Menschlicher Einfluss auf jahreszeitliche Temperaturschwankungen schon im 19. Jahrhundert

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23.04.2019 17:10

Menschlicher Einfluss auf jahreszeitliche Temperaturschwankungen schon im 19. Jahrhundert

Charlotte Brückner-Ihl Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Gießener Klimaforscherinnen und -forscher beteiligt an internationaler Studie – Veröffentlichung in „Nature Sustainability“

    Der menschliche Einfluss auf die weltweite Erwärmung hat schon deutlich früher eingesetzt als bislang angenommen. Dies legen paläoklimatologische Studien nahe, an denen der Gießener Klimaforscher Prof. Jürg Luterbacher und Dr. Elena Xoplaki von der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beteiligt waren. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Nature Sustainability“ veröffentlicht.

    In der Studie wurden erstmals Daten mit jahreszeitlich aufgelösten Informationen aus verschiedenen Klimaarchiven und Klimamodellsimulationen der vergangenen Jahrhunderte kombiniert, um den anthropogenen Einfluss auf die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen – Sommertemperaturen minus Wintertemperaturen – in Asien, Europa und Nordamerika abzuschätzen. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen haben einen Einfluss auf Organismen und Ökosysteme, auf die Artenphysiologie, die ökologische Stabilität und die Landwirtschaft sowie die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen. Dabei zeigte sich, dass durch menschliche Aktivitäten die Abschwächung der jahreszeitlichen Temperaturschwankungen bereits seit dem späten 19. Jahrhundert erkennbar ist – und zwar durchweg über die nördlichen mittleren bis hohen Breitengrade.

    Als Hauptursachen hierfür identifizierte das internationale Forscherteam erhöhte Treibhausgaskonzentrationen für die nördlichen hohen Breitengrade und Sulfat-Aerosole für die nördlichen mittleren Breitengrade. „Unsere Studie legt nahe, dass eine Politik zur deutlichen Reduzierung der Treibhausgasemissionen und der Luftverschmutzung die Abschwächung der jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und ihrer potenziellen negativen ökologischen Auswirkungen mildern kann”, so Luterbacher

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    Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Jürg Luterbacher, Ph.D.
    Institut für Geographie
    Bereich Klimatologie, Klimadynamik und Klimawandel
    Senckenbergstraße 1, 35390 Gießen
    Telefon: 0641 99-36223
    E-Mail: jürg.luterbacher@geogr.uni-giessen.de


    Originalpublikation:

    Jianping Duan, Zhuguo Ma, Peili Wu, Elena Xoplaki, Gabriele Hegerl, Lun Li, Andrew Schurer, Dabo Guan, Liang Chen, Yawen Duan and Jürg Luterbacher: Detection of human influences on temperature seasonality from the nineteenth century. Nature Sustainability, online veröffentlicht am 22. April 2019, DOI: 10.1038/s41893-019-0276-4DOI: 10.1038/s41893-019-0276-4


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geowissenschaften
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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