Klimawandel erschwert den Kampf gegen Terrorismus in Afrika

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15.05.2019 00:01

Klimawandel erschwert den Kampf gegen Terrorismus in Afrika

Christopher Stolzenberg Öffentlichkeitsarbeit
adelphi research

    Ein neuer Forschungsbericht von adelphi zeigt erstmals, wie am Tschadsee eine der weltweit größten humanitären Krisen überwunden werden kann. „Shoring Up Stability: Addressing climate and fragility risks in the Lake Chad region“ wurde von UNDP finanziell unterstützt und heute auf dem Stockholm Forum on Peace and Development vorgestellt.

    In der Tschadseeregion sind derzeit rund 10,7 Millionen Menschen auf Unterstützung durch internationale Hilfsorganisationen angewiesen. Damit leidet die Region unter einer der größten humanitären Krisen der Welt. Eine neue Studie der Berliner Denkfabrik adelphi, initiiert von den G7-Staaten, zeigt erstmals, wie sich die Auswirkungen des Klimawandels und der Konflikt in Regionen wie dem Tschadseebecken gegenseitig beeinflussen und die Krisen verschärfen. Das internationale Autorenteam entwickelt Optionen für die internationale Politik, mit denen diese Herausforderungen gelöst werden können. Der Forschungsbericht „Shoring Up Stability: Addressing climate and fragility risks in the Lake Chad region“ wurde heute auf dem Stockholm Forum on Peace and Development vorgestellt.

    TSCHADSEEREGION IN TEUFELSKREIS GEFANGEN

    Die Autorinnen zeigen in ihrem Bericht, wie die Folgen des Klimawandels den Druck auf die Bevölkerung in der Region erhöhen, deren Widerstandsfähigkeit ohnehin durch den fortdauernden Konflikt belastet ist. Um ihren Wirkungskreis zu durchbrechen, müssen die Folgen des Klimawandels in alle Maßnahmen der humanitären Hilfe, Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit gezielt eingeplant werden, empfehlen die Forscher von adelphi in ihrem Bericht. Diese ganzheitliche Herangehensweise ist eine wesentliche Grundlage für mehr Stabilität und nachhaltige Entwicklung in von Konflikten betroffenen Regionen wie der um den Tschadsee.

    Bei der Vorstellung des Forschungsberichts in Stockholm sagte Janani Vivekananda, eine Hauptautorin des Berichts und Senior Advisor bei adelphi:

    „In diesem Bericht haben wir vier Fragilitätsrisiken identifiziert, die der Klimawandel in der Tschadseeregion mittelbar verschärfen kann: Die Lebensgrundlage tausender Menschen ist gefährdet, Ressourcenkonflikte können angeheizt werden, die Rekrutierung nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen und ein zu einseitiger Fokus der Regierungen in der Region auf militärische Maßnahmen. Die Analyse dieser Risiken macht deutlich, dass wir die Lösung der Kernursachen des Konflikts in den Fokus rücken müssen, um nachhaltige und andauernde Lösungen zu erhalten, anstatt in konventionellen militärischen Parametern zu denken.“

    ZWEI JAHRE UNABHÄNGIGER INTERDISZIPLINÄRER FORSCHUNG AM TSCHADSEE

    „Shoring Up Stability“ ist das Ergebnis von zwei Jahren unabhängiger, interdisziplinärer Forschung in Kamerun, Niger, Nigeria und im Tschad. Die Studie vereint Daten hydrologischer Langzeituntersuchungen aus dem Tschadseebecken mit jüngsten Analyseergebnissen aus zwanzig Jahren Satellitenbeobachtungen. Darüber hinaus wurden fast 250 lokale Akteure interviewt, inklusive aktueller und ehemaliger Mitglieder bewaffneter Gruppen sowie, Vertreter der Zivilgesellschaft, Experten und Entscheidungsträger aus der Region. Das Team hat methodisch neue Wege beschritten und den Grundstein für Analysen klimabedingter Fragilitätsrisiken in anderen Teilen der Welt gelegt.

    Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UN Development) hat „Shoring Up Stability“ finanziell unterstützt. Zusätzliche Forschung wurde durch das Außenministerium der Niederlande und das Auswärtige Amt unterstützt.

    Der Bericht sowie Infografiken, ein Comic und Videomaterialien können auf folgender Website heruntergeladen werden: https://www.shoring-up-stability.org

    ÜBER ADELPHI

    adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und führende Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung. Unser Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. Wir bieten Regierungen, internationalen Organisationen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren maßgeschneiderte Lösungen für nachhaltige Entwicklung und unterstützen sie dabei, globalen Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen.

    MEDIENKONTAKT

    Christopher Stolzenberg
    Head of Communications
    stolzenberg@adelphi.de
    +49 30 8900068-96
    www.adelphi.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Janani Vivekananda, vivekananda@adelphi.de


    Originalpublikation:

    Vivekananda, Janani; Martin Wall, Florence Sylvestre and Chitra Nagarajan 2019: Shoring Up Stability. Adressing climate and fragility risks in the Lake Chad region. Berlin: adelphi.


    Weitere Informationen:

    https://www.shoring-up-stability.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Politik, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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