idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
20.05.2019 10:53

Wie hängen Gewicht und Psychologie zusammen?

Patricia Achter Dezernat Kommunikation
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

    Expertenkommentare zu Adipositas und Abnehmen

    „Abnehmen beginnt im Kopf – Was hat Gewicht mit Psychologie zu tun?“: Anlässlich des europäischen Adipositas-Tages am 18. Mai 2019 haben Psychologinnen und Psychologen der Universität Bamberg darüber informiert, welchen Einfluss Gedanken, Gefühle und Verhalten auf das Gewicht haben können. Die Forschenden fassen einige wesentliche Erkenntnisse aus ihren Vorträgen in Kommentaren zusammen und stehen für weiterführende Interviews gerne zur Verfügung.

    Wie können Apps beim Abnehmen helfen?

    Prof. Dr. Jörg Wolstein, Professor für Pathopsychologie:
    „Apps haben den großen Vorteil, dass sie zeitlich und örtlich weitgehend unabhängig genutzt werden können, eine gewisse Individualisierung möglich ist und die Nutzung durchaus auch anonym sein kann. Somit ist die Schwelle, sich Unterstützung zu holen, niedriger; gerade bei dem Thema Übergewicht befürchten viele Betroffene ja Vorurteile. In vielen Fällen kann die Nutzung einer App durchaus erfolgreich und ausreichend sein, in anderen Fällen wird sie wenigstens die Ängste reduzieren, sich weiterführende Hilfen zu suchen.“

    E-Mail: joerg.wolstein@uni-bamberg.de, Tel.: 0951/863-2045

    Forschungsschwerpunkte:
    - Gesundheitsförderung, zum Beispiel im Bereich Bewegung und Ernährung
    - Sucht, unter anderem Alkohol, Medienkonsum, Suchterkrankungen im hohen Alter
    - Psychische Krankheitsbilder, zum Beispiel Schizophrenie, Depression, Essstörungen

    Wie können Ess- und Gewichtsstörungen behandelt werden?

    Prof. Dr. Sabine Steins-Löber, Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie:
    „In der Behandlung psychologischer Aspekte bei Ess- und Gewichtsstörungen haben sich insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen bewährt. Hierbei werden individuelle Faktoren, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung problematischer Verhaltensmuster beteiligt sind, berücksichtigt und ein persönlicher Behandlungsplan entwickelt.“

    E-Mail: sabine.steins-loeber@uni-bamberg.de, Tel.: 0951/863-1884

    Forschungsschwerpunkte:
    - Verhalten bei Essstörungen, insbesondere Adipositas
    - Abhängigkeitserkrankungen, zum Beispiel Alkohol, Internetsucht, Kaufsucht, Binge Watching
    - Auswirkungen von Substanzkonsum, zum Beispiel Alkohol, auf die Psyche

    Wie hängen Gewicht und Psyche miteinander zusammen?

    Dr. Stefanie Schroeder, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie:
    „Psychologische Faktoren, wie Selbstkontrolle, Motivation oder der Umgang mit emotionaler Belastung, haben Einfluss darauf, ob wir Gewicht zunehmen und wie gut es uns gelingt, erfolgreich abzunehmen. Diese Faktoren können beeinflussen, was und wieviel wir essen und in welchem Ausmaß wir uns sportlich betätigen. Daher sollten psychologische Faktoren in der Prävention und Behandlung von Übergewicht und Adipositas mitberücksichtigt werden.“

    E-Mail: stefanie.schroeder@uni-bamberg.de, Tel.: 0951/863-2589

    Forschungsschwerpunkte:
    - Psychologische Aspekte von körperlichen Krankheiten, zum Beispiel Adipositas
    - Entwicklung und Evaluierung von verhaltensmedizinischen Behandlungskonzepten
    - Untersuchung von Gesundheitsverhalten im Alltag mithilfe mobiler Geräte, zum Beispiel bei Stress, Essverhalten und körperlicher Aktivität

    Welche psychologischen Faktoren fördern bei Männern und Frauen langfristig eine erfolgreiche Gewichtsabnahme?

    Caroline van der Velde, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie:
    „In einer eigenen Studie haben wir Männer und Frauen befragt, was ihnen beim Abnehmen hilft. Frauen berichteten, dass sie eine langfristig erfolgreiche Gewichtsabnahme vor allem durch strikte Kontrolle beim Essen erreichen. Soziale Unterstützung half ihnen zusätzlich. Männer setzten dagegen flexible Strategien ein, um ihr Ess- und Bewegungsverhalten zu kontrollieren und langfristig erfolgreich abzunehmen. Die speziellen Bedürfnisse von Männern und Frauen sollten in der Behandlung von Ess- und Gewichtsstörungen berücksichtig werden.“

    E-Mail: caroline.van-der-velde@uni-bamberg.de, Tel.: 0951/863-1883

    Forschungsschwerpunkte:
    - Körperliche Aktivität und affektives Wohlbefinden bei Adipositas
    - mHealth: Gesundheitsförderung und Erfassung von Gesundheitsverhalten mithilfe von mobilen Geräten wie Smartphones


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Informationstechnik, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay