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23.04.2019 08:00

Deutschland sucht die Nachtigall

Dr. Gesine Steiner Pressestelle
Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

    Das vom Museum für Naturkunde Berlin initiierte Citizen Science Projekt „Forschungsfall Nachtigall“ erforscht ab April 2019 deutschlandweit den Gesang der Nachtigallen. Singt die Nachtigall in Dialekten, gibt es regionale Unterschiede? Welche Brutstätten bevorzugt sie und welche Sehnsüchte verbinden Menschen mit dem Nachtigall-Gesang? Das Bürgerforschungsprojekt ruft daher Menschen in ganz Deutschland auf, Nachtigallen in ihrer Umgebung aufzunehmen und mit automatischer Orts- und Zeitangabe mit der Datenbank des Projekts zu teilen. Dazu benötigt man die vom Museum für Naturkunde Berlin entwickelte kostenfreie App „Naturblick“.

    Über 1100 zumeist Berliner Bürgerinnen und Bürger haben im Frühjahr 2018 bereits die Liebeslieder der in der Hauptstadt vorkommenden Nachtigallen dokumentiert. So kamen über 2000 neue Strophentypen zu dem bisher wissenschaftlich bekannten Gesangsrepertoire hinzu, das die Liebeslieder der Nachtigall-Männchen ausmacht. Doch die Berliner Nachtigallen singen komplexer als gedacht. Um besser zu verstehen, ob nicht nur die Nachtigallen der Hauptstadt so vielseitig singen, benötigen die Wissenschaftlerinnen am Museum für Naturkunde deutschlandweite Gesangsaufnahmen der Nachtigall. Vielleicht trällern Nachtigallen im Süden oder Westen Deutschlands andere Lieder als in Berlin?

    Das Bürgerforschungsprojekt „Forschungsfall Nachtigall“ ruft daher Menschen in ganz Deutschland auf, Nachtigallen in ihrer Umgebung aufzunehmen! Wer ein Smartphone besitzt, kann mithilfe der kostenlosen App „Naturblick“ anonym oder mit Pseudonym mit einem Klick Gesänge aufzeichnen und mit automatischer Orts- und Zeitangabe mit der Datenbank des Projekts teilen.

    Anhand der Ortsangaben untersuchen die Forscherinnen des Teams dann, ob Nachtigallen anderswo auch wirklich anders singen als die Berliner Vögel, wo und in welchen Lebensräumen sich Nachtigallen in eher ländlichen Gebieten aufhalten und ob sie sich von Licht oder Lärm stören lassen. Die Aufnahmen der Gesänge werden genau analysiert und auf regionale Unterschiede untersucht. Nachtigallen könnten die Anzahl der unterschiedlichen Strophentypen, die Reihenfolge in der diese vorgetragen werden oder Details innerhalb der Strophentypen im Gesang variieren.

    Über das Jahr hinweg sind gemeinsam mit den Bürgerforscherinnen und Bürgerforschern eine Vielzahl an Veranstaltungen geplant, um das Phänomen Nachtigall und deren Gesang im kulturwissenschaftlichen Rahmen zu beleuchten. Die Auftaktveranstaltung zum Projekt - die NachtiGala - wird am Abend des 26. April im Dinosauriersaal des Museums für Naturkunde stattfinden. Am 10. Mai findet im Volkspark Friedrichhain das Event „Picknick& Poesie“ statt. Von Ende April bis Anfang Juni wird es jeden Freitag und Samstag eine Mitternachts-Exkursion in einer Berliner Grünanlage geben. Alle Details dazu finden sich hier: https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/museum/veranstaltungen

    Das Projekt wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für zwei Jahre gefördert, um die Zusammenarbeit von Bürgern und Wissenschaftlern inhaltlich und methodisch voranbringen.
    Weitere Informationen:
    https://www.bmbf.de/de/mitmachen-und-forschen-4503.html
    http://www.buergerschaffenwissen.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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