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18.04.2019 10:59

COPD schlägt auf’s Herz und Betroffene nutzen zu selten nichtmedikamentöse Therapieangebote

Janina Wetzstein Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Patienten mit der chronischen Lungenerkrankung COPD leiden nicht nur unter häufigem Husten, Atembeschwerden und Entzündungen im Bereich der Atemwege, sie entwickeln auch Begleiterkrankungen, die andere Organe betreffen. Wie oft solche Komorbiditäten vorkommen und wie man sie erkennen kann, soll die deutschlandweite COSYCONET-Studie klären. Aktuelle Ergebnisse der umfangreichen Studie, an der mehr als 2.700 COPD-Patienten aus 29 Versorgungszentren teilnehmen, werden beim 125. Internistenkongress vorgestellt. Auf der Kongress-Pressekonferenz am 6. Mai 2019 erläutert DGIM-Kongresspräsident Professor Dr. med Claus Vogelmeier als Leiter und Sprecher der Studie die Ergebnisse.

    Von COPD Betroffene („chronic obstructive pulmonary disease“) leiden unter verengten Atemwegen, vermehrter Schleimproduktion und chronischem Husten. Der mit Abstand wichtigste Auslöser für die Erkrankung, an der rund jeder zehnte Bundesbürger über 40 leidet, ist das Rauchen. „80 Prozent der COPD-Patienten sind Raucher oder haben früher im Leben geraucht“, sagt Professor Dr. med. Claus F. Vogelmeier, Direktor an der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Marburg und diesjähriger Kongresspräsident. Aber auch andere Luftschadstoffe wie Feinstaub oder eine berufliche Belastung mit Kohle- oder Getreidestaub kommen als Auslöser einer COPD infrage.

    Das COSYCONET-Kosortium richtet den Blick nun auf die Folgen der Erkrankung. Im Rahmen des Studienprogramms werden die COPD-Patienten siebenmal intensiv untersucht: Bei Aufnahme in die Studie, sowie 6, 18, 36, 54, 72 und 90 Monate danach. Bei jedem dieser Termine werden Lungenfunktion, Größe, Gewicht und Blutwerte gemessen, auf Komorbiditäten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen untersucht und die körperliche Leistungsfähigkeit getestet. Über Fragebögen werden außerdem demographische Basisdaten erhoben und Aspekte wie Aktivität, psychische Befindlichkeit, subjektive Lebensqualität und Medikation erfasst. „Eine solch große und umfassende Datenbasis zur COPD fehlte für Deutschland bislang“, sagt Vogelmeier.

    Aus der Fülle der erhobenen Daten konnte in den letzten Jahren eine Vielzahl von Erkenntnissen gewonnen und in Fachjournalen publiziert werden. Eine aktuelle Auswertung, die auch auf dem DGIM-Kongress vorgestellt wird, beschäftigt sich mit dem Einfluss, den die Lungenerkrankung auf das Herz der Patienten hat. „Wir beobachten, dass die linke Herzkammer bei COPD-Patienten oft verkleinert ist, außerdem ändert sich durch die Überblähung der Lunge die Lage des Herzens im Brustkorb“, sagt Vogelmeier, der die COSYCONET-Studie mit initiiert hat und leitet. Wie die aktuellen Daten zeigen, verschiebt sich mit zunehmendem Schweregrad der COPD auch die elektrische Achse des Herzens, also die Richtung der Erregungsausbreitung im Herzmuskel. „Diese Veränderung muss an sich keinen Krankheitswert haben“, erklärt Vogelmeier. Es sei jedoch wichtig, die möglicherweise durch die COPD verursachten Verschiebungen bei der Interpretation von EKG-Ableitungen zu berücksichtigen.

    Weitere aktuelle COSYCONET-Auswertungen betrachten die Häufigkeit, mit der COPD-Patienten die in den Leitlinien empfohlenen nicht-medikamentösen Behandlungs- und Präventionsangebote wahrnehmen. „Hier zeigt sich noch Raum für Verbesserungen“, sagt Vogelmeier. Denn während Impfungen zur Vermeidung von Atemwegsinfekten gut angenommen werden, nehmen nur 10 bis 20 Prozent der COPD-Patienten an Lungensportgruppen oder Physiotherapie teil. Auch Programme zur Raucherentwöhnung – der wichtigste Aspekt der Prävention – werden nur von einem Viertel der rauchenden COPD-Patienten besucht. „Besonders Patienten in frühen Stadien der COPD sollten von ihren Ärzten stärker auf die Präventionsangebote aufmerksam gemacht werden“, sagt Vogelmeier – durch sie könne das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamt werden.

    Einen Videobeitrag COSYCONET-Studie zur mit Professor Dr. med. Peter Alter aus dem diesjährigen Kongressteam finden Sie hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=-9_f-N0BKUo

    Bei Abdruck Beleg erbeten.

    *******************
    Terminhinweise:
    Pressekonferenzen im Rahmen des 125. Internistenkongresses in Wiesbaden
    Anschrift: Friedrich-Ebert-Allee 1, 65185 Wiesbaden
    Alle Programme zu den Pressekonferenzen finden Sie hier:
    https://dgim2019.de/eckdaten/presse/

    Vorab-Pressekonferenz der DGIM in der Geschäftsstelle der Fachgesellschaft
    Donnerstag, 25. April 2019, 11:00 bis 12:00 Uhr
    DGIM Geschaftsstelle, Irenenstrasse 1, Wiesbaden

    Eröffnungs-Pressekonferenz der DGIM
    Samstag, 4. Mai 2019, 11:30 bis 12:30 Uhr
    RheinMain CongressCenter, Saal 21

    Pressekonferenz der Korporativen Mitglieder der DGIM
    Sonntag, 5. Mai 2019, 11:30 – 12:30 Uhr
    RheinMain CongressCenter, Saal 21

    Mittags-Pressekonferenz der DGIM
    Montag, 6. Mai 2019, 11:30 – 12:30 Uhr
    RheinMain CongressCenter, Saal 21

    Mittags-Pressekonferenz der DGIM
    Dienstag, 7. Mai 2019, 11:30 – 12:30 Uhr
    RheinMain CongressCenter, Saal 21
    Rahmenprogramm

    Patiententag anlässlich des 125. Internistenkongresses
    Samstag, 04. Mai 2019 10:00 bis 17:00 Uhr
    Rathaus Wiesbaden
    -öffentlich-

    Festliche Abendveranstaltung
    Sonntag, 5. Mai 2019, 17:00 Uhr
    Kurhaus Wiesbaden
    -öffentlich-

    Science Slam
    Montag, 6. Mai 2019, 20:00 bis 21:45 Uhr
    RheinMain CongressCenter, Saal 1 – Plenum
    -öffentlich-

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    Mittags-Pressekonferenz
    der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) anlässlich des 125. Internistenkongresses in Wiesbaden

    Termin: Montag, 6. Mai 2019, 11.30 bis 12.30 Uhr
    Ort: RheinMain CongressCenter, Saal 21
    Anschrift: Friedrich-Ebert-Allee 1, 65183 Wiesbaden

    Themen und Referenten:

    Aktuelle COSYCONET-Studie:
    Wirken sich Lungenerkrankungen auf die Herzgesundheit aus?
    Professor Dr. med. Claus Vogelmeier
    Vorsitzender der DGIM 2018/2019, Direktor an der Klinik für Innere Medizin des Universitätsklinikums Marburg

    Wie können TV, Hörfunk und Zeitung den informierten Patienten unterstützen?
    Medienpreis der DGIM
    Dr. med. Eckart von Hirschhausen
    Moderator und Mediziner

    Aktuelle Forschung aus dem DZD
    Professor Dr. Martin Hrabé de Angelis
    Vorstandsmitglied beim Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, Direktor und Lehrstuhlinhaber der Institute für Experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München

    Aktuelle Forschung aus dem DZL
    Regeneration der Lunge nach Bauplänen der Embryonalentwicklung
    Professor Dr. med. Werner Seeger
    Vorstandsvorsitzender und Sprecher des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Direktor der Medizinischen Klinik II/Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg

    eRef, Gastzugang für Medizinstudenten und Organisation der Jungen Internisten
    Was die DGIM dem medizinischen Nachwuchs zu bieten hat
    Dr. med. Matthias Raspe
    Sprecher der Jungen Internisten der DGIM, Medizinische Klinik für Infektiologie und Pneumologie Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Moderation: Anne-Katrin Döbler, Pressestelle der DGIM, Stuttgart

    Pressekontakt für Rückfragen:
    Janina Wetzstein
    Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V.
    Pressestelle
    Postfach 30 11 20
    70469 Stuttgart
    Fon +49[0]711/8931-457
    Fax +49[0]711/8931-167
    wetzstein@medizinkommunikation.org
    http://www.dgim.de | http://www.facebook.com/DGIM.Fanpage/

    Besuchen Sie uns ab sofort auch bei Twitter unter http://www.twitter.com/dgimev und twittern Sie zum Kongress unter #DGIM2019


    Weitere Informationen:

    http://Einen Videobeitrag COSYCONET-Studie zur mit Professor Dr. med. Peter Alter aus dem diesjährigen Kongressteam finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=-9_f-N0BKUo


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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