idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
15.05.2019 10:00

Aktuelle Studie zeigt: Jeder fünfte Todesfall weltweit ist auf ungesunde Ernährung zurückzuführen

Dr. Bettina Albers Pressestelle Deutsche Hochdruckliga
Deutsche Hochdruckliga

    Umfangreiche Daten aus der im Lancet publizierten Studie „Global Burden of Disease“ (GBD) [1] legen nahe, dass die Ernährung wesentlichen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko und die Sterblichkeit hat. Weltweit sind schätzungsweise pro Jahr insgesamt 11 Mio. Todesfälle und 255 Mio. DALYs („disability-adjusted life years“) mit einer schlechten Ernährung verbunden. Als wichtigste Risikofaktoren wurde der zu geringe Verzehr von Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten, Früchten, Gemüse und Nüssen sowie ein zu hoher Salzkonsum identifiziert. Eine ungesunde Ernährung begünstigt auch die Entstehung von Bluthochdruck, unter dem in Deutschland 20-30 Mio. Menschen leiden.

    In der GBD-Studie wurden von 1990 bis 2017 in 195 Ländern Verbrauchstrends von 15 verschiedenen Ernährungsbestandteilen evaluiert. Ziel war, die Auswirkungen einer ungesunden Ernährung auf die Sterblichkeit und Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu untersuchen. Ungeachtet einiger regionaler Unterschiede kommen die Autoren insgesamt zu dem Schluss, dass in keiner Region der Welt die optimale Menge aller 15 Nahrungskomponenten verzehrt wird. Die größten Defizite wurden bei Milch, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen festgestellt. Einen globalen Übergebrauch weisen die Daten hingegen bei zuckerhaltigen Getränken, verarbeitetem Fleisch und beim Salzkonsum aus – mit dramatischen Folgen: Ein hoher Kochsalzverbrauch könne für etwa 3 Mio. Todesfälle und 70 Mio. DALYs verantwortlich gemacht werden.

    In Deutschland sind laut GBD-Studie allein 162 ernährungsbedingte Todesfälle pro 100.000 Einwohner zu verzeichnen (vgl. Israel 88,9). Bei uns gelte lt. Studienauswertung vor allem der deutlich zu geringe Verzehr an Vollkornprodukten als einer der häufigsten ernährungsbedingten Risikofaktoren für Krankheit und Sterblichkeit.

    „Die Studie bestätigt erneut, dass die Ernährung ein entscheidender Faktor für unsere Gesundheit ist. Doch das gilt keinesfalls nur für das Diabetes- und Krebsrisiko. Wir wissen seit langem, dass eine ungesunde, vor allem auch salzreiche Ernährung den Blutdruck hochtreibt. Deshalb ist es wichtig, diesen Zusammenhang in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen“, kommentiert Univ.-Prof. Dr. med. Bernhard Krämer (Universitätsklinikum Mannheim), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL®.

    20-30 Mio. Menschen in Deutschland haben zu hohe Blutdruckwerte
    In Deutschland leben etwa 20 bis 30 Mio. Menschen mit einem zu hohen Blutdruck [2]. Häufigster Grund dafür ist ein ungesunder Lebensstil, d.h. vor allem ein Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung. „Hoher Blutdruck ist der Hauptrisikofaktor dafür, dass in den industrialisierten Ländern viele Menschen Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden und u.a. auch ein höheres Risiko für Nierenversagen haben“, so Prof. Dr. med. Peter Trenkwalder (Starnberg), Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Bluthochdruck ist quasi ein Bindeglied zwischen schlechter Ernährung und hoher Sterberate. Wer sich ungesund ernährt, entwickelt häufig Bluthochdruck, der wiederum kann dann auf lange Sicht, zumindest, wenn er nicht behandelt wird, zu lebensgefährlichen Herz-Kreislauferkrankungen führen.“

    Blutdruck senken durch gesündere Ernährung
    Wie kann man sich also blutdruckfreundlich ernähren? Einer der wichtigsten Aspekte bei der Ernährung ist das Thema Kochsalz. Zwar ist Salz ein lebenswichtiger Bestandteil der Ernährung (erforderlich sind ca. 1 g pro Tag), aber dass zu viel Salz in der Nahrung die Entstehung von Bluthochdruck befördert und damit das Risiko für kardiovaskuläre/-renale Folgeerkrankungen erhöht, ist durch zahlreiche Studien inzwischen belegt und unbestritten. Die WHO empfiehlt täglich maximal 5 g Salz zu sich zu nehmen (resp. <2 g Natrium). Die von der Deutschen Hochdruckliga [3] maximal empfohlene Salzmenge beträgt 5-6 g (derzeit werden hierzulande aber durchschnittlich 9-12 g Salz täglich verzehrt!). Wenn Menschen mit hohen Blutdruckwerten ihren Salzkonsum auf weniger als 6 g reduzieren, kann das den Blutdruck um bis zu 8 mm Hg senken. Für Hochdruckpatienten gilt außerdem, dass generell durch Kochsalzbeschränkung die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verbessert und damit Medikamente eingespart werden können.

    Die Deutsche Hochdruckliga rät: Statt Salz bei der Zubereitung der Gerichte andere Gewürze und Kräuter verwenden, Essen auf dem Teller nicht nachsalzen, frische Lebensmittel bevorzugen, Mahlzeiten frisch zubereiten und Nahrungsmittel mit hohem Kochsalzgehalt meiden. Darüber hinaus gilt: Genügend Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen! Wer gesund isst, hat in der Regel kein Problem mit Übergewicht, das ebenfalls den Blutdruck hochtreiben kann. Ebenso hilft Bewegung, den Blutdruck auf natürliche und einfache Weise zu senken.

    Am 17. Mai 2019 ist Welt Hypertonie Tag.
    Weiteres Pressematerial finden Sie unter https://www.hochdruckliga.de/pressemeldung/items/regelmaessige-blutdruckmessunge...

    [1] Lancet 2019; 393: 1958–72 Published Online April 3, 2019 http://dx.doi.org/10.1016/ S0140-6736(19)30041-8
    [2] Epidemiologisches Bulletin 5/2015, Robert-Koch-Institut, Berlin; abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/05_15.pdf?__b...
    [3] Ernährung und Kochsalzverbrauch bei arterieller Hypertonie © Deutsche Hochdruckliga e.V. Foliensatz, abrufbar unter https://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/folien/Foliensatz_3.pdf

    Kontakt/Pressestelle
    Dr. Bettina Albers
    albers@albersconcept.de
    Telefon: 03643/ 776423
    Mobile: 0174/ 216562


    Weitere Informationen:

    http://www.hochdruckliga.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay