Neustart einer europäischen Photovoltaik-Produktion ist möglich

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17.05.2019 13:48

Neustart einer europäischen Photovoltaik-Produktion ist möglich

Karin Schneider Presse und Public Relations
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

    Unter dem Titel »Ist eine PV-Fabrik in Deutschland/Europa realistisch?« diskutierten auf der heute zu Ende gehenden Intersolar Europe in München Experten aus Industrie, Forschung und Verbänden über die Chancen und Möglichkeiten, in Deutschland und Europa wieder eine Photovoltaik-Produktion anzusiedeln. Die Podiumsdiskussion basierte auf der Vorstellung erster Ergebnisse einer Studie, die das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im Auftrag des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erstellt.

    Die Preise für Solarmodule sind in den letzten drei Jahren auf die Hälfte gefallen, Solarstrom ist heute international eine der günstigsten Formen der Energiebereitstellung- auch in Europa. Die Produktion von Solarzellen und –modulen findet jedoch überwiegend in Asien statt. Auf der Branchenleitmesse Intersolar Europe stellte das Fraunhofer ISE erste Ergebnisse einer vom VDMA beauftragten Studie vor, die der Frage nachgeht, ob und unter welchen Voraussetzungen Massenproduktion in Deutschland oder Europa realistisch ist.

    »Für die weitere Entwicklung des deutschen Maschinenbaus in der Branche ist die Produktion von PV-Materialien und Bauelementen, wie Siliciumscheiben, Solarzellen und PV-Modulen in Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung«, so Dr. Jutta Trube, Division Manager Photovoltaic Equipment beim VDMA. »Vor diesem Hintergrund erstellt derzeit das Fraunhofer ISE in unserem Auftrag eine Studie, die die Möglichkeiten und Voraussetzungen analysiert.«
    In dieser Studie wird die derzeit relevante Technologie basierend auf oberflächenpassivierten mono-kristallinen Silciumsolarzellen (mono-PERC) entlang der Wertschöpfungskette vom Wafer bis zum Modul betrachtet, und es werden die Kostenverhältnisse bei einer Produktion in Deutschland/Europa mit einer Produktion in China verglichen.

    »Unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass der Aufbau einer vertikal über alle Wertschöpfungsstufen (Ingot, Wafer, Zelle, Modul) integrierten PV-Fabrik in Europa trotz des Imports wichtiger Verbrauchsmaterialien wettbewerbsfähig gegenüber einer chinesischen PV-Fabrik sein kann«, sagt Dr. Andreas Bett, Institutsleiter Fraunhofer ISE. »Entscheidend ist bei dieser Betrachtung, dass zum einen bei den Herstellungskosten auch die notwendigen Transportkosten von Modulen aus China für den europäischen Markt berücksichtigt werden und zum anderen auch Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion in den Fokus genommen werden.«

    Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Marktperspektive in Europa und dem Aufbau von Multi-Gigawatt (GW)-Fabriken in Europa sollten zudem auch die für die PV-Modulherstellung wichtigen Zuliefererbetriebe wieder für eine lokale Herstellung besonders kostenintensiver Verbrauchsmaterialien wie Glas und Aluminium-Rahmen gewonnen werden können. Damit könnte eine nochmalige Absenkung der Herstellungskosten in Europa und damit auch ein Kostenvorteil gegenüber den in China gefertigten und importierten Modulen erreicht werden.

    Die vollständige Studie soll bis Ende Juni fertig gestellt werden und wird noch ausführlicher auf Kostentreiber sowie Einspar- und Entwicklungspotenziale eingehen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Jochen Rentsch, Abteilungsleiter Produktionstechnologie
    Fraunhofer ISE


    Weitere Informationen:

    https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2019/Neus...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Energie, Maschinenbau
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Eine PV-Produktion in Europa, wie hier am Fraunhofer ISE, kann wettbewerbsfähig sein.


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    Diskussion mit Rene Battistutti (Energetica Industries), Dr. Andreas Bett (Fraunhofer ISE), Michael Schmela (SolarPower), Dr. Jochen Rentsch (Fraunhofer ISE) und Dr. Peter Fath (RCT Solutions).


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