idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
09.05.2019 16:34

Erneut erfolgreiches Jahr für die Fraunhofer-Gesellschaft

Thomas Eck Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft

    Die Fraunhofer-Gesellschaft setzte auch im Jahr 2018 ihren erfolgreichen Kurs fort. Das Finanzvolumen stieg um 12 Prozent zum Vorjahr und erreichte mit 2,6 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Im Fokus stand mit der Fortführung der Agenda Fraunhofer 2022 die weitere Etablierung effizienter Forschungs- und Transferstrukturen.

    Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. mit Sitz in München betreibt 72 Institute und Forschungseinrichtungen in Deutschland mit mehr als 26 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 2018 wuchs ihr Finanzvolumen gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Davon fallen 2,2 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung – mit einem Anteil von rund 85 Prozent das Kerngeschäft von Fraunhofer. Rund 70 Prozent dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft aus Projekterträgen mit Aufträgen aus Industrie und öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. In Summe lagen diese 2018 bei 1,5 Milliarden Euro. Die Wirtschaftserträge erhöhten sich um 2 Prozent auf 723 Millionen Euro. Die darin enthaltenen Erträge aus Aufträgen der Industrie konnte Fraunhofer mit einem Plus von 8 Prozent auf 614 Millionen Euro deutlich steigern.

    Insgesamt war das Finanzvolumen 2018 stärker als im Vorjahr durch Investitionen geprägt. Mit insgesamt 445 Millionen Euro investierte Fraunhofer 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

    Basis technologischer Leistungsfähigkeit

    »Unsere kontinuierlich positive Entwicklung basiert auf einer Vielzahl an gelungenen Projekten, Initiativen und Strukturmaßnahmen, in denen innovative Ideen, Kompetenz und Motivation unserer Forschenden und Mitarbeitenden die entscheidenden Faktoren sind. Sie spiegelt die positive Resonanz bei Kunden und Politik sowie die starke Position von Fraunhofer innerhalb der Scientific Community wider«, so Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

    Auch die Anzahl der Erfindungen, der neu angemeldeten Patente und der Gesamtanzahl der gewerblichen Schutzrechte unterstreicht die Spitzenposition der Fraunhofer-Gesellschaft unter den Forschungseinrichtungen in Deutschland. So meldeten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 2018 734 Erfindungen an. Davon wurden 612 als prioritätsbegründende Patentanmeldungen bei den Patentämtern eingereicht; das entspricht rund drei Patentanmeldungen pro Arbeitstag.

    Forschung weiter intensiviert, strategische Initiativen ausgebaut

    Das Wachstum der Fraunhofer-Gesellschaft spiegelt sich nicht nur in ihrem quantitativen Wachstum wider. Auch 2018 war die kontinuierlich fortgesetzte qualitative Verbreitung und Vertiefung des Forschungs- und Entwicklungsportfolios Basis und Katalysator des wissenschaftlichen Beitrags der Fraunhofer-Gesellschaft zur Entwicklung innovativer Technologien und Lösungen zum Wohle der Gesellschaft und zur Stärkung der deutschen und europäischen Wirtschaft.

    Bereits 2017 formulierte die Fraunhofer-Gesellschaft mit der Agenda Fraunhofer 2022 konkrete strategische Projekte zur Entwicklung neuer Strukturen und Prozesse, um instituts- und Fraunhofer-übergreifend systemrelevante Technologietrends für Deutschland und Europa voranzutreiben. Das Ziel der Agenda, »den Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft steigern durch Exzellenz und Synergie«, wurde auch 2018 konsequent weiterverfolgt.

    Auf Basis der Erhöhung der Grundfinanzierung durch Bund und Länder im Jahr 2017 erhielt Fraunhofer auch 2018 einen gesteigerten Forschungsetat. Die erhöhte Grundfinanzierung wurde in diesem Jahr vor allem zur Finanzierung zentraler strategischer Initiativen verwendet. Unter anderem setzt Fraunhofer damit den Aufbau der Fraunhofer Cluster of Excellence sowie neue Leitprojekte um. Der in den letzten Jahren tendenziell rückläufige Anteil der Grundfinanzierung am Haushalt der Vertragsforschung liegt durch die Anpassung wieder im Rahmen des bewährten, erfolgreichen Fraunhofer-Modells. Dies spiegelt auch die politische Unterstützung von Bund und Ländern wider.

    Darüber hinaus wurde 2018 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Land Hessen beschlossen, das in Darmstadt seit 2015 etablierte »Center for Research in Security and Privacy« (CRISP) zu einem nationalen Forschungs- und Kompetenzzentrum für angewandte Cybersicherheit auszubauen. CRISP ist ein Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft unter Beteiligung der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt. In einem einzigartigen und innovativen Kooperationsmodell von universitärer und außeruniversitärer Forschung werden die Kompetenzen und Stärken von Fraunhofer mit den Kompetenzen und Stärken von Hochschulen kombiniert.

