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07.06.2019 11:33

Lehrerbildung für den „digital turn“: Passauer Modellprojekt „SKILL“ geht in die Verlängerung bis 2023

Katrina Jordan Abteilung Kommunikation
Universität Passau

    Seit 2016 arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Passau im Projekt „Strategien des Kompetenzerwerbs: Innovative Lehr- und Beratungskonzepte in der Lehrerbildung“ (SKILL) daran, die Lücke zwischen Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften zu schließen. Nun wird das aus der Bund-Länder-Initiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ geförderte Vorhaben bis 2023 mit Mitteln in Höhe von knapp vier Millionen Euro verlängert und will besonders die Grundlagen dafür schaffen, dass Lehrkräfte den „digital turn“ im Bildungsbereich nicht nur mitgestalten, sondern mit digitalen Mitteln belegbar besseren Unterricht machen können.

    Zwei Buchstaben machen ab dem 1. Juli den kleinen, aber gewichtigen Unterschied: „SKILL“ heißt dann „SKILL.de“ und startet in die zweite Förderphase. Der Zusatz „.de“ steht für „digitally enhanced“ (dt. „digital verbessert“) und dafür, angehende Lehrkräfte auf die sich im Kontext der Digitalisierung wandelnden Aufgaben in Schule und Unterricht noch gezielter vorzubereiten und Fortbildungsangebote und Unterrichtsbausteine zum Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht für erfahrene Lehrkräfte zu entwickeln. Dadurch soll die Lehrerbildung innerhalb und außerhalb der Universität Passau noch stärker vernetzt und sichtbarer gemacht werden.

    Getragen wird das Projekt vom Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik der Universität Passau (ZLF) in fakultätsübergreifender Zusammenarbeit mit 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität. Als Partner beteiligt sind außerdem die Regierung von Niederbayern, die Ministerialbeauftragten für die Gymnasien und die Realschulen in Niederbayern sowie vier Partnerschulen und 12 Projektschulen in Bayern.

    „Mit SKILL.de reagiert die Universität Passau auf den zentralen Veränderungsprozess unserer Zeit – die Digitalisierung. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betreiben fakultätsübergreifend Grundlagenforschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Dabei sehen wir, dass Lehrerinnen und Lehrern in den Klassenzimmern eine entscheidende Rolle bei der Mitgestaltung unserer digitalen Gegenwart und Zukunft zukommt. Für diese Aufgabe wollen wir unsere Lehramtsstudierenden mit SKILL.de fit machen. Darüber hinaus streben wir eine Verstetigung des Projekts durch die Einrichtung eines Lehrerfortbildungszentrums Digitalisierung an der Universität Passau an, um unsere neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse auch direkt an erfahrene Lehrkräfte weitergeben zu können“, so Universitätspräsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth.

    Lernen mit und über Medien im „Klassenzimmer der Zukunft“

    Ein wichtiges Arbeitsfeld bleibt das bisherige „Herzstück“ des Projekts, das Didaktische Labor mit dem Beinamen „Klassenzimmer der Zukunft“, in dem mit neuen Medien und Methoden ganz praktisch experimentiert werden kann: Es soll im Rahmen von SKILL.de stetig weiterentwickelt werden. Im Projekt sollen dabei vor allem konkrete Veränderungen in der hochschulischen Lehre im Hinblick auf die „digitale Hochschule“ vorgenommen und ihre Wirkungen auf das studentische Lernen erprobt werden. Unterrichtsbausteine für Schulen werden erarbeitet und zusammen mit den Partnerschulen erprobt. Zentrale Idee ist dabei, dass nicht nur fachliches Lernen gefördert wird, sondern gleichzeitig auch das Lernen mit und über Medien.

    Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Schule und Universität

    „Mittelfristig sollen alle Lehramtsstudierenden unabhängig von Schulart und Schulfach Qualifikationen in digital unterstütztem Unterricht und kritischer Medienreflexions-, Medienproduktions- und Mediennutzungskompetenz erwerben können“, erklärt Prof. Dr. Jutta Mägdefrau, die das Gesamtprojekt leitet. „SKILL.de arbeitet darüber hinaus daran, die Kooperation zwischen Schule und Universität weiterzuentwickeln, ein Qualifizierungsprogramm für die Lehrenden an der Universität selbst zur Verfügung zu stellen, und an einer Erprobung der entwickelten Unterrichtsbausteine direkt in den Schulen. Insgesamt ist uns die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Schule und Universität besonders wichtig, um alle Phasen der Lehrerbildung besser zu verbinden.“

    Alle Schulkooperationen werden von der im Zuge der ersten Förderphase neu entstandenen Abteilung Didaktische Innovation am ZLF konzeptionell begleitet.
    „Fortgesetzt werden dabei die Stärken des bisherigen SKILL-Projekts: die enge Verbindung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften und vor allem das Erproben neuer Unterrichtsformen und der reflektierte Medieneinsatz“, erläutert der stellvertretende Projektleiter Prof. Dr. Jan-Oliver Decker. „Reflektierter Medieneinsatz meint dabei nicht nur, den passgenauen didaktischen Medieneinsatz im Unterricht, sondern auch die Vermittlung einer in der modernen Medienwelt unerlässlichen Reflexionskompetenz, um Medien und Informationsangebote im Sinne einer Information and Media Literacy kritisch zu hinterfragen.“

    Was ist „Information and Media Literacy?

    Information and Media Literacy war das größte Teilprojekt innerhalb des bisherigen SKILL-Projekts. „ Die zentralen Erfolge sollen nun auf das Folgeprojekt Skill.de übertragen werden“, so der ehemalige Teil-Projektleiter Prof. Decker. Die Lehramtsstudierenden werden dabei nicht nur lernen, wie sie eine kritische Medienkompetenz an Schülerinnen und Schüler innnerhalb und außerhalb von Schulen vermitteln können, sondern auch selbständig unterschiedliche Medienformate für den didaktischen Gebrauch weiterentwicklen und sogar selbst planen und gestalten können. „Neben einem Verständnis informationswissenschaftlicher Grundlagen sollen die künftigen Lehrkräfte als aktive Prosumentinnen und Prosumenten an der modernen Medienkultur partizipieren können“, so Prof. Decker, „damit in Zukunft Menschen Informationen und Medien hinterfragend und denkend mitgestalten und nicht Medien manipulativ das Denken der Menschen gestalten.“

    SKILL.de für Studierende

    Lehramtsstudierende profitieren von SKILL.de durch das schon erfolgreich laufende Didaktische Labor sowie durch den bereits erfolgten Aufbau eines speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Beratungsnetzwerks. Im Didaktischen Labor können Studierende nicht nur an Veranstaltungen mit innovativen Lehr-Lern-Formaten teilnehmen, sondern in ungezwungener Atmosphäre auch selbst Unterricht ausprobieren oder eigene Projekte initiieren.

    SKILL.de für Schulen

    Die Universität Passau hat im Rahmen von SKILL bereits verschiedene Projekte mit Schülergruppen sowie Lehrerfortbildungsveranstaltungen mit Schulen aus der Umgebung durchgeführt. „Wir waren von der enormen Nachfrage und der Aufgeschlossenheit der Schulen für Kooperationen überrascht“, berichtet Mägdefrau. Ein besonders hohes Interesse fanden mediendidaktische Konzepte für digital unterstütztes Lehren und sowie deren kritische Reflexion. „Dem werden wir in SKILL.de Rechnung tragen“, so die Projektleiterin.

    Das Vorhaben „Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehrformate in der Lehrerbildung, digitally enhanced (SKILL.de) – Ein interfakultäres Vorhaben der Universität Passau zur Lehrer- und Strukturentwicklung im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (Laufzeit: 01.07.2019–31.12.2023).

    Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an das Referat für Medienarbeit, Tel. 0851-509 1439.


    Weitere Informationen:

    http://skill.uni-passau.de - Ausführliche Informationen zum Projekt


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler
    Gesellschaft, Informationstechnik, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsprojekte, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


    Das Didaktische Labor mit dem Beinamen „Klassenzimmer der Zukunft“ soll im Rahmen von SKILL.de stetig weiterentwickelt werden.


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