öffentlichkeit fördern und die konkrete Umsetzung der seit Mai 2018 gültigen Datenschutzgrundverordnung in den Institutionen der Universität und der Stadt unterstützen.

    „Wir versuchen zu diesem gesellschaftlich höchst relevanten Thema den Dialog zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit in Gang zu bringen. Unser Wunsch ist es, dass sich nach den Vorlesungen noch viele Gesprächsrunden bilden, bei denen Experten mit Nutzern der elektronischen Medien diskutieren“, so Prof. Dr. Mario Birkholz, einer der Organisatoren der Vorlesung.

    „Bei unserer Ringvorlesung lernen die Hörerinnen und Hörer von ausgewiesenen Expertinnen und Experten, wo sich die Knackpunkte für Datenschutz und Sicherheit im Netz finden. Hier kann man nicht nur theoretisches Wissen auf dem aktuellsten Stand erwerben, sondern auch lernen, wie man sich selbst in der digitalen Welt schützen kann“, so Mitorganisator Dr. Franz-Josef Schmitt, wiss. Mitarbeiter am Institut für Chemie der TU Berlin.

    Ringvorlesung bringt Forschende, Politiker*innen und Netzaktivist*innen mit interessierter Öffentlichkeit zusammen

    Die Veranstaltung wird vorbereitet von einem interdisziplinären Team von TU-Wissenschaftlern aus Informatik, Mikroelektronik, und Physik. Für die Vorlesung konnten prominente Forschende, Expert*innen im Bereich Digitalisierung und Datenschutz sowie Verantwortliche aus der Politik gewonnen werden.

    Das vollständige Programm:

    15.04. Steffan Heuer, San Francisco
    Verfolgungswahn im Internet

    29.04. Martin Tschirsich, Modzero, Darmstadt
    All your Gesundheitsdaten belong to us

    6.05. Max Schrems, noyb, Wien
    Warum ich Facebook verlassen habe

    13.05. Katharina Nocun, Berlin
    Die Daten, die ich rief – wie wir unsere Freiheit verkaufen

    20.05. Markus Beckedahl, netzpolitik.org, Berlin
    Staatliche Ausspähung im Netz

    27.05. Prof. Dr. Florian Tschorsch, TU Berlin
    Anonym im Netz unterwegs

    03.06. Dr. Frank Pallas, TU Berlin
    Datenschutz und Technik über Anonymität und Sicherheit hinaus

    17.06. Maja Smoltczyk, Datenschutzbeauftragte des Landes Berlin
    Ein Jahr Datenschutzgrundverordnung

    24.06. Prof. Dr. Ina Schieferdecker, TU und Weizenbaum Institut Berlin
    Daten für die Öffentlichkeit – Daten als digitale Gemeingüter

    1.07. Maija Poikela, TU Berlin
    Location, Privacy and You

    Alle Vorträge werden in deutscher Sprache gehalten, einzig der letzte Termin auf Englisch. Die Vorlesung findet im Sommersemester 2019 immer montags im Architekturgebäude am Ernst-Reuter-Platz statt und ist für alle Interessierten kostenfrei zugänglich. Studierende können 3 ECTS-Punkte erwerben.

    Die Ringvorlesung wird durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt.

    Öffentliche Ringvorlesung „Internet und Privatheit“
    Zeit: jeweils montags, 15.04.-01.07.2019, 16 Uhr c.t.
    Ort: Architekturgebäude, Raum A151, Technische Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
    http://blogs.tu-berlin.de/interprivat_info/

    Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
    Prof. Dr. Mario Birkholz
    Technische Universität Berlin
    Institut für Biotechnologie
    Tel.: +49 (0) 30 314 21159
    E-Mail: mario.birkholz@campus.tu-berlin.de

    Dr. Frank Pallas
    Technische Universität Berlin
    Institut für Wirtschaftsinformatik und quantitative Methoden
    Tel.: +49 (0) 30 314 73285
    E-Mail-Kontakt via http://www.tu-berlin.de/?163772

    Dr. Franz-Josef Schmitt
    Technische Universität Berlin
    Institut für Chemie
    Tel.: +49 (0) 30 314 23511
    E-Mail-Kontakt via http://www.tu-berlin.de/?97515

    Prof. Dr. Florian Tschorsch
    Technische Universität Berlin
    Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik
    Tel.: +49 (0) 30 314-29856
    E-Mail-Kontakt via http://www.tu-berlin.de/?186228


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Informationstechnik, Recht
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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