idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Teilen: 
14.05.2019 14:00

Die FEES ist eine sichere und aufschlussreiche Methode zur Diagnostik von Schluckstörungen

Dr. Bettina Albers Pressestelle der DGN
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

    Die funktionelle endoskopische Schluck-Untersuchung (FEES) ist ein etabliertes Verfahren der Dysphagiediagnostik. Eine aktuell in „Neurological Research and Practice“ publizierte Studie [1] untersuchte an 23 Zentren in Deutschland und in der Schweiz die Sicherheit der FEES sowie ihren Einfluss auf das Therapiemanagement von Patienten mit Schluckstörungen. Das Diagnoseverfahren erwies sich als sicher und führte bei über der Hälfte der Patienten zu einer Änderung des Ernährungsmanagements.

    Als flankierende Maßnahme des FEES-Curriculums der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) wurde 2014 eine multizentrische FEES-Registerstudie initiiert. Diese Studie verfolgte das Ziel, die Sicherheit und Effektivität der nach diesem Ausbildungsprogramm implementierten FEES zu überprüfen. Wie aktuell in „Neurological Research and Practice“ aktuell berichtet wird, konnten in diese Studie an 23 Standorten von September 2014 bis Mai 2017 insgesamt 2401 Patienten mit einem weiten, repräsentativen Diagnosespektrum eingeschlossen werden (u.a. hatten 61% eine Schlaganfall-Diagnose, 6,5% waren an Morbus Parkinson erkrankt).

    Im Ergebnis zeigte sich zum einen, dass die FEES auch in der Hand von unerfahrenen Untersuchern, eine entsprechende Supervision vorausgesetzt, eine sehr sichere und verträgliche Methode der Dysphagiediagnostik ist. Die Häufigkeit von Komplikationen lag auf dem Niveau anderer Publikationen, zudem waren die in der Studie beobachteten Komplikationen stets selbstlimitiert und bedurften keiner weitergehenden Notfallintervention. Zum anderen zeigte die Studie, dass die FEES in sehr vielen Fällen (>50%) einen direkten Einfluss auf das Ernährungsmanagement des Patienten hatte. So konnten mehr als 40% der Patienten nach der FEES eine liberalere Kostform erhalten, bei mehr als 15% war sogar der Wechsel von einer künstlichen enteralen Ernährung über eine Magensonde zu einer oralen Kost möglich. Demgegenüber wies die FEES bei ca. 12% der Patienten auf eine bisher unterschätzte Schluckstörung hin und gab so Anlass für eine vorsichtigere Ernährungsform.

    „Insgesamt legt diese Studie nahe, dass die Versorgung von Dysphagiepatienten in Deutschland an vielen Standorten in vorbildlicher Weise interdisziplinär erfolgt“, erklärte Prof. Dr. Rainer Dziewas vom Universitätsklinikum Münster. „Wünschenswert wäre in jedem Fall, dass auch zukünftig eine weitere Verbesserung der Versorgung angestrebt und konsequent von wissenschaftlichen Projekten begleitet wird.“

    Das FEES-Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) wurde 2014 ins Leben gerufen. Seitdem hat diese Initiative mehr als 500 FEES-Zertifikate und mehr als 400 FEES-Ausbilder-Zertifikate vergeben. Zudem werden pro Jahr an verschiedensten Standorten in Deutschland eine kontinuierlich steigende Zahl an curricularen FEES-Kursen angeboten und auch Hospitationsmöglichkeiten wurden an mehreren Kliniken systematisch implementiert. Zuletzt hat sogar die European Society for Swallowing Disorders (ESSD) ein in relevantem Umfang an das Deutsche Konzept angelehnte Ausbildungsprogramm vorgestellt.

    Literatur
    [1] Dziewas R et al. Neurological Research and Practice; 2019; https://doi.org/10.1186/s42466-019-0021-5

    Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
    c/o albersconcept, Jakobstraße 38, 99423 Weimar
    Tel.: +49 (0)36 43 77 64 23
    Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
    E-Mail: presse@dgn.org

    Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
    sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren über 9500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

    Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
    Stellvertretender Präsident: Prof. Dr. med. Christian Gerloff
    Past-Präsident: Prof. Dr. Gereon R. Fink
    Generalsekretär: Prof. Dr. Peter Berlit
    Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
    Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail: info@dgn.org


    Weitere Informationen:

    http://www.dgn.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).