    Zahl der Ausgründungen und Beteiligungen steigt erneut

    Ausgründungen sind ein integraler Bestandteil der Verwertungsaktivitäten bei Fraunhofer. Typischerweise unterstützt die Fraunhofer-Gesellschaft über die Abteilung Fraunhofer Venture die Gründerinnen und Gründer bei der Vorbereitung einer Ausgründung. Im Jahr 2018 unterstützte Fraunhofer Venture 39 neue Ausgründungsprojekte; es gingen 30 Spin-offs aus der Fraunhofer-Gesellschaft hervor. Fraunhofer hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl die Anzahl der Ausgründungen als auch den Anteil des Wirtschaftsertrags mit Spin-offs am Gesamtwirtschaftsertrag zu steigern. Unterstützt wird dieses Ziel mit umfangreichen zielgerichteten Maßnahmen und Programmen, die im Rahmen des integralen Ansatzes »AHEAD« inhaltlich gebündelt wurden.

    Auch das Beteiligungsportfolio entwickelte sich 2018 dynamisch. So war die Fraunhofer-Gesellschaft an insgesamt 90 Unternehmen beteiligt, darunter 66 Unternehmen mit Fokus auf den Technologietransfer in die Wirtschaft. Es kamen elf Unternehmen hinzu, bei denen sich die Fraunhofer-Gesellschaft am Grund- bzw. Stammkapital beteiligt.

    Digitale Vernetzung als Innovationstreiber

    Fraunhofer ist in der deutschen Forschungslandschaft exzellent vernetzt. So haben 90 Prozent der Institutsleitungen eine Universitätsanbindung. Überdies bestehen seit 2018 institutionalisierte Kooperationsprogramme mit allen vier großen Forschungsorganisationen in Deutschland. Hiervon profitieren vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU), denen Fraunhofer dadurch eine Schnittstelle zur Grundlagenforschung bietet. Auf diese Weise können die Ergebnisse aus den Laboren noch schneller in die Anwendung und schließlich in die Märkte überführt werden.

    Interdisziplinäre und koordinierte Forschung durch optimierte Zusammenarbeit der Institute ist eines der Kernziele der Fraunhofer Agenda 2022. Zu diesem Zweck nutzt Fraunhofer verstärkt die Vorteile der Digitalisierung der Arbeitswelt. Zum einen mit der 2018 ins Leben gerufenen Initiative »Fraunhofer Digital«, mit der Fraunhofer spürbare Zuwächse an Effizienz, Kreativität und Know-how verzeichnet. Zum anderen hat Fraunhofer mit »New Work« ein Projekt gestartet, das über ein hohes Maß an Virtualisierung von Arbeitsmitteln, Vernetzung von Personen sowie Flexibilisierung von Arbeitsbedingungen die Arbeitgeberattraktivität, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft steigert.

    Auch international hervorragend positioniert

    Mit Projekten in 82 Ländern ist Fraunhofer auch auf internationaler Ebene gut aufgestellt. Um diese Kontakte weiter auszubauen, ermöglicht Fraunhofer über das Mobilitätsprogramm »CONNECT« einen Aufenthalt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Fraunhofer-Einrichtungen im Ausland. Darüber hinaus unterstützt das Programm ICON (International Cooperation and Networking) die strategische Zusammenarbeit mit exzellenten ausländischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Der internationale Erfolg zeigt sich wirtschaftlich im anhaltend hohen Niveau der Auslandserträge. Im Jahr 2018 steigerte die Fraunhofer-Gesellschaft ihre im Ausland erzielten Erträge um 5 Prozent auf insgesamt 293 Millionen Euro (ohne Lizenzerträge).

    Prof. Neugebauer: »Nur mit dem großen Engagement aller Mitarbeitenden in Instituten und Zentrale sind unsere Erfolge möglich. Wenn wir die Zukunft von Fraunhofer mit Mut und Zuversicht angehen, werden wir erneut Großes für die angewandte Forschung und unsere Auftraggeber leisten – und damit auch für unser Land und für Europa.«

    Den vollständigen Fraunhofer-Jahresbericht und weitere Publikationen der Fraunhofer- Gesellschaft finden Sie unter: https://www.fraunhofer.de/de/mediathek.html


    Originalpublikation:

    https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2019/mai/jahresbericht-d...


    Weitere Informationen:

    https://www.fraunhofer.de/de/mediathek.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay